Leben ohne Plastik als Familie

Erfahrungsbericht – was bisher geschah

Bereits nach gut vier Monaten habe ich das Thema Plastik genauer für unsere Familie angeschaut. Wo benutzen wir Plastik? Welche Art von Plastik ist immer sinnvoll oder ist wirklich alles Plastik sinnlos?

Meist denkt man bei dem Thema Plastik an die „einfachen“ Dinge, die einem jedem Tag begegnen. Lebensmittel, Drogerie- und Pflegeprodukte. Doch bei Plastik geht es noch weiter: Technik, Möbel, Spielzeug, Haushaltsartikel, Putzmittel…

Anfangen, ohne etwas zu überstürzen

Auch in diesem Text möchte ich darauf hinweisen, dass ich ausschliesslich von mir und meiner kleinen Familie rede und niemanden bekehren möchte. Ich glaube, dass jeder einen Anfang machen kann – aber es dennoch jedem selbst überlassen ist.

Für mich hat das Projekt mit der Nachhaltigkeit bereits Ende 2018 angefangen – es kamen mir immer mehr Fragen in den Kopf, die unser Konsumverhalten (mit unser meine ich meine kleine Familie) hinterfragten.

Wie genau ist es eigentlich nachhaltiger, ökologischer, klimafreundlicher und sogar auch plastikfreier zu leben?

Mit dem Thema Strohhalme konnte ich nie etwas anfangen, denn wir nutzen keine Strohhalme und dennoch schien es so, als ob ich nicht die Einzige war, die diese Veränderung wahrnahm. Bereits heute gibt es in jedem Lebensmittelgeschäft genügend „bio“, genügend „grüne“ Lebensmittel. Die Drogeriemarken werben mit „Natürlichkeit“, locken mit „grüner“ Kosmetik“ und auch in etlichen Werbespots und in Printanzeigen sieht man die deutliche Zunahme zu mehr Nachhaltigkeit. Denkt man zumindest.

Denn mich machte zuerst stutzig wieso auf einmal so viele vom gleichen Thema sprechen. Klimawandel hin oder her, wie kann es sein, dass es auf einmal doch überall möglich ist? Echte nachhaltige und ökologische Landwirtschaft zum Beispiel bringt nicht endlos viele Produkte auf den Markt. Wie geht das nur?

Bereits in den vergangenen Jahren gab es immer wieder Skandale, um die diversen Öko- und Biosiegel. Auf einmal waren es doch keine richtigen Bio-Eier und das Fleisch war völlig verseucht. Diese Beispiele haben aber auch dafür gesorgt, dass ich dem Thema Bio ein wenig skeptisch gegenüber stehe.

Skepsis oder einfach mal ausprobieren?

So lautete die Devise – und ich war mir sicher, dass ich es mal ausprobieren wollte. Muss ich also nun auf einem Baum wohnen und nur noch von Luft und Liebe leben? Ich bin mir nicht sicher, dennoch weiß ich auch, dass es sich generell lohnt zu fragen – auch zu hinterfragen.

So begann ich noch zwischen Weihnachten und Silvester eine kleine Liste anzulegen. Ich fragte mich ganz einfach: was kaufen wir immer wieder und was verbrauchen wir sehr viel? Damit konnte und wollte ich erstmal beginnen und schauen wie schwierig oder einfach es war eine Veränderung zu machen.

Dies ist meine Notizliste aus dem Dezember:

  • Handseife
  • Waschmittel
  • Putzmittel
  • Kosmetik
  • Tampon (Mentruationstasse)
  • Toilettenpapier
  • Zahnbürste
  • Zahnpasta

Und dann fielen mir beim Aufschreiben immer weitere Bereiche ein:

  • Kerzen
  • Rasierer
  • Bank
  • Mülltüten
  • Strom

Klar, es war keine lange Liste und Lebensmittel ließ ich außen vor, denn das war zu einfach…dachte ich mir

Einkaufen gehen…mit Plan

Der erste Einkauf – wieder zurück im Alltag – war sogar richtig vorbereitet. Ich muss dazu sagen, dass ich eher ein Spontaneinkäufer bin und mich auch ein wenig durch das Angebot treiben lasse.

So gab es also eine Liste, die ich einkaufen hatte und diese Liste hatte ich vorher sogar noch analysiert, denn mein Anspruch ist (und war) hoch. Die Challenge, die ich mir selbst auferlegte war, dass ich versuchen würde immer eine „Stufe“ oder „Ebene“ tiefer zu gehen.

Beispiel: Wenn ich schon „bio“ kaufe, dann beim nächsten Mal noch auf „regional“ achten. Wenn ich „regional“ kaufe, dann beim nächsten Mal auf „saisonal“ achten. Wenn ich „saisonal“ kaufe, dann beim nächsten Mal auf „Demeter“ achten. Wenn ich „Demeter“ kaufe, dann beim nächsten Mal auf „plastikfrei“ achten.

Dieses Beispiel lässt sich jetzt bei Lebensmitteln gut umsetzen und dennoch wollte ich diese Strategie auch für alle anderen Bereiche anwenden.

Der Einkauf war dann also ganz klar in einem Biosupermarkt und ich kaufte nicht nur meine Liste ein, sondern achtete auch auf Regionalität und Saisonaliät. Schnell wurde das auch einfach und wir kaufen seither überwiegend Demeter ein. Plastikfrei funktioniert auch sehr gut – zumindest in Bezug auf Gemüse, Obst, Brot. Bei Butter, Nudeln, Reis und Käse- sowie Wurstprodukten fällt mir dies schwer.

Ganz ehrlich muss ich auch gestehen, dass ich auf bestimmte Lebensmittel nicht verzichten kann: Tomaten und Gurken zum Beispiel. Leider habe ich mich da etwas schwer getan und kaufe seither auch wieder Gurken und Tomaten. Diese kommen meist aus Italien oder Spanien. Und irgendwie finde ich das noch okay.

Auf Fleisch verzichten wir nicht, denn wir essen bisher noch, das was uns schmeckt. Ich möchte wir keine Diskussion über Fleischkonsum starten, denn das ist nicht das Thema.

Der Weg funktioniert für uns so weit ganz gut.

Im Drogeriemarkt den Überblick behalten

Auch im Drogeriemarkt habe ich schnell den Überblick bekommen, denn die Ökosiegel und Ökozertifikate sind schnell verinnerlicht. Das Thema Plastik hingegen ist bei Kosmetik- und Pflegeprodukten nicht ganz so einfach.

Wir haben zum Beispiel, begonnen nun nur noch mit einer Stückseife unsere Hände zu waschen – also adé Flüssigseife. Das funktioniert so weit auch ganz gut bis die Seife fast weg ist, denn dann neigen die Kinder dazu diese auch mal zu zerbröseln. Aber so ist das Leben eben mit Kindern – wir haben uns da auch eingependelt.

Apropos Drogerieprodukte: hier haben wir auch lange hin- und herüberlegt, ob wir bei der kleinen Kaiserin noch auf Stoffwindeln umsteigen. Meine Mama würde sofort ihre Meinung dazu abgeben und uns eindeutig darauf hinweisen, dass „die Kleene“ doch nun schon zwei Jahre alt ist und einfach mal trocken werde müsste. Und so ist es auch – seit gut drei Wochen haben wir mit dem Windelfrei-Projekt begonnen. In der Krippe und tagsüber klappt es schon recht gut, lediglich nachts sind wir noch nicht vor Unfällen gefeit.

Auch meine Monatshygiene habe ich überdacht und nutze seither auch eine Menstruationstasse – dazu berichte ich in den nächsten Woche gerne mal mehr.

Rückblick – Ausblick

Der Weg bis hierher war sehr einfach und ich finde auch gut umzusetzen. Ja, es gab immer wieder Dinge, die wir noch weiter ausarbeiten müssten, dennoch gefällt es mir so weit und ich bin bereit für die nächsten Aufgaben meiner Challenge.

Das Projekt #ChangeIsNow beginnt grad erst und ich fokussiere mich aktuell auf Reisen, Versicherungen, Banken und andere Haushaltsaspekte. Denn ich merke, wie gut es tut!

Was soll ich in den nächsten Beitrag zum Projekt „Change is Now“ schreiben – welches Thema interessiert Dich?

Immer wieder Samstags schreibe ich mehr zu Themen, die mich bewegen und die mal mehr über mich preisgeben – oder auch zum philosophieren einladen:

#SABINESSATURDAY

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ein sehr inspirierender Beitrag mit tollen Tipps und vor allem ohne erhobenen Zeigefinger. Wir müssen nicht perfekt sein, aber wir sollten trotzdem was tun 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Danke Dir und ja, ich wollte den Zeigefinger nicht erheben. Also nicht gegen andere, sondern eher gegen uns (also mich und meine kleine Familie). Ich möchte auch zeigen, wie einfach es sein kann den ersten Schritt zu wagen und dass man auch realistisch bleiben sollte und nicht gleich zu viel Druck aufbauen sollte. Baby Steps, eben

      Gefällt 1 Person

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