Tatsächlich ist der September für mich noch nicht Herbst, dennoch könnten diese Bücher einen Anstoss für neue Lesende geben, die den Beitrag nun lesen und damit in den Herbst starten. Denn sind wir doch mal ehrlich: bei uns in Baden-Württemberg enden die Sommerferien Mitte September, während anderswo demnächst die Herbstferien starten.
Und dann wiederum zählt der 1. September als offizieller meteorologischer Herbstanfang.
Also hier meine Lese Favoriten:
Ava liebt noch*
Ein romantisches Buch gehört immer in den Herbst, oder? Es ist nicht umsonst die Jahreszeit mit den vielen Farben, dem sanften Licht und der kuscheligen Stimmung bei einem warmen Tee oder unter einer gemütlichen Decke.
Das Buch „Ava liebt nicht“ von Vera Zischke ist ein Liebesroman, der nicht wie ein typischer Liebesroman daherkommt. Anfangs nimmt uns die Titelfigur mit auf ihrer alltäglichen Reise als Mutter und mitten in der Perimenpause. Dinge, die Lesende – wie ich auch – sehr gut nachvollziehen können. Es geht auf und ab mit dem Alltag, den Erwartungen an sich selbst, die Fragen der Zukunft mit und über die Kinder und dann eben doch wieder der Feststellung, dass bei uns doch gar nicht so viel falsch läuft in einem entwickelten Land.
Doch der Reiz fehlt – zumindest Ava. Denn sie hat vieles erreicht und doch ist sie gefangen im stetigen Trott, der dem täglichen Murmeltier gleicht.
Über einen Ausreißer aus dem Alltag gelangen wir in eine völlig andere Welt und leben und lieben mit Ava mit. Sie liebt noch.
Ein tolles Buch, das zum Schmökern anregt und gleichzeitig auch zum lieben verführt.
Ungezähmt*
Glennon Doyle’s Buch Untamed habe ich damals im Original gelesen. Mittlerweile sehe ich es immer wieder in kleineren Buchhandlungen und finde nicht nur das bunte Cover, sondern auch die wildfarbige Geschichte passend. Es kein richtiger Roman – oder doch? Eine Reise zu uns selbst und vor allem als Bestätigung für alle, die sich nicht richtig an ihrem Platz fühlen.
Auch für mich ist dieses Buch immer wieder eine glückliche Fügung, denn es erinnert mich daran, dass das Leben zum leben da ist. Es kommt nicht alles so wie es geplant war, sondern oftmals völlig anders. Das klingt platt – ich weiß – hat man schon so oft gelesen. Dann formuliere ich es eben anders: wieso im Käfig bleiben, wenn man ein Tiger ist?
Ein Buch für mehr Selbstliebe und Vertrauen in den Lauf des Lebens.
Die Briefträgerin*
Starke Frauen, die ihren eigenen Weg gehen, müssen nicht immer laut sein. Sie sind nicht immer die auffälligsten Charaktere. Auch bei Francesca Giannone fühlen wir mit der Hauptfigur mit. Dich irgendwie auch nicht. Ich hatte oft das Gefühl, dass Anna eine Person ist, die ich selbst nicht sympathisch finden würde. Nicht, weil sie anders ist, sondern, weil sie oft auch einfach zu zurückhaltend ist.
Die Geschichte der Briefträgerin entwickelt sich erst langsam, als Leserin wachse ich mit Anna und ihrem Leben mit. Ein Leben, das in Anlehnung an Francesca’s Oma entstanden ist, die vor knapp 80 Jahren die erste Briefträgerin war. Als Frau gibt es nicht nur heute noch viele neue Territorien zu erkunden. Und so eben auch das Feld der Post.
Anna ist neu in der Stadt ihres Mannes und fühlt sich anfangs gar nicht wohl. Sie lebt viel in ihrem Kopf und freundet sich mit Menschen an, die nicht unbedingt die beliebtesten in der Stadt sind. Manchmal ist das Buch etwas langsam und langatmig. Dennoch ist es ein schönes Buch für ruhige und entspannte Herbst-Nachmittage.
Present over Perfect*
Von einer Freundin habe ich das Buch von Brene Brown vor knapp drei Jahren geschenkt bekommen. Damals sind wie grad umgezogen – in den Süden Deutschlands – und für mich galt es wieder alles neu aufzubauen.
Als Anregung und Motivation in einem habe ich dieses Buch gerne gelesen, da es viele Aspekte meines Lebens neu beleuchtet hat. Es ist kein Ratgeber und auch kein Roman. Perfekt für eine kleine Leseeinheit auf dem Weg zur Arbeit oder am Abend.
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