Sind Jungs wirklich so anders?

Manche Jungs sind nicht die typischen Jungs. Typisch soll dann sein: wild, laut, rennend, schreiend, aktiv und eher unruhig.

Manche Jungs sind so nicht. Und doch sind Jungs anders.

Anders als Mädchen – anders für die Erziehenden, also Eltern und Erzieher. Schon wenn ich in meinem Bekanntenkreis erzähle, wie unterschiedlich die beiden Kinder sind: nun gut es ist auch ein Junge und ein Mädchen. Kommt selten der Spruch – oder eher nur irgendwann am Ende – es sind ja auch zwei unterschiedliche Menschen. Viel häufiger höre ich zuerst und fast immer recht intuitiv geantwortet:

So sind Jungs nun mal: anders

 

Erziehung von Jungs – wirklich so anders?

Eine Freundin von mir ist beruflich oft mit dem Thema Erziehung kleinster Kinder beschäftigt. Sie ist keine Erzieherin, sondern arbeitet einfach und diesem früh-pädagogischen Feld. Auch mit ihr habe ich schon sehr oft über die Unterschiede unserer beiden Jungs gesprochen. Sie sind wirklich sehr unterschiedlich und doch sehr gleich: sie verstehen sich ohne Wort und sind gerne zusammen.

Von ihr habe ich auch erfahren, dass das Thema „Jungs erziehen“ ein sehr spannendes und immer wieder eingefordertes Thema bei Pädagogen ist.

Aber was macht Jungs so anders und wieso ist es oft schwer für Mütter, Väter und auch Erzieher Jungs zu verstehen? Nun ist es ja auch so, dass Jungs – genau wie Mädchen – nicht gleich Männer sind. So sind Mädchen nämlich auch nicht Frauen nur in klein, sondern einfach Mädchen.

Die Geschlechtsreife hat damit also nichts zu tun, die Entwicklung zeigt jedoch oft, dass Jungs sich anders entwickeln. Oder es zumindest sollen. Schon ab der Geburt gibt es laut der WHO (World Health Organisation: Weltgesundheitsorganisation) eine andere Liste von Entwicklunsgkurven als für Mädchen. Bei Junior habe ich – wie das wahrscheinlich beim ersten Kind normal ist – sehr viel über diesen Listen studiert. Wieso sind die Wert so anders als bei Mädchen und wieso müssen Jungs größer und schwerer sein als Mädchen. All das ging mir durch den Kopf und ich verstehe bis heute nicht wieso es diese Unterschiede gibt. Vor allem da wir nun auch eine Tochter haben. Die kleine Kaiserin entwickelt sich natürlich völlig anders als Junior. Aber nicht weil sie ein Mädchen ist, sondern weil sie ein völlig anderer Mensch ist.

Dennoch sind ihre Messwerte (Körpergröße, Körpergewicht, Kopfumfang) von Geburt an anders bewertet worden: nämlich auf der Mädchentabelle. Das fand ich irgendwie komisch. Denn sie doch auch das Kind von mir und meinem Mann. Und mal ganz ehrlich: genau wie bei dem Thema Kinderkleidung oder besser Babybekleidung verstehe ich nicht, wieso man in den ersten sechs Monaten – meiner Meinung nach ja sogar bis zu einem Jahr – einen Unterschied macht. Die sehen doch alle gleich aus.

Da sehe ich selbst immer, wenn wir auf dem Spielplatz oder im Kinderturnen sind: kaum zieht mal jemand seinem Kleinkind bis zwei Jahre keine geschlechterspezifische Kleidung an, kann man das Kind nicht wirklich als Junge oder Mädchen identifizieren. Zumindest die wenigstens. Es gibt diese Kinder, die sehen – egal, was sie anhaben – aus wie ein Junge oder Mädchen. Aber die meisten Kinder – und so ist es bei unseren auch, können sich durch die Kleidung vom anderen Geschlecht einfach „verkleiden“ und keiner merkt was.

 

 

Brauchen Mädchen eine andere Erziehung als Jungen?

Wie so oft gibt es ja keine Qualitätsprüfung zum Thema: Erziehungsratgeber. Ich verstehe meine Blog auch auf keinen Fall so und möchte auch mit diesem Artikel nicht belehren, sondern eher zum Nachdenken anregen.

Es gibt sie aber wie Sand am Meer oder windeltragende Kinder: Erziehungsratgeber. Digital, analog und kostenfrei sogar auf der Straße von gutmeinenden Mitbürgern. Sogar meine Eltern machen sich – zu recht – immer wieder darüber lustig, wie viel Information unserer heutigen Gesellschaft und vor allem uns heutigen Eltern zur Verfügung steht. Wahrlich geflutet werden wir davon, denn dank dem Internet kann man sich tief hineingraben in seine Befürchtungen, Verunsicherungen und generell seine Ratlosigkeit. Oder auch ihre. Das hat nichts mit Mann oder Frau zu tun.

Und wieso ist das so? Ist das so, weil Jungs wirklich so anders sind oder weil wir sie anders sehen wollen?

Schon im Bauch der Mutter ist es ja so, dass das Hormon Testosteron dafür sorgt, dass sich aus dem ungeborenen Kind ein Junge entwickelt. Also sind es wie immer – die Hormone. Und dann sag mal jemand, dass wir Frauen diejenigen sind, die „ihre Hormone nicht im Griff haben“. Aber zurück zum Thema: so entwickelt sich also der Junge. Und die Listen der WHO zeigen ja auch nur die Statistiken der letzten Jahre und Jahrzehnte und generell sind Jungs größer und schwerer als Mädchen.

Generell sind Jungs auch eher an Autos interessiert und aktiv sein, als an still sitzen und Bügelperlen legen. Generell. Das heißt jedoch nicht, dass es immer so ist. Die Anfangsfrage lautete ja: ob Jungs wirklich anders erzogen werden müssen.

Ich persönlich glaube nein und ich persönlich glaube auch, dass sich Jungs einfach eher mal anders entwickeln als Mädchen. Vielleicht sind Mädchen eher konform mit allem und passen mehr ins Raster als Jungs. Zumindest in unserer Gesellschaft. Denn wenn ich Dram denke wie es in den Wochen und Monaten nach der Geburt der kleinen Kaiserin war: war ich oft einfach nur sprachlos. Fast alle, die uns zur Geburt gratulierten, sagten nur „ach Mädchen sind so viel einfacher“. Krass. Ich finde das immer noch krass.

Aber so ist es. Anscheinend zumindest.

 

Wie ist das bei Dir?

 

 

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