Kinderfotos im Netz

Ein ganz aktuelles Thema…heute sollte eigentlich ein völlig anderer Artikel hier erscheinen, aber ich möchte es doch anders.

Grad erst gestern Abend bin ich auf die Blogparade von Schau Hin aufmerksam geworden. Es geht darum, dass man doch mal öffentlich darüber diskutieren sollte, wieso, weshalb und sicherlich auch warum wir Kinder mit den #medienmomenten des Lebens vertraut machen. Vor allem in unser immer digitaler werdenden Welt – und auch für mich und meinen Blog – es absolut omnipräsent.

#MedienMomente

Der Titel verrät sicher schon einiges und ich wurde auch schon etliche Male darauf angesprochen, wieso ich meine Kinder im Internet nicht zeige – zumindest nicht erkenntlich zeige. Ich zeige bisher nur Bilder von ihnen, die sie nur von hinten, von oben oder gar angeschnitten erkennen lassen.

Wieso ich das so mache? Mh, da muss ich etwas mehr ausholen.

Bereits nach einem halben Jahr mit Junior habe ich gemerkt, dass ich die Zeit mit ihm festhalten möchte. Ja, ich hatte bereits ein Tagebuch geschrieben. Ein Tagebuch, das all die Erinnerungen seines ersten Lebensjahres sammelt. Neben einer Kiste mit den schönsten Dingen, die immer noch gefüllt wird, war mir das Tagebuch aber auch nicht genug. Ich schreibe schon seit dem ich 10 Jahre alt bin, mal mehr und mal weniger. Mal Gedichte und Poesie und mal Geschichten.

Da meine Arbeit – ich hatte in der Wirtschaftsprüfung gearbeitet – erstmal pausiert war, suchte ich nach einer neuen Möglichkeit. Meine Mama schreibt schon lange ihre eigene Webseite – es ist meiner Meinung nach kein klassischer Blog, denn es ist eine Seite voll mit Informationen. Wer also mal nach hervorragenden Reiseberichten und Inspiration zu wunderschönen Reisezielen sucht, dem empfehle ich gerne Born4Travel.

Sie hatte mir zur Geburt von Junior auch angeboten, dass sie ihm eine Webseite erstellen könne – so könnte ich anstelle des Tagebuches eine digitale Sammelbox für ihn haben. Meine Mama schreibt die Webseiten selbst und hätte da sicher etwas Wunderbares auf die Beine gestellt. Dennoch wollte ich das nicht, denn ich liebe auch Bücher – echte Bücher zum Anfassen kaufe ich immer noch und habe bisher noch nie ein Kindle oder ähnliches digitales Buch angefasst oder gelesen. Das widerspricht mir einfach – und dann schreibe ich also einen Blog – auch komisch, oder? Aber so bin ich eben.

Der Blog war anfangs nur eine Möglichkeit für mich Gedanken festzuhalten und ich habe auch ein halbes Jahr niemanden etwas gesagt: nicht mal meinen Eltern, mit denen ich sonst fast alles teile. Die ersten Blogeinträge sind auch immer noch da und zeigen deutlich, was der Blog anfangs für mich war.

Eltern als Vorbild in der digitalen Welt

Instagram besitze ich ja auch schon seit 2011 und nutzte es damals noch weniger. Mit dem Blog ist es wieder aufgewacht und anfangs zeigte ich auch Bilder von Junior. Klar, ich liebe meine Kinder und finde – wie wahrscheinlich jede Mama – dass sie die schönsten Kinder der Welt sind.

Irgendwann gewann alles an Geschwindigkeit und als mich nach ein paar Monaten fremde Leute auf der Straße in Bern ansprachen, dass sie meinen Blog kennen und lesen, musste ich nachdenken. Sie kennen dann ja nicht nur mich, sondern auch meinen Sohn. Schon seit Anfang an heisst er Junior und die kleine Kaiserin hat auch ihre Geschichte.

Ich wusste jedoch, dass es so nicht weitergehen kann und hatte vor allem Angst – ja, ich glaube Angst ist wirklich das richtige Wort – vor Junior’s Urteil oder Kommentar zu seinen Bildern, wenn er ein Teenager ist.

Der Blog ist mein Baby – mein drittes Baby quasi. Aber er war und bleibt meine Idee. Ich schreibe gerne und immer auch aus meiner Sicht. Mein Mann wird oft erwähnt und die Kinder genauso. Sie gehören zu meinem Leben dazu. Mit meinem Mann habe ich schon etliche Male gesprochen, ob er zu sehen sein will oder nicht – und er entscheidet es spontan. Bei den Kindern jedoch weiß ich, dass sie kein aussagekräftiges Urteil abgeben können, ob Bilder von ihnen im Internet recht für sie sind.

Kann man Familien-, Mama- oder Papablogs ohne Kinderbilder führen?

Meiner Meinung nach auf jeden Fall! Nicht jeder muss seine Kinder zeigen. Ja, ich schaue auch bei anderen, die ihre Kinder zeigen und finde die Bilder schön, aber für mich passt es nicht. Für uns passt es nicht. Denn mein Mann hat Mitsprache – ganz klar – denn es sind unsere Kinder. Ich weiß nicht, wie Junior reagieren wird, wenn er Jugendlich ist. Vielleicht wird er es sowieso doof finden, denn ich habe ihn erwähnt. Vielleicht ist es auch zu viel, dass ich oft darüber schreibe, wie es ihm oder seiner Schwester erging.

Vielleicht ist es aber auch ganz normal digital zu sein. Und vielleicht wird er später in der Schule auch ausgelacht, weil seine Mama keine Bilder von ihm gezeigt hat. So nach dem Motto „ist es Deiner Mama peinlich, dass sie Dich nicht gezeigt hat“. Das weiß ich nicht, aber ich will es nicht vorwegnehmen. Wenn er später das Gefühl hat, dass er ein Profil auf irgendeinem Social Media Kanal braucht, werden wir anfangs sicher dabei sein. Vielleicht auch nicht, denn ich bin auch bei Facebook online gegangen ohne, dass ich es mit meinen Eltern besprochen habe. Ich glaube, dass wird sich zeigen. Aber jetzt ist er erstmal vier Jahre alt geworden und das ist noch kein Alter für digitale Medien.

Meiner Meinung nach – unserer Meinung nach.

Kinderfotos im Netz: richtig oder falsch?

Ich kann das nicht richtig beantworten. Es gibt ja das Recht am eigenen Bild. Das haben Kinder auch und ich glaube viel zu vielen Eltern ist das gar nicht klar. Alles kann gefunden werden und auch wenn ich jetzt die Bilder von Junior lösche, dann sind sie sowieso schon seit knapp vier Jahren online. Dennoch sind keine neuen hinzugekommen.

Es gibt da auch dieses Argument, dass Kinderfotos in falsche Hände geraten. Davor hätte ich keine Angst, wenn ich Fotos zeigen würde. Ich glaube auch, dass wenn jemand kriminelle Energie genug besitzt eigentlich immer einen Weg finden wird. Nur ich werde diesen Weg nicht erleichtern.

Ich möchte einfach nicht in Junior’s Augen schauen müssen und ihm mit 16 beantworten müssen, wieso er den gelben Pulli anziehen musste und dazu noch halb Facebook darüber entscheiden konnte, ob er süß ist.

Klar, rückwirkend wird er es nun auch sehen, was ich ihm angezogen habe. Er wird denken was er will, aber ich hoffe, dass es für ihn eine richtige Entscheidung war, dass ich ihn nicht gezeigt habe.

Mit dem Beginn von Junior im Kindergarten hatte ich eine sehr interessante Unterhaltung mit einem seiner Erzieher und muss das hier sicherlich auch preisgeben: dieser Erzieher hatte (ja, er ist nicht mehr im Kindergarten, daher schreibe ich in der Vergangenheitsform) die Einstellung alle Kinder immer so zu behandeln, als wären sie bereits Erwachsene. Aber nicht in der Hinsicht von Erwartungen, sondern von Höflichkeit. Er hat Kinder behandelt und auch sie respektiert, wie man es mit einem Erwachsenen machen würde. Ich finde das sehr schön, denn wenn ich mir vorstelle, wie Junior als junger Mann sein wird, dann ist er doch die gleiche Person wie jetzt. Er bleibt immer er. Und das ist etwas schönes, denn es bedeutet ja auch, dass man alles, was man seinem Kind jetzt mitgibt auch schon diesem Erwachsenen schenkt. Denn es bleibt in Erinnerung und wird verinnerlicht.

P.S.: Auch bei Facebook, WhatsApp und sonstwo sieht man keine Bilder mehr von meinen Kindern. Mein Profilbild bin immer nur ich.

Wie machst Du das? Zeigst Du Deine Kinder im Netz?

 

Mach doch auch mit liebe Patricia von Mom’s Blog – auf Facebook, Instagram oder Twitter

Weitere spannende Themen rund um das Thema Mama, gibt es immer montags am:

#MOMMYMONDAY

8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Lo sagt:

    Kinder haben keine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren, dass Fotos von ihnen veröffentlicht werden. Kinderfotos gehören für mich grundsätzlich nicht ins Netz.

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  2. Sabine sagt:

    Keine Kinderbilder auf Facebook und Co. Whatsapp zur Zeit noch ja, aber die Bilder sehen nur meine Kontakte und das ist eine sehr überschaubare Anzahl Leute. Schöne Grüsse aus der Schweiz

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    1. Ja bei WhatsApp habe ich es irgendwann geändert, weil ich aufgrund der Bloggerarbeit auch Agenturen meine Visitenkarte gegeben habe und irgendwie war mir das dann zu „öffentlich“

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  3. Ich sehe das so wie Du und stelle mich die Frage auch manchmal wenn ich andere Blogs mit Kinderfotos anschaue. Mein Blog verwandelt sich seit Anfang des Jahres auch immer mehr in einen Mama-Blog. Es ist eben das Thema, das mich am meisten beschäftigt :-D. Trotzdem möchte ich nach wie vor dort nur Fotos zeigen, bei denen man meinen Kleinen nicht erkennen kann.

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    1. Liebe Sandra, ich hätte am liebsten auch mal gewusst, wie diejenigen es sehen, die tatsächlich die Kinder ersichtlich zeigen. Mich interessiert es einfach – gar nicht mal böswillig, sondern einfach neugierig.
      Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar, Bine

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  4. Da haben wir ja die gleiche Meinung zu dem Thema, 😘

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