Wie schlafen Babys und Kinder durch?

Frag mal Eltern,  wie die Kinder schlafen…vor allem, wenn es kleine Kinder sind. Ich finde, das ist genauso also wenn ich Dir sagen würde, dass Du blöd bist. Wer macht denn sowas? Keiner!

Ach nein, warte, unter Eltern macht man das ja nur. Alle fragen: Und schläft das Kind schon durch? Und wie sind die Nächte? Ja, er wacht dauernd auf? Nein, unsere Tochter schläft tiptop!

Mh, komisch, oder? Wieso fragen alle immer danach. Als ich noch keine Kinder hatte, wurde ich sehr selten gefragt, wie ich geschlafen habe. Wurde ich auch sehr selten gefragt, wie mein Freund geschlafen hat. Er ist ja auch eine andere Person, auch wenn er jetzt mein Mann ist, so ist das Thema schlafen einfach auch nur deshalb so omnipräsent, weil alle fragen.

Das ist selektive Wahrnehmung. Wenn alle Dich fragen wie es Deinem kleinen Zeh geht – und Du bisher nie im Leben über Deinen kleine Zeh nachgedacht hast – wirst Du anfangen darüber nachzudenken. Nur noch daran zu denken. Die ganze Zeit. Unaufhörlich. Alles dreht sich auf einmal um den kleinen Zeh. Andere haben kleine Zehen, die nicht abstehen. Andere können den Zehennagel vom kleinen Zeh lackieren. Einige haben sogar Haare auf dem kleinen Zeh. Und sogar Hunde haben kleine Zehen. Dieser kleine Zeh macht mich echt fertig, vor allem weil alle immer danach fragen. Denn dann muss es doch was auf sich haben, oder?

 

Wenn keiner mehr fragt und Du stumm wirst

Ich glaube, wenn mich mal wieder jemand fragt, wie die Kinder schlafen, werde ich sagen: keine Ahnung, ich war zugedröhnt. Der Schnaps war alt und dann habe ich mir von den Nachbarn einen Joint abgeholt, aber der war auch öde, daraufhin bin ich dann einfach die ganze Nacht auf einem Horrofilmsender hängengeblieben. Was? Kinder? Ach herrje, die habe ich ganz vergessen.

Jetzt ehrlich mal. Bitte erst nachdenken.

Oft ist das Thema Schlafen bei Eltern auch einfach viel zu schwierig, denn es ist ein heikles und man fragt ja auch kein Brandopfer nach seinen Narben außer man kennt die Person persönlich.

 

Oft liest man auch – hört man auch – dass es ein anstrengendes Leben mit den Kindern ist und daher sollte man sich vorher schon vorbereiten: schon vorsorglich das Leben genießen, denn später kommt man nicht dazu. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie mir immer alle rieten, dass ich doch schon vorher noch mal ins Kino mit meinem Mann gehen sollte um die Zeit zu zweit zu genießen, denn wenn das Kind erstmal da ist, hat man dafür keine Zeit mehr.

Schlafen, ja schlafen sollte ich mir am besten abschminken, denn ich hatte ja sowieso keine andere Wahl außer viel wach sein. Ja, bei Junior mag das vielleicht auch gestimmt haben, dennoch empfand ich es immer als angenehm, dass ich mit meinen Freundinnen nicht so viel darüber reden zu müssen. In der Schweiz war es dann auch so, dass man nicht wirklich oft von Fremden und Passanten zu diesem Thema angesprochen wurde. Und das empfand ich persönlich als sehr gut.

 

Schlaf hat nichts mit Erziehung zu tun

Oft habe ich schon mit meinen Eltern gesprochen und das Thema Schlaf stand dabei stark im Vordergrund. Ja, wir haben unseren Kindern sicherlich bestimmte Dinge angewöhnt, die wir jedoch auch gut für uns als Familie empfinden. Dennoch hat Schlaf meiner Meinung nach nichts mit Erziehung zu tun.

Oder, um es in den Worten meiner Mama zu sagen: als Erwachsener wacht man auch mehrmals in der Nacht auf ohne, dass sofort jemand zu einem kommt.

Ja, das stimmt. Ich war am Anfang bei Junior wirklich sehr übervorsichtig – schliesslich ist und bleibt er mein erstes Kind. Da macht man sicher Fehler, die man beim zweiten Kind schon gar nicht mehr machen würde. Und dennoch sind beide Kinder so unterschiedlich. Und das auch beim Thema Schlaf.

Schon einmal hatte ich hier auch auf dem Blog über das Thema Schlafen und Durchschlafen – aber in Bezug auf Stillen – geschrieben. Das hat für mich auch sehr gut gezeigt, dass Schlafen auch Gewohnheit ist. Sicherheit und Geborgenheit sind die Schlüsselelemente, wenn es um das Thema Schlafen bei Kindern geht. Kinder brauchen das, um sich sicher zu fühlen. Kinder brauchen jedoch auch weit mehr: sie brauchen alle eine andere Art und Form. Jeder Mensch ist anders. So bin ich ein Langschläfer und Junior sicher auch. Die kleine Kaiserin und mein Mann sind eher Frühaufsteher. Jeder ist anders und das ist doch was Gutes, oder?

 

Alleine Einschlafen

Ja, was haben wir den Tag gefeiert als Junior endlich alleine einschlief, ohne viel  Zutun unsererseits. Und doch sehe ich bei der kleinen Kaiserin auch schon einige Dinge, die so anders und doch so gleich sind. Klar, es gibt dieses unsichtbare Gummiband, das alle Kinder automatisch an ihre Eltern bindet, sobald sie müde werden. Und dieses vertraute Gefühl der Nähe ist bei einem mehr ausgeprägt als bei dem anderen.

Wie sehr ich diese Tipps und Tricks verachte, die einem raten, das man das Kind doch nach Punkt eins und zwei so oder so schnell zum Schlafen bringt. Etliche Blogs sind voll davon: wie bringt man das Kind schnell zum Einschlafen und wie kann es Durchschlafen. Ich persönlich glaube, dass es ein persönlicher Meilenstein des Kindes ist. Und dieser ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Einige Kinder können früher durchschlafen und brauchen die Eltern nicht mehr so sehr in der Nacht – andere brauchen länger. Und da wären wir auch schon wieder beim Thema Vergleichen: hört auf euch alle zu vergleichen. Ja, ich schaue auch gerne nach links und rechts und möchte wissen, wie es andere machen. Einfach deshalb, weil ich ein neugieriger Mensch bin.

 

Muss man sich dem Baby und Kleinkind fügen?

Das kommt sicher ganz darauf an, was für einen selbst passt. Meiner Meinung nach sollte jede Familie ihren eigenen Weg finden und sich nicht davon beirren lassen, wie andere es machen. Und vor allem nicht dauernd reinreden lassen.

Reinreden an sich ist kein Problem, aber dieses drauf pochen – das bringt null Punkte. Manche Freunde meinen es nur gut und glauben, dass sie mit ihren Tipps weiterhelfen. Andere wissen es einfach nicht besser und sagen einfach wie es bei ihnen zu Hause ist – das setzt andere jedoch wieder unter Druck.

Genau wie beim Thema Laufen, Sprechen und allem was noch kommt: ich weiß, dass meine Kinder ihren Weg machen werden.

Und nochmal muss ich meine Mama zitieren: spätestens mit 18 Jahren können sie es

 

Gute Nacht – und wer liest heute die Einschlafgeschichte?

#FamilyFriday

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.