oder: wie unsere Kinder jetzt richtig Geld farmen.
Doch genug der Jugendsprache, die nicht meine ist. Wir haben uns eine neue Methode für das Taschengeld ausgedacht. Das wieso, warum und alle Details werden hier vorgestellt.
Wieso wir Taschengeld nicht einfach so geben
Tatsächlich haben wir sehr lange einfach nur Taschengeld gegeben. Die Empfehlung war da ganz klar an das Familienportal des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend – kurz BMBFSFJ – angelehnt. Wir sind auch gut damit gefahren und haben die Entscheidung nicht aus dem Bauch und einfach mal so heraus getroffen.
Auslöser waren unsere Sommerferien und ein Gespräch, dass wir mit den Kindern hatten. Die Fragen „Wie viel Geld verdient ihr eigentlich?“ und „Wieso verdient man als Frau weniger als als Mann?“ haben uns zu denken gegeben. Das Thema Gender-Pay-Gap oder besser bekannt als Lohnlücke beziehungsweise das geschlechtsspezifische Lohngefälle sind allgegenwärtig. Vor allem auch bei uns zu Hause, da ich zwar gebloggt habe und auch Geld verdient habe, jedoch nie wieder an mein Gehalt vor der Geburt von Junior anschließen konnte.
Wieso das so ist, kann ich ein andern Mal ausführen. Heute geht es um das Taschengeld für Kinder. Wir als Paar sind der Meinung, dass es keine Relevanz hat, welches Geschlecht man hat, sondern der Wert der Arbeit zählt. Bei uns zu Hause gibt es also keine Unterschiede beim Taschengeld. Und jeder kann sogar – unabhängig vom Alter – genauso viel oder wenig verdienen, wie die Arbeit geleistet wird.
Warum bei uns für Geld gearbeitet wird
Mit den Kindern haben wir dann offen darüber gesprochen, was sie davon halten, wenn wir ein „Lohntabelle“ für bestimmte Aufgaben im Haushalt aufstellen. Es wurde sich alles angehört und dann kam von ihnen die Idee, dass sie den Wert selbst bestimmen möchten. Dazu gibt es einfach „Taler“ – oder wie wir es angelehnt an Gregs Tagebuch – nennen „Mom-Taler“. Die Scheine sind einfach die Scheine vom Monopoly Spiel und da ist eben der Buchstabe M drauf.
So gibt es für einfache Aufgaben wie Tisch abräumen oder Tisch abwischen einen Mom-Taler. Aufgaben die mehr Zeit und mehr Vorbereitung benötigen geben mehr, Beispiel: Rasen mähen.
Wichtig ist auch, dass jeder pro Woche mindestens das von seinem bisherigen Taschengeld verdienen kann.
Das Coole an der Sache: man kann quasi nach oben offen pro Woche verdienen. Also deutlich mehr als vorher pro Woche. Ein weiterer Punkt sind die Ferien und Krankheit. Hier haben wir vereinbart, dass es – ähnlich wie in jedem Angestellten Job – einen Mindestlohn gibt. Die Basis bildet immer noch die Empfehlung vom Familienportal – oder bei uns eben die bisherige Höhe des Taschengeldes.
Ach ja, eine Krankmeldung braucht man bei uns nicht vom Arzt – und auch nicht ab Tag 1 😉
Wie es bisher läuft
Das Modell haben wir direkt in der letzten Woche der Sommerferien eingeführt – als Testphase bis zum Schulstart.
Mittlerweile sind das bei uns gut sechs Wochen und alle happy. Wir haben auch eine Liste mit extra Aufgaben und es gibt Wochen, wo ein Kind alleine über €20 kommt. Wer viel arbeitet, verdient auch viel. Dann gibt es Wochen, wo einfach keine Lust da ist und man lieber chillt.
Neuerdings haben die Kinder sich auch Sparpläne aufgestellt, was sie machen möchten. Da wie zu Hause zwei Kinder haben, werden die Aufgaben auch fair geteilt. Also Tisch abräumen kann man ja beim Abendessen sieben Mal die Woche machen. Dafür kann das andere Kind dann sieben Mal den Tisch abwischen. Also nicht einer beides machen – es muss fair bleiben.
Wir finden die Motivation ist viel höher als vorher, wo es einfach Geld gab. Ich als Erwachsener bekomme ja auch nicht einfach so Geld, sondern muss etwas dafür tun.