Can you feel the love?

Trauer oder Wut

Wieso ich manchmal wütend bin? Wegen kleinen Dingen? Ja, weil es einfach nicht so läuft, wie ich es mir vorgestellt habe.

Wieso ich manchmal traurig bin? Mh, eher selten, denn ich bin doch mehr happy – manchmal auch wegen Nichtigkeiten. Der Bagger fährt wieder los und mein Sohn jauchzt.

Gefühle sind in jeder Situation vorhanden. Langeweile haben Gefühle nicht. Denn auch wenn man sich gut fühlt, fühlt man ja etwas und hat somit ein Gefühl.

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Vorbild für Kinder

Nicht jeder Tag ist Sonnenschein, nicht jede Sekunde ein schöner Moment. Aber ist das immer wichtig? Muss Mama immer lieb und freundlich sein? Muss Papa immer Zeit haben und jede Sache im Leben so nehmen wie sie kommt?

Ich sage ganz klar: Nein! Denn das wäre für mich fast schon gefühlslos.

Heute Morgen haben wir verschlafen und mussten uns wirklich beeilen. Als dann das Fahrrad umgekippt ist und mein Sohn und ich daneben standen, habe ich mich geärgert: och, Du Fahrrad – wieso kippst Du denn um? Das ärgert mich jetzt, habe ich gesagt.

Als dann der Spatz ein paar Straßen weiter versucht hat eine Mülltüte hinter sich herzuziehen, haben wir beide gelacht. So eine große Tüte für so einen kleinen Spatz! Das war witzig.

Seit dem ich mit Kind bin, lebe ich wieder viel ehrlicher. Ja, so kommt es mir tatsächlich vor. Ich lebe irgendwie auch viel emotionaler. In jeder Hinsicht: ich bin viel fröhlicher und auch oft mal wütend. Aber in jedem Fall bin ich viel näher an meinen Gefühlen dran und denke darüber nach, wie ich mich grad fühle und wie ich mich in diesem Moment verhalte.

Vielleicht weil ich bemerke, dass ich beobachtet werde. Mein Sohn ist immer dabei und sieht auch, wie ich eine Situation annehme und mit ihr umgehe. Ich glaube, dass ließ mich anfänglich auch wachsamer werden. Jetzt ist er zwei Jahre alt und kämpft viel mit seinen Gefühlen. Nein, kämpfen ist das falsche Wort. Er kämpft nicht mit den Gefühlen er kämpft oft mit der Übermannung und versucht damit klarzukommen, wie die Gefühle über ihn hereinbrechen.

Das ist mir irgendwie noch nie aufgefallen, denn ich werde auch oft von meinen Gefühlen übermannt, wenn mich etwas ärgert, dann ärgere ich mich richtig. Manchmal auch länger als vielleicht jemand anders – wieso ist das so?

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Gefühle akzeptieren und auch zeigen

Neulich habe ich folgende Info gelesen, die meiner Meinung nach grad gut passt:

Trauer oder Wut sind auch weniger belastend, wenn man ihnen Wert beimisst.

Also einfach auch offen sein und auch sich hören. Wieso habe ich jetzt Angst in dieser Situation? Wahrscheinlich, weil es mich vor etwas Bösem bewahren soll und so mein eigener Schutzmechanismus greift. Wer seine Gefühle akzeptiert, wird auch noch nicht so stark von ihnen übermannt. Heißt also für mich: auch mal mehr akzeptieren, dass ich wütend bin – und zwar, weil es nicht so geklappt hat wie ich wollte. Die Tür ist einfach nicht zugegangen, obwohl ich sie angestoßen habe. Der Kaffee ist einfach mal leer und ich muss wirklich nochmal beim Regen raus und neuen kaufen. Wieso macht mich das wütend? Ja, weil ich beim Regen die Regenklamotten anziehen muss und dann noch meinen Sohn packen muss und dann gehen wir bei dem „Rotzi-Wetter“ raus. Wenn ich das dann so für mich plausiblere, dann muss ich sogar schmunzeln, ja fast schon lachen. Echt jetzt? Ist doch cool beim Regen rauszugehen – vor allem für Kinder, denn die können planschen und alles macht schön nass und spritzt.

Also werde ich der Übermannung jetzt keinen Raum mehr einräumen, sondern sie direkt verbalisieren – für mich verständlich machen.

Bei kleinen Kindern und vor allem Babies sieht man das besonders. Sie verstehen ihre Gefühle noch nicht und werden wirklich von ihnen übermannt. Dann kommt die Wut, dass ein bestimmtes Spielzeug nicht ihr eigenes ist oder sie den Lolli an der Kasse nicht mitnehmen können deutlich raus: sie weinen und schreien.

Can-you-feel-the-love-BineLovesLife Gefühle verstehen

Gefühle verstehen

Das ist nicht schlimm (dass Kinder oder Babies weinen). Das hat nichts mit Trotzen zu tun. Das hat etwas mit der Übermannung der Gefühle zu tun. Daher helfe ich meinem Kind in dem ich die Gefühle verbalisiere: Du bist jetzt wütend, da Du das Spielzeug nicht haben kannst oder wir den Lolli nicht kaufen. Auch mal wütend sein ist etwas wichtiges, denn es zeigt Dir, dass Du etwas nicht in Ordnung findest. Und dann stampfen wir manchmal mit den Füssen auf den Boden: wenn Du wütend bist, dann stampfe mit dem Fuß. Und das klappt natürlich hervorragend. Meist versuche ich meinen Sohn auch gleich in die Arme zu nehmen und ihm Körpernähe zu geben. Na klar, das geht nicht immer, denn grade wenn er besonders wütend ist, dann will er auch nicht von Mama angefasst werden. „Mama weg!“ heißt es dann nur. Aber ich bleibe nah dran. Ich respektiere, dass er nicht angefasst werden will, gebe ihm aber durch meine Körpersprache zu verstehen, dass kuscheln jetzt besonders gut wäre. Meist will er dann auch angekuschelt werden und fühlt sich gleich viel besser.

Generell versuche ich jedes Gefühl ernst zu nehmen. Nicht nur bei mir, sondern auch bei meinem Partner und auch bei meinem Kind. Ich finde, so lebt es sich echter und wirklich näher.

Hast Du auch schon große Gefühlsausbrüche von Deinem Kind aushalten müssen? Und wie bist Du damit umgegangen – wie hast Du Dich dabei gefühlt?

 

#MommyMonday

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