Spielzeugfreies Spielen

Mal Loslassen, mal weglassen, mal einfach weniger haben…

Nein, es geht heute nicht um eine neue Art der Lebenseinstellung, sondern, um einen Anreiz für das Kinderzimmer.

 

In unserer Kinderkrippe – oder zumindest der von meinem Sohn gibt es seit einem knappen halben Jahr die Idee der spielzeugfreien Tage. Dies wurde nicht aus der Not heraus geboren, sondern einfach um einen neuen Anreiz zu schaffen.

Anfangs war die Idee diese spielzeugfreien Tage für eine Woche anzusetzen. Mittlerweile wird regelmässig alle paar Monate Spielzeug weggelassen. Das hatte mich dann neugierig gemacht: was genau bringt das und wieso?

 

Die Idee

Spielzeug in jeglicher Form gibt eine Form und Funktion vor. Ein Ball kann gerollt und geworfen werden. Ja, von kleineren Kindern auch in andere Dimensionen gebracht werden, aber es ist und bleibt ein Ball. Eine Puppe ist und bleibt eine Puppe. Eine Auto ein Auto. Und so weiter. Du weisst, worauf ich hinaus will?

Die Idee hinter spielzeugfreien Tagen ist also alles herrkömmliche rauszunehmen. Ein Detox für Kinder sozusagen. Die Kinder spielen dann aber dennoch. Denn wir Eltern haben dann alte Pappkartons, leere Klopapierrollen und andere Dinge mitgebracht, damit es etwas zum Spielen gibt.

Der Anreiz sollte neu gesetzt werden.

 

Die Umsetzung

Den Kindern wurde entsprechend erklärt, dass ihr Spielezug nun in den Urlaub fährt und Ferien macht. Die Kinder hatten als Ersatz die „formlosen“ Haushaltsgegenstände und konnten damit spielen. Dies wurde natürlich sofort angenommen, denn Kinder sehen das ja noch nicht streng wie wir. Für Kinder ist Spielezeug auch ein alter Schnippsgummi oder einfach die leere Haarspraydose.

Nach einer Woche wurde das „normale“ Spielzeug wieder herausgeholt.

 

Das Fazit

Die Kinder hatten mit den „formlosen“ Gegenständen keine Vorgabe und spielten freier und mehr ohne Regeln.

Aus pädagogischer Sicht sind folgende Aspekte auch von Vorteil bei spielzeugfreien Tagen:

  • Entwicklung von Phantasie und Kreativität
    • Eigene Ideen entwickeln und umsetzen
    • Neugierde wecken
    • Erfolge erzielen
  • Stärkung der Persönlichkeit
    • Stärken und Schwächen kennen
    • Verantwortung übernehmen
    • Lösungen entwickeln
  • Förderung der Lebenskompetenzen
    • Probleme wahrnehmen und Lösungen finden
    • Misserfolge verkraften
  • Förderung des Sozialverhaltens
    • Beziehungen aufbauen
    • sich aktiv einbringen
    • anderen helfen
  • Förderung der Kommunikationsfähigkeiten
    • gemeinsam planen
    • sich einigen
    • andere verstehen
  • Förderung der Wahrnehmung
    • sich selbst und die Umwelt mit allen Sinnen erfassen
  • Stärkung der Emotionalität
    • Nein sagen können
    • Gefühle wahrnehmen/äussern

Ich fand es sehr spannend und auch schön, dass dieses Projekt in der Kinderkrippe von Junior so gut ankam.

Zu Hause machen wir das eigentlich nie, dass wir das Spielzeug komplett entwenden. Dennoch habe ich seit der Geburt von Junior einen super Tipp von meiner Mama beherzigt: immer regelmäßig Spielzeug wegräumen und in Kisten verstauen. So rotiert das Spielzeug und wird nicht langweilig.

Grad letztens haben wir wieder „neues“ Spielzeug aus der Kiste geholt. Wir machen das dann meist, wenn Junior nicht da ist, damit er nicht sieht, wo wir die Kisten haben. Er kam dann nach der Krippe nach Hause und freute sich so. Als er aus dem Zimmer kam, meinte er nur zu mir „Mama, ich mag das, wenn ich immer neues Spielzeug habe“. Das fand ich herrlich schön.

 

Wie machst Du das mit der Masse an Spielzeug?

 

#MommyMonday

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. immerlauter sagt:

    Finde ich eine tolle Idee. Muss ich mal ausprobieren. Habe ohnehin gerade den Eindruck, dass meine 2 Jährige mit alles anderem lieber spielt als mit ihrem Spielzeug.

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, das kenne ich zu gut.

      Gefällt mir

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