Rabenmutter, ich habe eine Frage an Dich

Wann ist man eine Rabenmutter? Und wer darf darüber entscheiden, ob es überhaupt so ist?

 

 

Ich!

Ich darf das!

Es herrscht doch Meinungsfreiheit, oder?

 

Bloß weg mit dem Kind

Keine Ahnung wieso, aber neuerdings ärgern mich andere Einstellungen von anderen Müttern. Nicht, dass ich nicht genug eigene Probleme hätte, dennoch will ich hier mal meine Meinung teilen.

Ein Beispiel: Wenn man Vollzeit arbeitet und sein Kind sowieso nur aus der Kita abholt und dann noch abends nach dem Essen gleich ins Bett schickt, und dann noch am Wochenende einen halben Tag im Fitnessstudio verbringt. Ist man dann eine Rabenmutter?

Meiner Meinung nach schon! Vielleicht keine Rabenmutter, aber mir stellt sich die Frage: wieso hast Du überhaupt ein Kind? Wenn Du Dein Kind schon die ganze Woche nicht bei Dir hast, weil Du so viel arbeiten musst. Wenn Du abends oft Überstunden machen musst, weiß ich, dass es nicht einfach ist. Aber sein Kind nur morgens irgendwo abzugeben, dann aus der Kita abholen und abends schön früh ins Bett zu bringen, damit Du abends noch was von „Deinem“ Abend hast. Da bin ich sprachlos. Ich bin altmodisch. Das weiß ich auch.

Ich bin altmodisch und war lange mit meinem Kind zu Hause. Nicht zu Hause wie eine Glucke, denn wir sind immer rausgegangen, auf Spielplätze und haben etliche andere Kinder getroffen. Wir waren viel zusammen und gestillt habe ich auch lange. Ich bewerte nicht mein Lebensmodell und vergleiche es mit Deinem. Nein, das nicht. Aber ich frage ganz ehrlich: warum hast Du ein Kind?

Am Wochenende brauche ich auch mal „Me-Zeit“. Ach, echt? Und Dein Kind? Wann hat Dein Kind „Mami-Zeit“? Mit zwei Jahren braucht es das doch? Oder nicht. Das geht schon eine ganze Weile so. Ich frage mich, wieso diese Frauen dann Kinder haben.

War es ein Unfall? War es ein ungewolltes und ungeplantes Kind. Jaja, wir müssen jetzt nicht ausholen und über Kinderplanung reden. Auch ich weiß, dass man ein Kind eigentlich nicht planen kann. Dennoch möchte ich verstehen, wie es so weit kommen kann.

 

Blicke zurück und stelle Dir eine Frage

Grad letzte Woche habe ich mal wieder darüber nachgedacht, wie es wohl wäre, wenn mich bald das Zeitliche segnen würde. Nicht, dass ich schon sterben will oder glaube, dass es bald passiert. Aber manchmal denke ich dann über mein Leben und den Sinn darin nach – rückblickend.

Wenn ich also nun im Sterbebett liegen würde, dann würde ich alles recht gut finden. Ich würde mich freuen, dass ich sehr lange bei meinem Kind sein konnte. Dass ich ihm anfangs auch viel geben konnte und nun noch von zu Hause arbeite, damit auch im Krankheitsfall die Mama da ist. Ich glaube, meine lange Pause von der Arbeitswelt ist vielleicht nicht perfekt, aber wer weiß, ob ich jemals wieder arbeiten würde. Darüber würde ich jedoch nicht grübeln.

Ich würde mich auch fragen, was passiert wäre, wenn ich doch noch Medizin oder Philosophie studiert hätte.

Und Du?

Jeder Mensch denkt am Ende über sein Leben nach. Die meisten Menschen sterben ja auch und wissen es: nun ist es also so weit. Ich werde sterben. Da kommt einem doch unweigerlich kurz ein Gedanke an das eigene Leben. Die Einen denken sicher mehr und Andere eher weniger darüber nach. Aber ich bin mir sicher, dass jeder Mensch über sein Leben nachdenkt und was so alles passiert ist. Unweigerlich wird auch alles ein wenig gewertet. War man zufrieden, was hätte man vielleicht doch anders machen sollen. Irgendwie kommen bestimmt auch die Fragen nach dem Danach. Wie werden meine Kinder, Freunde und auch andere Menschen weiterleben. Vielleicht denkt man aber nicht ganz so weit. Das kann ich nun wirklich nicht beurteilen, denn bei mir ist es (*knockonwood*) hoffentlich noch lange nicht so weit.

 

Aber Du?

Du wirst Dich sicher fragen, ob es richtig war Dein Kind so lange nicht gesehen zu haben. Die ersten Jahre hast Du quasi nicht mitbekommen. Die ersten Jahre waren auch bei Deiner Karriere wichtig. Und Geld kommt auch nicht aus der Steckdose. Ja, klar, wir leben auch nicht im Reichtum. Dennoch ist es dumm. Ich finde es dumm. Es ist ein Investment. Ein Kind ist immer ein Investment. Ich finde, dass es wichtig ist, dass man sich dessen bewusst wird. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr so „arm“ seid, dass ihr beide wirklich Vollzeit arbeiten gehen müsst.

Sowas gibt es nicht. Wir leben in Deutschland. Deutschland ist ein Sozialstaat und er fördert, dass Frauen bis zu drei Jahre nach der Geburt zu Hause bleiben können. Zu Hause mit dem Kind oder um es nachmittags aus der Kita abzuholen und gemeinsam etwas zu unternehmen.

War es richtig so viel arbeiten zu gehen? Es ist doch nur Geld! Geld regiert die Welt, aber nicht überall kommt es hin. Und in Deutschland muss keiner, der in einer Partnerschaft oder Ehe lebt am Hungertuch nagen. Klar, geht es allen Familien leichter, wenn beide arbeiten. Aber dann steckt man halt mal zurück.

Das Modell in Deutschland ist zwar offiziell darauf ausgelegt, dass ein Elternteil eine Weile zu Hause bleiben kann. Die Realität ist jedoch bei Familien, dass sie damit nicht genügend Geld haben.

Es ist doch aber nur Geld! Ich frage auch nicht alle Familien, ich frage Dich: Warum hast Du Dich so entschieden? Warum brauchst Du am Wochenende noch das Fitnessstudio und kannst nicht gemeinsam mit Deinem Partner und Deinem Kind Familienzeit verbringen?

Wozu habt ihr dieses Kind überhaupt?

 

#MommyMonday

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