Es ist schon lange her, dass ich auf der Buchmesse in Frankfurt war. Für die heutige Zeit sicherlich lange, dennoch kommt es mir vor, wie letztes Jahr.
Doch es hat sich einiges auf der Frankfurter Buchmesse – kurz FBM – getan. Besonders die Hallen sind neu aufgebaut und es verteilt sich, meiner Meinung nach, mehr als bei den letzten Malen, als ich dort war.
Da ich als Fachbesucherin – mittlerweile as Content Creator, früher ja als Presse – bereits vorab Zugang zur Messe hat, war ich froh die hektischen und überfüllten Tage nicht vor Ort sein zu müssen. So konnte ich bereits Donnerstag und auch am Freitag die Messe sehen. Für Besucher*innen ist die Messe ab Freitag Nachmittag und vor allem am Samstag und Sonntag geöffnet.
Notiz an mich selbst – nächstes Mal definitiv noch den Freitag aussparen
Die Anreise von Lörrach war sehr entspannt, denn in Hessen war grad Herbstferien und ich bin super durchgekommen.

Geschichte der Frankfurter Buchmesse
Es folgt ein kurzer Exkurs zur Geschichte der Frankfurter Buchmesse. Jeweils im Oktober findet die Frankfurter Buchmesse als internationale Buchmesse in Frankfurt auf dem Messelände statt. Gegründet wurde sie bereits 1949 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und bildet seit 1976 thematische und regionale Schwerpunkte. Erst 1988 kam dann der Fokus auf ein Gastland dazu. Das Gastland stellt sich vor allem literarisch als auch kulturell vor.
Dieses Jahr war Tschechien das Gastland der Frankfurter Buchmesse
Besonders spannend sind während der Buchmesse auch die Preisverleihungen. Dazu zählen der Deutsche Buchpreis, der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, der Deutsche Jugendliteraturpreis und viele andere Branchenauszeichnungen. Zum Buch des Jahres der unabhängigen Buchverlage wurde dieses Jahr das Buch von Hannah Häfner gewählt – Die Riesinnen.
Speziell der Deutsche Buchpreis wird auch über die gängigen Medien gestreut und hat einen hohen Wert. Mit 37.500 Euro dotiert wird der Deutsche Buchpreis bereits seit 2005 verliehen. Für den Gewinner oder die Gewinnerin gibt es 25.000 Euro – für die übrigen fünf Autoren der engeren Auswahl gibt es jeweils nochmal 2500 Euro. Die Preisverleihung des Deutschen Buchpreises ist jedes Jahr auch Startschuss der Frankfurter Buchmesse.
Jedes Jahr hat die Frankfurter Buchmesse einen Fokus. Für die diesjährige 78. Frankfurter Buchmesse stand erneut die Krise der Lesekompetenz und der Umgang mit Künstlicher Intelligenz im Vordergrund.


Das Klientel auf der Frankfurter Buchmesse
Neben vielen Fachbesuchern, die vor allem in Buchhandlungen arbeiten, Illustratoren und Presse, sind mir dieses Jahr besonders meine „Kolleg*innen“ aufgefallen. Da es für die Fachbesucherbewerbung als Content Creator lediglich 1000 Follower auf einer Social Media Plattform braucht, waren sehr viele Content Creator vertreten.
Besonders in der Festhalle, wo sich das Thema New Adult, Dark Romance und Romantasy angesiedelt hatten, war es auch am Donnerstagvormittag brechend voll. Hier finden sich unendlich viele Bücher, die nicht unbedingt mein Genre sind und ich daher nicht mitsprechen kann. Was mir aufgefallen ist, ist die Freundlichkeit und der Gemeinschaftsgedanke, der sich in dieser Gruppe besonders Star ausgeprägt hat. Hier kommen klassische Nerds, die sich in ihrem Buch verlieren und sich teilweise wie Charaktere aus den Romanen kleiden. Da gibt es die schüchternen Buchverrückten, die mit ihren Rucksäcken und Rollkoffern am Ende des Tages einen dreistelligen Betrag für Bücher ausgeben. Und es gibt die sehr jungen und offensichtlich sehr erfolgreichen Buchvernarrten, die neben Büchern vor allem an sogenannten Merch interessiert sind. Dazu zählen Tassen, Socken, Pullover, Bilderrahmen und etliche andere Accessoires, die eindeutig die Buchliebe zum Ausdruck bringen.
Auch die Frankfurter Buchmesse hatte dieses Jahr einen FBM Markenstand, der mit all diesen Dingen nicht minder zu bieten hatte.
Dann gibt es aber auch die Lektoren und Autoren, die vor allem unauffällig unterwegs sind und sich in den Gängen tummeln, Gespräche mit Kolleg*innen suchen und neugierig die Neuerscheinungen in Betracht nehmen.
Es war eine bunte Mischung – und ich eben mittendrin. Spannend.


Was macht man auf der Frankfurter Buchmesse?
Tatsächlich ist die Messe vor allem ein Treffpunkt für Menschen, die im Bereich Buch agieren. Dazu gehören ganz klar die Autoren, Lektoren und Verlagsmitarbeiter. Dann aber auch Menschen aus dem Presse- und Medienbereich, die die Messe nutzen, um über neue Trends zu berichten und aktuelle Buchentwicklungen abzubilden. Auch Bibliothekare, Künstler, Verbände und Illustratoren nutzen die Fachmesse zum Thema Buch. Darüber hinaus gibt es etliche Fachbesucher, die die Messe zur Vorstellung ihres eigenen Angebots nutzen und auch ihr Geschäft vorantreiben. Dazu zählen: Dienstleister, Buchhändler, Drucker, Übersetzer, Antiquare, Software- und Multimedia-Anbieter, Filmproduzenten, Wissenschaftler, Literaturagenten, Verleger,
Neben den Fachbesuchern ist auch das Geschäft mit dem eigentlichen Buchverkauf sehr groß. Jeweils ab Freitagnachmittag und den gesamten Samstag und Sonntag wird das allgemeine Publikum zur Messe zugelassen und kann sich Bücher kaufen.
Auch für Hör- und Fernsehsender ist die Frankfurter Buchmesse eine Produktionsort. So war auch diesmal eine große Bühne von den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD, ZDF und 3sat aufgebaut, die sehr oft live übertragen hat. Andere Rundfunksendungen sind auch per live Stream aufgenommen worden.


Gastländer und ihre Mottos
Dieses Jahr war Tschechien mit dem Motto „Ein Land an der Küste“ Gastland auf der Frankfurter Buchmesse. Mich hat natürlich interessiert, welche anderen Gastländer es bereits gab und wie das jeweilige Motto lautete. Und dann habe ich bei der Recherche festgestellt, dass es nicht immer ein Land als Gastland gab, sondern auch Jahre, in denen es einen Schwerpunkt gab.
Daher hier eine kleine Übersicht für alle, die das auch interessiert:
| Jahr | Gastland/Schwerpunkt | Motto |
| 1976 | Lateinamerika | |
| 1978 | Kinder- und Jugendliteratur | |
| 1980 | Subsahara-Afrika | |
| 1982 | Religion von gestern in der Welt von heute | |
| 1984 | Orwell 2000 | |
| 1986 | Indien | Wandel in Tradition |
| 1988 | Italien | |
| 1989 | Frankreich | |
| 1990 | Japan | |
| 1991 | Spanien | |
| 1992 | Mexiko | |
| 1993 | Belgien und Niederlande | |
| 1994 | Brasilien | |
| 1995 | Österreich | |
| 1996 | Irland | |
| 1997 | Portugal | |
| 1998 | Schweiz | |
| 1999 | Ungarn | Unbegrenzt |
| 2000 | Polen | @Polen |
| 2001 | Griechenland | Neue Wege nach Ithaka |
| 2002 | Litauen | Fortsetzung folgt |
| 2003 | Russland | Neue Seiten |
| 2004 | Arabische Welt | Blick in die Zukunft |
| 2005 | Korea | Enter Korea |
| 2006 | Indien | Today’s India |
| 2007 | Katalanische Kultur | Singular i Universal – Einzigartig und Universell |
| 2008 | Türkei | Faszinierend farbig |
| 2009 | China | Tradition und Innovation |
| 2010 | Argentina | cultura en movimiento – Argentinien, Kultur in Bewegung |
| 2011 | Island | Sagenhaftes Island |
| 2012 | Neuseeland | Bevor es bei euch hell wird |
| 2013 | Brasilien | Ein Land voller Stimmen |
| 2014 | Finnland | Finnland.Cool |
| 2015 | Indonesien | 17.000 Inseln der Imagination |
| 2016 | Flandern und die Niederlande | Dies ist, was wir teilen |
| 2017 | Frankreich | Francfort en français – Frankfurt auf Französisch |
| 2018 | Georgien | Georgia – Made by Characters |
| 2019 | Norwegen | Der Traum in uns |
| 2020 | Kanada | Singular Plurality |
| 2021 | Kanada | Singular Plurality (II) |
| 2022 | Spanien | Spilling Creativity – Creatividad desbordante – Sprühende Kreativität |
| 2023 | Slowenien | Waben der Worte |
| 2024 | Italien | Verwurzelt in der Zukunft |
| 2025 | Philippinen | Fantasie beseelt die Luft |
| 2026 | Tschechien | Ein Land an der Küste |
| 2027 | Chile | Through the clear skies of literature |
| 2028 | Rumänien |
Was würdest Du Dir auf der Frankfurter Buchmesse vornehmen?
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