Adventszeit – achtsam & besinnlich

Wie wir Weihnachten feiern, sagt viel über unser Konsumverhalten aus. Stimmt das?

Bestimmt.

Dennoch ist es kein Grund seine Gewohnheiten radial zu ändern – ausser natürlich man stört sich daran. Bei uns gehören Geschenke klar zum Weihnachtsfest. Auch Nikolaus ist für Geschenke da und auch der Dezember mit einem Adventskalender.

Mh, Moment mal, vielleicht ist es doch etwas viel.

 

Konsumieren = Verbrauchen

Wenn ich etwas verbrauche, brauche ich es ja auch. Richtig? Wenn ich etwas brauche, gehört es klar zu meinem Leben, oder? Zumindest teilweise, denn etwas zu seinem zugehörig zu machen muss man nicht immer. Alles darf immer und ständig hinterfragt werden. Jede Beziehung zu Menschen und Dingen, die einen bewegt, sollte auch ab und an hinterfragt werden.

Vor kurzem war es dann also auch bei uns wieder so weit. Es kam aber auch irgendwie wieder überraschend dieses Weihnachten und die Vorweihnachtszeit. Kaum waren wir aus Japan zurück ging es auch schon los mit der Weihnachtlichkeit überall – in Läden, in den Medien und auch im Freundes- und Familienkreis wurde schon über Weihnachten geredet.

Ich möchte mich jetzt hier nich darüber empören, dass es (zumindest gefühlt) immer früher mit dem Weihnachtsboom losgeht – denn das stört mich nicht, da ich Weihnachten liebe. Viel mehr möchte ich nur aufschreiben, festhalten und teilen, wieso ich dieses Jahr zum ersten Mal das Weihnachten mit allem drum und dran hinterfragt habe.

Wer mich kennt, weiß, dass ich kein Öko bin – ich habe sicherlich Neigungen dazu und verabscheue es auch nicht komplett nachhaltig zu leben, dennoch ist es nicht mein Lebensweg. Ich möchte dennoch auch Dinge ändern – verändern – anpacken – und gerne auch anders machen.

Ist es gut immer alles in Plastik zu konsumieren? Ist es gut auch immer wieder alles neu kaufen zu müssen?

Diese und ähnliche Fragen sind mir während unserer Zeit in Japan sehr viel Kopf herumgegangen. Vor allem durch meine Dokumentation unserer Zeit in Japan auf Instagram über die Stories habe ich etliche Fragen bekommen, was wir alles gekauft haben, ob wir wirklich so viel kaufen, wo wir einkaufen waren. Das hat mich nachdenklich gemacht, denn Shopping hat für mich nicht immer auch etwas mit dem eigentlichen einkaufen und wirklich an der Kasse bezahlen zu tun. Shopping ist bei mir auch Window – oder eben Real-Life – Shopping. Ich schaue mir gerne neue Sachen an, bewundere diese und erfreue mich daran, was es alle auf dem Markt gibt. Schöne Dinge gibt es schön – das sehe ich gar klar so. Ich muss aber nicht immer alles haben. Ich möchte sogar nicht immer alles haben. Ich bewundere wahrscheinlich einfach nur gerne und lass mich inspirieren. So wie manche Menschen sicherlich Entspannung finden in einem Park oder Wald spazieren zu gehen, gehe ich mal Shopping. Einfach so – ohne etwas zu kaufen. Oder wie meine Eltern sagen würden:

Mal gucken ob keiner guckt

 

Lebendige Weihnachten

Was mir besonders an Weihnachten gefällt? Die Zeit mit der Familie. Mit meinen Eltern, meiner kleinen Familie und allen, die auch zur Familie gehören. Natürlich gehört auch Essen dazu und es gibt auch Geschenke. Dennoch sind Geschenke in den letzten Jahren immer weiter in den Hintergrund getreten. Vor allem, weil wir alle älter geworden sind, weil wir uns selbst mehr leisten können und Zeit sowieso das kostbarste ist. Gemeinsame Zeit quasi ein Goldregen.

Dann kam Junior und die Geschenke Namen wieder zu – ohne Wertung oder Unterton schreibe ich dies. Denn das gehört dazu und ich finde es nicht schlecht. Meine Eltern und Schwiegereltern und auch andere Verwandte und Freunde sind sehr hellhörig und schenken nicht einfach so. Wir werden also nicht mit Geschenken für die Kinder überschüttet – alles ist immer mit uns abgesprochen.

Mittlerweile feiert Junior sein fünftes und die kleine Kaiserin ihr zweites Weihnachtsfest. Es wird wieder wunderschön und ich freue mich sehr darauf. Und als dann vor knapp drei Wochen die Frage nach einem Adventskalender von einer Freundin kam, war ich irgendwie völlig falsch getroffen. Wir haben keinen Adventskalender sagte ich nur. Wir haben keinen mit Schokolade und keinen mit kleinen Geschenken. Für mich war jedoch klar, dass es etwas geben musste. Der Adventskalender hat für mich ja auch den Grund, da er den Kindern dabei hilft die Zeit bis Weihnachten noch vorfreudiger zu machen und vor allem greifbarer. Da sehen die Kinder, wann es endlich so weit ist und der Weihnachtsmann kommt. So kam ich dann auch die Idee einfach Zeit zu schenken. Einen  lebendigen Adventskalender eben.

Wir haben uns dafür entschieden, dass wir jeden Tag rotieren: so kann jeder mal ein Türchen öffnen. Die anderen aus unserer Familie haben sich dann jeweils ein schönes Erlebnis für den jeweiligen Türöffner überlegt.

Auch im Kindergarten von Junior wurde über einen Adventskalender diskutiert und auch dort reifte schnell der Gedanke, dass Schokolade oder andere Süßigkeiten nicht recht am Platz wären für die Kinder. Die Idee des lebendigen Adventskalenders wurde schnell ins Herz geschlossen und nun können Eltern dazu beizutragen jeden Tag der Kita Öffnungszeiten ein Erlebnis für die Kinder mitzugestalten.

 

Da geht noch mehr…

Sicher hast Du schon mal etwas von „spielzeugfreien Tagen“ gehört. Wir haben das zuerst vor knapp zwei Jahren bei Junior in der Krippe miterlebt – eigentlich als Resultat von einer Reinigungsaktion.

Spielzeugfreie Tage dienen pädagogisch dazu, dass Kindern, die zum Beispiel zu viel Spielzeug, keine Wertschätzung für das Spielzeug oder Langeweile mit dem Spielzeug haben, neue Anreize zu geben. Das gesamte Spielzeug wird für einen bestimmten Zeitraum eliminiert – eine Woche ist ein guter Anfang. Ersetzt werden muss es nicht, dennoch darf man mit „Elternmaterialien“ neues Spielzeug liefern: Kisten, Klopapierrollen, Tüten, etc. So sind die Vorgaben frei, was das neue Spielmaterial sein kann und die Kinder bekommen einen neuen Anreiz und lernen das Spielzeug, das dann peu a peu wieder eingeführt wird, mehr zu schätzen.

Für uns zu Hause wäre das sicher auch mal etwas, denn auch wir haben wirklich viel Spielzeug. Doch bisher fahren wir die Strategie, dass wir nur einen Teil des Spielzeugs im Kinderzimmer haben – die andere Hälfte ist verstaut in Kisten. So lassen wir Spielzeug rotieren und die Kinder haben das Gefühl immer etwas Neues zu haben.

Dieses Jahr im Dezember möchten wir noch etwas weiter gehen. Wir möchten Spielzeug weggeben. Jeden Tag im Dezember wird also ein Spielzeug weggegeben, dass wir nicht mehr haben möchten. Das komplette Spielzeug wird dann an eine soziale Einrichtung gespendet. Hierzu muss ich klar sagen, dass ich nicht der Haupttreiber dieser Idee war, denn Junior fing vor einer ganzen Weile schon an immer wieder zu erwähnen, dass er sein Spielzeug nicht mehr mag. Natürlich wollte er damit beabsichtigen, dass wir ihm mehr Paw Patrol (ja, wir lieben das Hundewelpenteam) Spielsachen besorgen würden, denn das würde er ja so sehr mögen. Wir tauschen bereits regelmäßig mit anderen befreundeten Kindern aus dem Kindergarten und der Nachbarschaft Spielzeug – denn so ist immer mal wieder etwas neues zum Spielen da.

Ich werde mal im Januar berichten, wie die Mission lief und wohin wir gespendet haben.

 

Kommt bei Dir der Weihnachtsmann oder das Christkind?

 

Shakti bedeutet Energie – und im Yoga kosmische Energie. Immer wieder sonntags gibt es hier auf dem Blog neue Impulse und regelmäßig Einblicke in meinen Ausgleich zum Alltag: Yoga

#SHAKTISUNDAY

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