Der erste Eindruck…

…oder: wieso nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Du denkst, Du kennst mich, weil Du ein Bild von mir siehst. Meine Bilder auf Instagram, meine Likes auf Facebook, meine Geschichten auf dem Blog liest.

Du denkst, Du weißt, wer ich bin, weil wir uns sonst nur über unsere Kinder unterhalten.

Du denkst, Du weißt, wer ich bin, weil ich mich auch gerne schminke und lange Haare habe. Du denkst, dass ich ein hübsches Mädchen bin – eine schöne Frau – und deshalb auch einfach nett und lieb bin.

Du denkst, Du kennst mich, weil Du mich den Kinderwagen schieben siehst. Ich Dir nicht mehr über mich erzähle, weil ich Dir gerne zuhöre.

Vorurteile

Vorurteile kennen wir alle. Ich kenne sie auch schon sehr lange. Ich bin immer das liebe, brave Mädchen. Ich bin nett und sympathisch. Manchmal auch verschlossen.

Ich sehe nett aus und daher kann ich ja im Restaurant am Eingang arbeiten. Damals sagte meine Chefin bei einem Praktikum, dass ich doch so nett und lieb aussehe, dass ich am besten einfach nur am Eingang vom Restaurant arbeite, Telefonate beantworte und die Gäste freundliche begrüße. Ich lächle so nett. Mein Lächeln zaubert bei meinem Gegenüber meist auch ein Lächeln auf die Lippen. Ich bin nett, ich bin lieb.

Wir unterhalten uns nur über unsere Kinder, ich bin geduldig und kann auch mal zuhören. Ich gebe Dir nicht immer recht, aber ich bleibe freundlich.

Ich kann mich gut durchsetzen, doch weil ich so nett aussehe, werde ich von den Managern nicht ernst genommen. Das war mein Feedback in meinem letzten Job. Obwohl ich täglich einen Anzug trug und mich auch gerne geschminkt habe, kam ich immer nur „lieb“ rüber. Ich war die „Tippse“. Ich habe es gehasst. Es hat an meinem Selbstbewusstsein gekratzt. Ich bin in psychologischer Behandlung gewesen, weil ich das nicht mehr hören konnte. Weil ich es nicht akzeptieren konnte. Fazit war, dass ich selbst eine Tippse als keinen besonders wichtigen Beruf erachte. Wozu habe ich denn studiert? Wozu habe ich mich jeden Tag auf den 120 Minuten Weg gemacht, um dann degradiert zu werden?

Was einen nicht umbringt…

…macht einen stärker, sagt man. Was einen nicht umbringt, kratzt trotzdem am Ego. Und wer hat gesagt, dass man immer stärker werden will? ich bin doch schon die Stärkste.

Ich liebe meine Kinder und sehe in ihnen andere Eigenschaften, die man nicht sofort sieht. Nein. Das muss ich anders formulieren. Ich sehe in meinen Kindern Menschen, die noch klein sind. Eigenschaften, die über das Äusserliche hinwegsehen. Die das Äußerliche nicht preis gibt.

Bist Du eine Mutter? Bist Du ein Vater? Dann weißt Du, was ich meine.

So hat mich vor kurzem ein Kommentar in Social Media wirklich stark getroffen. Und dann kam dieser Text heraus.

Ich glaube an die Macht der Worte und weiß, dass man mit Worten genauso stark wie physisch verletzen kann.

Vor allem jetzt, da ich Mama bin, möchte ich gerne weitergeben, dass Worte und auch Annahmen gefährlich sind. Ich will achtsamer sein, was ich sage und wie ich es sage. Nicht jeder Mensch mag seine Vorurteile, die er oder sie angeblich ausstrahlt.

Die Welt wieder mit den Augen von Kindern sehen ist schwierig. Und ich? Ich möchte nicht mehr in dieser Falle aus Vorurteilen landen. Auch wenn ich so aussehe, als ob. Nein! Ich sehe eben nur so aus und jetzt?

Welchen Vorurteilen bist Du schon begegnet?

Weitere spannende Themen rund um das Thema Mama, gibt es immer montags am:

#MOMMYMONDAY

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