Vereinsamte Mütter

Oder: Wie das Leben als Mutter einen in die Einsamkeit treibt. Vielleicht auch in die gesellschaftliche Isolation…

Eines meiner liebsten Themen ist das Thema Mutterwerden. Als Frau Mutter zu werden hat mich definitiv verändert. Es hat mich irgendwie auch zu einem anderen Menschen gemacht.

Vor der Geburt meines Sohnes habe ich sehr gerne und gerne auch sehr viel gearbeitet. Mit der Geburt hat sich das nicht nur geändert, sondern auch langfristig ein anderes Licht auf das Thema Leben geworfen. Nun glaube ich schon, dass es so ist, dass sich für viele Frauen durch die Geburt eines Kindes eine andere Perspektive auf das Leben erschliesst.

Vollzeit Mama und nun?

Mutter am Rande der Gesellschaft – doch so sollte es nicht sein, oder? So sollte es nicht sein und noch ist es so. Irgendwie hat auch die Corona Pandemie dafür gesorgt, dass Kinder, Familien und vor allem Mütter immer mehr in den Fokus der Gesellschaft gerückt sind. Wobei – das muss ich eventuell noch detaillierter ausführen. Denn sie sind nicht wirklich in den Fokus gerückt. Sie sind einfach nur mehrfach in den Medien erschienen. Es gab eine Debatte für mehr Kindergeld – eine Entlohnung quasi für die harte Zeit, die Familien durch die Doppelbelastung (Arbeit und Familie) nun auf sich nehmen mussten.

Besonders im Fokus stand dabei das Homeschooling. Anders gesagt: es gab auf einmal Schule zu Hause – oder so ähnlich. Eltern wurden gebeten ihren Kindern, die Aufgaben der Schule vorzulegen und diese im besten Fall noch durchzuarbeiten.

Das Wort Home Office bekam eine neue Bedeutung. Es bedeutet ja nicht, dass man nur zu Hause arbeitet, sondern auch, dass man mit dem zu Hause Arbeit hat. Was für eine Welt, oder?

Wir stehen also hier im Fokus – als Familie. Als Mütter und eben auch als Teil der Gesellschaft und dann doch nicht mehr. Dieses Szenario kommt mir bekannt vor: hatten wir nicht vor einem Jahr noch unheimlich viel zum Thema Klimawandel zu lesen, hören und sehen bekommen? Ja, auch ich habe auf meinem Blog vermehrt über das Thema Nachhaltigkeit berichtet. Nachhaltigkeit als Familie.

Mutterschaft bereuen

Und nun ist es eben das Thema Familie. Wobei das auch schon fast wieder aus dem Fokus rutscht, denn mit dem neuen Schuljahr und der Einschulung vieler Kinder, aber auch dem Schulwechsel von Kindern steht das Thema Bildung im Fokus. Bildung für Kinder. Bildung und Förderung.

Ja, es geht auch immer um die häusliche Situation: wie weit können Eltern überhaupt eine gute Basis finden, um sich dem Thema Bildung für Kinder anzunähern? Was genau braucht es als Mutter und/oder Vater, um seinem Kind den Rückhalt für die Zweit zu Hause im „HomeSchooling“ zu geben?

Die Mutterschaft zu bereuen ist ein Thema, das ich hier nicht genauer erörtern möchte, denn dazu wurde bereits genug geschrieben. Regretting motherhood ist das Schlüsselwort, für diejenige, die sich mehr mit diesem Thema beschäftigen möchte.

Gesellschaftliche Isolation als Mutter

Die Mutter rückt also teilweise wieder in den Fokus und dann doch nicht. So ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Frauen bereits mit dem Wiedereinstieg ins Arbeitsleben Minus machen – es gibt hierzu aus meinem Bekannten- und Freundeskreis keine einzige Mutter, die sich nach der Auszeit wieder auf dem Niveau von vorher befindet. Dabei habe ich sicherlich einen sehr gestreuten Freundschafts- und Bekanntenkreis und kenne somit Mütter, die direkt nach vier Monaten zurück auf ihrer Arbeit waren, aber auch Mütter, die mehr als drei oder gar zehn Jahre nicht gearbeitet haben. Auch für die Mütter, die sich in der Zeit mit dem Kind zu Hause eine neue Aufgabe gesucht haben – sei es durch eine Weiterbildung, eine Umschulung und somit neue Berufsfindung oder gar ein eigenes Unternehmen aufbauen – ist die Arbeit als Mutter eine andere geworden.

Gesellschaftlich drückt sich diese Art der „Nicht-Anerkennung“ auch durch die fehlende Kompensation im Alter aus. Mütter sind quasi durch ihre Rolle als „Brutplatz des Kindes“ eine Last für die Gesellschaft und werden daher in feinster Weise für diese Zeit entlohnt. Eventuell ist die Mütterrente eine gute Idee, jedoch sicherlich keine wirkliche Option.

Anerkennung als Mutter

Als Mutter gibt es auch oft das Thema der Anerkennung als Mutter innerhalb der „Mütter“ generell. So gibt es die Rabenmütter und Helikoptermütter, um nur die auffälligsten Erscheinungen zu nennen. Was jedoch auch schon wieder zeigt, dass sich Frauen generell einfach schwer damit tun sich gegenseitig zu unterstützen.

Ins Aus stösst man sich also schon, wenn man nicht zu der Gruppe Mütter gehört, die für die eigenen Ziele kämpft und lebt.

Was wir brauchen

Nun gehört zu jeder Mutter auch ein Vater – und ich gehe hier nicht auf die Alleinerziehenden ein, da es meiner Meinung nach den Rahmen sprengen würde – um die Aufgabe der Elternschaft zu leben. Eltern sein kann auch anders ausgelebt werden und durch die Unterstützung und die ergänzende Familie (damit meine ich die Kitas, Kindergärten und sonstige Einrichtungen, die mehr als Kinderbetreuung bieten möchten) viel besser aufgeteilt werden.

Ich plädiere generell dafür, dass es wieder mehr Dorf gibt. Denn man sagt ja auch so schön: es braucht ein Dorf, um ein Kind grosszuziehen. Und so ist es auch: es braucht ein Dorf und dieses Dorf muss neu gestaltet werden. Neu und viel flexibler. Mit mehr Anerkennung und auch mit mehr Dankbarkeit gegenüber den Kindern.

Was verbindest Du mit dem Begriff Mental Load?

#MamaGedanken

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Ui … so viele Themen in einem Beitrag. Mental Load trage ich auch reichlich mit mir herum; zum Glück habe ich aber einen Partner, der auch gern Papa ist und vieles macht. So bastelte er zum Beispiel Einladungskarten für den Kindergeburtstag und überlegte sich schonmal die Spiele 🙂 Wenn das Dorf doch zumindest schonmal aus zwei Personen besteht, die beide viel für die Familie arbeiten, ist das schon super. Aber wir profitieren zudem von einer guten Kinderbetreuung. Auch das ist Gold wert.

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