Und beinahe abgeschossen…

Über Waffen und andere kinderfeindliche Spielzeuge…

Grad gestern noch – als wir mal wieder auf dem Weg in den Kindergarten waren – flog an der kleinen Kaiserin, die auf meinem Arm getragen wurde ein Pfeil vorbei. Sehr nah und irgendwie auch etwas bedrohlich. Junior schrie nur „nicht meine Schwester abschiessen“. Die anderen Kinder im Gebäude des Kindergartens hatten irgendwie Lust daran auf dem Gang zu spielen. Eine Erzieherin oder ein Erzieher war weit und breit nicht zu sehen. Eine andere Mutter, die hinter uns lief, kam völlig entsetzt näher und fragte, ob alles okay sei. Naja, ich hatte mich schon erschrocken, aber ich wollte es auch nicht zu sehr zeigen, sonst würde die kleine Kaiserin gleich weinen.

Die andere Mutter suchte nach einer Erzieherin und sprach diese völlig entgeistert an. Daraufhin mussten die Kinder wieder in den Raum – eine weitere Erklärung folgte nicht.

Ich möchte hier und heute nicht darüber schreiben, dass es einen Erziehermangel in Deutschland gibt. Ich möchte auch nicht auf fehlende Qualitäten hinweisen, sondern die Frage stellen wieso kleine Kinder – unter sechs Jahren – eine Spielzeugpistole benötigen?

 

Waffen für Kinder

Ich bin kein Freund von Waffen. Schon als Kind gab es sowas nicht bei uns zu Hause und ich bin froh, dass nicht nur meine Eltern, sondern auch die Schwiegereltern das so sehen: Waffen sind nichts für Kinder. Keine Platikpistolen, keine Gewehre, kein Pfeil und Bogen.

Kinder brauchen keine Waffen

Es gibt aber überall diese Spielzeuge und auch Spiele: mit abschiessen, töten, wegtun, etc. Ich glaube, dass ich das nicht weiter ausführen muss, den jeder der heutzutage ein Kind hat, wird wissen, wie es geht.

In den Kindergeschäften und auch in anderen Geschäften regelt natürlich meist die Nachfrage das Angebot, aber manchmal ist es auch so, dass das Angebot überhand nimmt. Man denke nur an die ganzen Trends aus dem Kind: Minions, Einhörner, Elsa und co, etc.

Ich weiß nun nicht, ob es heutzutage schlimmer ist als früher und möchte das auch eigentlich gar nicht miteinander vergleichen, denn ich lebe im hier und jetzt. Und jetzt ist es meiner Meinung nach, dass Waffen auch ein Thema sein dürfen. Ich habe im Kindergarten schon ein paar Mal Stimmen von Erziehern und auch Erzieherinnen wahrgenommen, die sagten, dass Waffen nicht erlaubt seien. Und doch sehe ich, wie die Kinder dann mit Holzgleisen „kämpfen“ als ob es Schwerter seien. Ist das normal? Woher kommt dieser Drang zur Waffe?

Ein ehemaliger Erzieher in unserem Kindergarten hatte mal erwähnt, dass er das Thema Waffen für Kinder lieber bei sich in gewohnter und vertrauter Umgebung sieht, als wenn sie es von größeren Kindern auf der Straße oder später von Jugendlichen aufschnappen und anders mitnehmen. Nämlich falsch mitnehmen. Mh, das ist ein interessanter Gedanke, aber bei uns gab es zum Beispiel nie Waffen zu Hause. Also für Junior. Und seit er nun im Kindergarten ist, wird das Thema „kämpfen und Waffen“ dauernd betitelt. Wieso, kann ich nur so schlussfolgern: Kinder brauchen Kinder und lernen von einander. Die jüngeren Kinder werden immer eher zu den älteren Kindern aufschauen und von ihnen lernen. Mit dem Übergang in den Kindergarten sind sie auf einmal wieder klein – also wenn sie vorher schon in einer Krabbelstube oder Krippe waren – denn nun sind sie mit drei Jahren nicht mehr die ältesten, sondern die jüngsten Kinder. Und das geht dann so weiter. In der Schule wird der Unterschied sogar noch größer. Wobei ich das nicht so sehe, denn ich war noch in einer Grundschule, die bis zur sechsten Klasse ging – da war der Unterschied wirklich groß. Nun sind es aber auch teilweise 10-jährige Kinder, die dann auf die sechsjährigen Kinder treffen, die grad mit der Schule beginnen.

 

Was heißt das aber nun in Bezug auf Waffen und kämpfen?

Sich messen wollen, sich vergleichen, seinen Rang klar definieren und seinen Bereich abstecken ist es natürliches. Das ergibt sich mit der Zeit bei allen Kindern, denn das gehört zur Entwicklung.

Ältere Kinder sind im Bezug zu ihrer eigenen Umgebung auch nicht immer die ältesten – ist logisch, oder? Denn Junior ist klar das älteste Kind zu Hause – aber im Kindergarten halt nicht. Und so weiter. Daher kommen auch immer neue Themen, die von einem Kind zum anderen getragen werden.

Mädchen stehen einfach mehr auf Glitzer und Einhörner und Jungs auf die bösen Dinge. Doch hier muss ich auch sagen: Kinder können das auch differenzieren. Letztens war Junior zu Besuch bei einem zwei Jahre älteren Freund und als er zurück nach Hause kam – er war alleine dort spielen – sagte er nur zu uns:

Nächstes Mal bringe ich ihm mein Küken mit, damit er auch etwas nicht gefährliches zu Hause hat

Mich hatte das gewundert, denn ich hätte sogar erwartet, dass er dann auch eher mehr „gefährliches“ Spielzeug haben will. Aber so ist das von Kind zu Kind auch verschieden und sicherlich abhängig von den unterschiedlichen Persönlichkeiten.

 

Waffen müssen generell abgeschafft werden

Nun stelle ich hier mal die Frage – und vielleicht hat dies bestimmt schon mal jemand anderes getan, es ist ist mir halt nur noch nie so offen zu Ohren gekommen – wieso eigentlich keiner gegen Waffen für Kinder kämpft. Wieso dürfen Spielzeugfirmen Waffen verkaufen? Ja, überhaupt herstellen?

Die Waffenlobby ist sehr groß und mächtig. Aber jetzt mal ehrlich: wieso denn? Weil Geld dahinter steckt, weil auch Deutschland unheimlich viel in der Waffenindustrie zu schaffen hat? Das kann doch nicht die Antwort sein.

Ja, es gab früher Ritter und heute Soldaten. Kinder wollen mit dem Spielen, was auch auf ihre Größe zugeschnitten ist und aus der Elternwelt stammt. Aber, wenn das wirklich so ist, dann sollte es auch kleine Figuren von Kinderschändern geben, kleine Figuren von bettelnden Leuten, kleine Figuren von verletzten Kindern und Menschen aus dem Krieg.

Ich verstehe es nicht. Ich kann es und werde es nicht verstehen. Welche logische und wahrlich normale (wobei dieses Wort auch zu relativ ist) gibt es für die Menge an „Waffenspielzeugen“ für Kinder?

 

Dürfen Deine Kinder mit Waffen spielen?

 

Immer freitags gibt es hier auf dem Blog jegliche Inspiration für Familien – einfach dem Hashtag folgen:

#FAMILYFRIDAY

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Anonymous sagt:

    Ich würde hier gerne über einen Blogbeitrag von mir verweisen , welcher von dem selben Thema handelt , dem ganzen aber eine etwas andere Sicht der Dinge gibt.
    Ich stimme vielen Dingen dieses Beitrages zu , habe letzten Endes dann doch aber eine andere Meinung zu diesem Thema was den Umgang mit Spielzeugwaffen und Kindern angeht.
    Vielleicht interessieren Sie sich sich ja was ich zu diesem Thema zu sagen habe….

    https://werkenmitkindern.de/2018/06/11/schwerter-schilde-und-holzgewehre-bauen-mit-kindern/

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für den Blogbeitrag. Ja, wie Du sagst: es geht mir vor allem um die Waffen, die wirklich Maschinengewehre und ähnliches repräsentieren

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  2. Tina sagt:

    Meine Kinder sind zum Glück auch nicht auf’s Kämpfen aus. Gut, die Kleine ist ein Mädel. Aber auch der Große hat da keinerlei Ambitionen in die Richtung. Aber er hat Kumpels, die da durchaus anders drauf sind. Einen nehme ich immer mit zum Sport. Er sitzt dann im Auto neben mir und hat nichts besseres zu tun als Passanten „abzuschiessen“. Er ist 7. Ich weiß nicht, woher das kommt, weil er so ein recht kluger Kopf ist. Jedenfalls hatte ich seine Mutter die Tage nach einer Idee für ein Geburtstagsgeschenk für ihn gefragt. Da kam dann der Vorschlag: „Eine NERF.“ Hm. Nein! Bekommt er von uns defintiv nicht!
    Ich habe auch schon mal gefragt, was denn nun daran so toll ist, andere Menschen abzuschiessen. Schließlich nimmt man damit in Kauf, dass diese verletzt werden oder sogar sterben können. „Aber ich schiesse doch gar nicht echt!“
    Ähnliches antwortet auch mein Mann, der gerne abends mal zockt und irgendwelche Zombies abknallt. „Ist doch nur ein Spiel.“
    Mein Mann ist der friedlichste Mensch überhaupt. Aber was er daran findet, werde ich nie nachvollziehen können. Ist so ein Männer-Ding. Anscheinend brauchen die das irgendwie, dieses Machtgefühl. Die einen mehr, die anderen weniger.
    Ich weiß nicht, ob man die Sachen komplett verbieten sollte. Da haben sie Helden wie Robin Hood oder Peter Pan (Geschichten, die Eltern den Kindern bedenkenlos vorlesen oder anschauen lassen) … irgendwie ist es ja klar, dass sie die nachahmen wollen. Wichtig ist, dass die Eltern den Kindern vermitteln, was sie da eigentlich tun. Dass ein Wettbewerb ok ist, aber bitte nicht auf andere Leute schießen.
    Ich bin froh, dass wir das Thema daheim nicht haben.
    LG, Tina

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    1. Es ist ein sehr kontroverses Thema und ich finde es auch spannend zu sehen wie Du es beschreibst. In unserem Freundeskreis gibt es auch „Waffen-Befürworter“ und die haben meist nicht mal böse Absichten, wenn sie den Kids „Kindergewehre“ schenken. Aber wie du sagst: das erklären ist wichtig. Was macht eine Waffe zu einem gefährlichen Spielzeug

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    1. Okay. Interessant – mein Junge ist so nicht.

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