Alles über Haare waschen

Auch im Kosmetikbereich gibt es immer mehr Produkte, die mit einem grünen Image protzen wollen. Grüne Haarwäsche und auch grüne Shampoos sind der Renner.

Doch was genau macht ein grünes Shampoo so besonders und was ist der Unterschied zwischen Haarseife und festem Shampoo?

Festes Shampoo oder Haarseife – was ist der Unterschied?

Auf den ersten Blick ist vor allem die Bezeichnung anders. Doch ist es nicht das gleiche? und wie kann ich mich als Konsument in dieser Welt der neuen Produkte zurechtfinden ohne den Überblick zu verlieren?

Und dann gibt es da noch das Roggenmehl, das angemischt mit Wasser eine absolut nachhaltige Art des Haarewaschens sein soll. Für das Rezept von Roggenmehl als Shampoo kann ich schon mal so viel vorwegnehmen: einfach mal ausprobieren und dann hat man irgendwann das richtige Mischverhältnis raus. Und auch so viel kann ich schon mal sagen: ich möchte hier keine Anleitung zu alternativen Haarwaschoptionen aus dem Lebensmittelschrank aufzeigen, sondern Produkte zeigen.

Also bleibt der Fokus auf festem Shampoo und Haarseife.

Nachhaltig Haare waschen TrendyThursday BineLovesLife

Haarseife – Definition

Ganz einfach: Haarseife ist, wie der Name schon sagt, eine Seife. Das bedeutet, dass sie gesiedet wurde und die Grundzutaten Fett und Lauge sind. Diese beiden Grundzutaten werden bei der Herstellung miteinander verseift. Je nachdem welche pflanzlichen Fette oder Öle man benutzt hat, wird die Seife mehr oder weniger rückfettend – meist wird übrigens pflanzliches Fett benutzt.

Zusätzlich zu Fett und Lauge können noch ätherische Öle, Parfümöle, getrocknete Pflanzenauszüge oder pflegende Inhaltsstoffe hinzugegeben werden, um die Haarseife zu individualisieren.

Besonderheit der Haarseife

Bei sehr kalkhaltigem (hartem) Wasser kann sich sogenannte „Kalkseife“ bilden. Durch die im Kalk enthaltenen Kalzium- und Magnesiumsalze wird auch die Waschleistung der Haarseife gemindert. Man merkt das also erst beim Waschen mit der Haarseife und hat das Gefühl, dass die Seife die Haare nicht ganz sauber bekommt – eventuell hat man auch leicht strähnige Rückstände auf dem Kopf.

Generell ist auch zu sagen, dass Haarseife eher weniger schäumt als Shampoo.

Um dem entgegen zu wirken empfiehlt es sich mit Essig nachzuspülen. Im Internet findet man dazu unendlich unter dem Begriff „Saure Rinse“, denn hierbei wird Wasser mit Essig oder Zitronensäure gemischt.

Der Effekt der Sauren Rinse ist, dass sich die Haare wieder zusammenziehen – auch adstringierend genannt. Da die Haare durch die basische Haarseife stärker aufquellen als bei einem handelsüblichen Shampoo, hilft die Saure Rinse die Schuppenschicht zu schließen. Die Haare werden wieder glatt und kämmbar.

Festes Shampoo – Definition

Irgendwie logisch, was mit festem Shampoo gemeint ist, oder? Einfach Shampoo, dem das Wasser entzogen wurde. Das feste Shampoo enthält die klassischen Inhaltsstoffe eines Shampoos.

Neben der Natronlauge besteht Shampoo auch aus Tensiden, die von außen zugeführt werden: Zucker- oder Kokos basiert oder Sodium Lauryn Sulfat (SLS) beziehungsweise Sodium Laureth Sulfat (SLES). Ansonsten enthält es pflegende Fette, Öle, Farben und Duftstoffe. Festes Shampoo wird zusammengerührt – also nicht gesiedet – und anschließend in Form gepresst. Anders als Seife muss ein festes Shampoo auch nicht reifen, sondern nur noch trocknen.

Somit hat festes Shampoo einen anderen pH-Wert als Haarseife und meist ist die Saure Rinse nicht erforderlich – also zumindest nicht, um einer Kalkseife entgegenzuwirken. Festes Shampoo schäumt tendenziell mehr als Haarseife.

Welches Produkt passt besser zu mir: Haarseife oder festes Shampoo?

Eines kann ich dazu schon mal vorwegnehmen, denn wie so oft im Leben gilt auch hier: alles hat Vor- und Nachteile.

Zum Einstieg – und gleichzeitigem Umstieg oder eher Wegstieg von herkömmlichen Shampoo – eignet sich sicher ein festes Shampoo. Oder noch besser: erstmal Haare wenig waschen, damit man überhaupt merkt, wie die Haare so wirklich sind.

Sich an eine Haarseife zu machen sollte einfach bedacht sein, denn nur weil die Seife wenig schäumt, heißt das nicht, dass sie nicht funktioniert. Die Saure Rinse ist auch ein guter Tipp, damit man nach der Haarwäsche nicht völlig zerstraubelt da steht. Oder sonst einen Conditioner nehmen.

Bei meiner Recherche habe ich oft die Kritik gelesen, dass festes Shampoo ja nicht wirklich eine nachhaltigere Lösung ist, weil dennoch Tenside enthalten sind – siehe oben. Die Kritik ist, dass das Produkt auch gut für den Menschen sein soll und Tenside das eben nicht sind. Naja, dazu sage ich: bisher hat man es ja auch benutzt und mit flüssigem Shampoo die Tenside sogar direkt auf die Kopfhaut aufgetragen. Bei festen Shampoos gibt es auch Alternativen aus dem Naturkosmetikbereich, die sogar auch SLS oder SLES verzichten. So kann man meiner Meinung nach ganz entspannt die Reise zu mehr Natürlichkeit angehen – oder wahlweise eben auch gleich auf Roggenmehl umsteigen.

Der Vorteil von Haarseife und festem Shampoo ist und bleibt vor allem, dass beide Produkte ohne Umverpackung auskommen. Die Produkte reichen für viele Haarwäschen und meist bis zu dreimal länger als herkömmliche Shampoos.

Meine Erfahrung mit festem Shampoo und Haarseife

Meiner Meinung nach, kann man ruhig mal beide ausprobieren. Bei mir ist es nämlich so wie mit meinem Smartphone: mein erstes war eins von Apple und auch, wenn ich zwischendurch mal ein Blackberry und sogar mal ein ZTE hatte, bin ich doch wieder bei Apple gelandet.

Beim Haarewaschen habe ich Anfang des Jahres auch mit festem Shampoo begonnen. Seit der Umstellung habe ich bereits etliche Haarseifen ausprobiert, jedoch noch kein zufriedenstellendes Produkt gefunden. Meine neueste Errungenschaft ist die Haarseife von Speick. Diese ist bisher mein Favorit unter den Haarseifen.

Fazit – wie wasche ich meine Haare „grün“ (ohne sie zu färben)?

Eigentlich ist es wirklich keine große Umstellung – also von herkömmlichen Shampoo auf Haarseife oder eben festes Shampoo – und lässt sich schnell einstellen.

Anfangs war ich auch etwas irritiert, dass die Haarseife nicht so stark schäumt, aber das ist eben auch Gewöhnungssache. Zum Aufbewahren hatte ich schon einige gelesen, dass man einfach eine Ablage nehme kann, aber das habe ich nie gemacht. Meist stelle ich die Seife dann auf die schmale Seite auf die kleine Box. Bei einigen Drogeriemärkten gibt es auch festes Shampoo, dass bereits an einer kleinen Schnur befestigt ist.

Auf Reisen habe ich eine festes Shampoo noch nicht probiert, denn meist gibt es in den Hotels Shampoo und Co.

Hast Du schon mal festes Shampoo oder Haarseife benutzt?

#TrendyThursday

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Brasty sagt:

    Das Problem was ich persönlich bei „Seife“ habe und auch bei Haarseife, dass die Haare dann sehr struppig sind. Man kann sie schlecht kämen und die Haare liegen doof. Der grüne Ansatz ist zwar nett und als Idee gut, jedoch egal ob Seife oder festes Shampoo und auch mit grünem Hintergrund, die Inhaltsstoffe bleiben indirekt gleich. Als alternative ist höchstens dass man die Haare gar nicht mehr wäscht. Hier gibt es nette Blogs zu diesem Thema.

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, das struppige fällt mir auch oft auf. Generell wasche ich meine Haare schon recht wenig und glaube auch, dass man eher für such abwägen muss, was sich lohnt und ob einem der grüne Ansatz wichtig ist

      Liken

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