Urteilen und Teilen

Teilen…das möchte ich hier auch auf dem Blog. Teilen und sicher urteile ich auch. Wo ist der Unterschied und was macht die Aussage zu einer?

 

Eltern, die Kinder bei 25 Grad im Schatten mit langem Body und langer Hose, Strümpfen und Schuhen auf den Spielplatz schicken…sind das die gleichen Eltern, die auch ein Schafpelz im Sommer auf dem Kinderwagen haben?

 

Kürzlich gab es in der Social Media Welt den Hashtag

#coolmomsdontjudge

Worum es da geht? Das ist ganz einfach erklärt. Man soll sich am besten gar nicht erlauben andere zu beurteilen. Mit „andere“ sind vorwiegend Mütter – sicherlich aber auch Väter – gemeint.

Jedes Kind ist anders – das können viele Eltern schon eher akzeptieren. Dass jedoch auch Mamas und Papas anders sein können, scheint noch in weiter Ferne. Jeder erzieht auch anders und daher kommt es zu Verwirrung.

Tim kann mit zwei Jahren schon seinen Namen schreiben und dennoch wird er wie ein Baby angezogen. Die Mutter gibt ihm nichts allein zu essen, denn sie füttert ihn noch – wie kann sie nur!

Beispiele wie diese und Ähnliche kennen sicher alle Eltern. Mamas, Papas, ja auch die Großeltern. Da wird hausieren gegangen mit den eigenen Enkeln. Meine Eltern berichten mir immer wieder davon wie andere Großeltern vor Stolz fast platzen, weil das Enkelchen doch so besonders ist. Ich finde das lustig, das steht denen doch zu. Genauso, wie ich die Meinung vertrete, dass man bei Omi und Opi mehr darf, was zu Hause nicht erlaubt ist. Auch wenn diese Erkenntnis bei mir lange wachsen musste – meine Eltern sind toll! Danke euch an dieser Stelle nochmal, dass ihr so großartig für unsere Kinder seid.

Nun aber zum eigentlichen Thema: wieso vergleichen sich andauernd die Menschen miteinander – vor allem jedoch, sobald ein Kind da ist? Wieso mischt sich jeder ein und glaubt es besser zu wissen?

Das Thema einmischen und Meinungen abgeben habe ich bereits vor einer Weile auf dem Blog niedergeschrieben – es ist einfach ein immer wiederkehrendes. Und doch finde ich auch die Aktion von #coolmomsdontjudge doof. Denn wenn ich nun urteile, bin ich nicht cool oder wie? Will ich überhaupt cool sein? Muss ich jetzt cool sein?

Das steckt einen doch ein in eine Schublade und ich glaube, dass sich im inneren auch keiner jemals einer davon frei machen wird, was er wirklich über den anderen Erziehungsstil der Nachbarin oder anderen Mama denken wird. Das ist einfach so. Das ist völlig menschlich und auch nicht verwerflich.

Initiative für mehr Toleranz & Unterstützung unter Eltern

Mehr dazu kann man auch direkt beim Babybreihersteller Löwenzahn Organics nachlesen.

Die Zitate habe ich mir von der Webseite kopiert:

77% – also mehr als drei von vier – der befragten Mütter geben an, dass sie schon einmal für den Umgang mit ihrem Kind kritisiert wurden.

Ich glaube, dass das Thema Kritik in der Öffentlichkeit wirklich hoch ist. Man erwartet halt einfach, dass man bei einem Kind mitreden darf. Also die Betonung liegt auf „man“ nicht einer bestimmten Person.

Meiner Meinung nach ist es aber auch so, dass viele Mamas sicher auch sehr sensibel sind – mich eingeschlossen. Daher kann diese Aussage auch falsch verstanden werden.

72% davon fühlten sich deshalb schon mal als schlechte Mutter.

Genau, was ich eben schon geschrieben habe. Weil wir Mamas – besonders aber am Anfang – von Hormonen durchflutet sind, unsicher sind und daher oftmals überfordert, treffen jegliche Kommentare auch mal den falschen Punkt. So haben Mamas, das Gefühl eine schlechte Mama zu sein. ich hatte das noch nicht, denn ich finde ich perfekt für meine Kinder. Mit Betonung auf „meine Kinder“. Jede Mama muss für ihre Kinder die richtige Entscheidung treffen.

86% der Mütter wünschen sich mehr Toleranz und Unterstützung von Müttern untereinander.

Ich glaube, dass dieser Punkt wirklich der schwierigste ist. Viele Mamas haben das Gefühl, dass sie mit einem Kommentar von einer anderen Mama auch gleich kritisiert werden.

Generell ist es doch aber so, dass man selten einer anderen Mama einfach sagt: Du machst das toll. Die Initiative von Löwenzahn Organics will genau das aber promoten. Sicher weißt Du, dass ich kein Pessimist bin und dennoch weiß ich auch, dass wenn man einer Mama sagt „Du machst das toll“ auch gleich ein Missverständnis entstehen kann. Ist die andere Mama grad dabei mit dem Kind zu reden, dass grad im Supermarkt ausrastet, dann kommt dieses Kommentar total falsch an.

Ich glaube auch, dass man durch die Bewertung „toll“ vielleicht nicht den richtigen Tonus trifft. Natürlich ist jeder empfänglicher für Kommentare, wenn er sich nicht gut fühlt oder einfach auch nicht fit genug ist.

Unter Freundinnen und auch unter Gleichgesinnten Mamas kommt sowas nicht vor.

Jede zweite Mutter fühlt sich wegen der Kritik anderer als schlechte Mutter – das ergab eine Studie, die Löwenzahn Organics im Mai 2018 in Auftrag gegeben hat. Von 1010 befragten Müttern mit Kindern von bis zu vier Jahren gaben drei von vieren an, dass sie schon einmal für den Umgang mit ihrem Kind kritisiert wurden – ungefragt. Mittlerweile gibt es sogar einen eigenen Begriff dafür: Mom-Shaming

Ganz traurig, denn Mom-Shaming muss nun wirklich nicht sein. Für mich sind diese Auswüchse genau wie die Entwicklung mit den Körper Vorbildern aus Zeitung und Medien von Models auf Teenager Mädchen. In einer Phase in der man zart besaitet ist, kommt mancher Satz falsch an. Wird falsch interpretiert und ein Blick in die falsche Richtung tut sein übriges. Sich selbst treu bleiben und sich nicht zu vergleichen ist fast unmöglich als Mutter.

Sobald man Mama wird, betritt man eine neue Bühne. Mamasein ist etwas, dass Dir keiner erklären und nachfühlen kann. Vielleicht am allerbesten immer noch die eigene Mama. Denn auch Du hast ihre Gene. Andere Frauen können einem da nicht helfen – auch wenn es gut gemeint ist. Mütter und Grossmütter sind sicherlich die richtige Messlatte. Und gar nicht böse gemeint: es wird auch so sein, dass die eigene Mama Dinge sagt, die einem nicht gefallen. Das ist jedoch nur gut gemeint. Wer seiner eigenen Stimme nicht traut, sollte Rat bei seiner Familie suchen – bei Freunden an zweiter Stelle.

Aufgrund der Globalisierung und dem Fakt, dass immer mehr Menschen nicht mehr an dem Ort leben an dem sie selbst aufgewachsen sind, ist es dazu gekommen, dass das Internet und andere Quellen wie Bücher einen höheren Stellenwert einnehmen als der Rat der eigenen Mutter. Meine Eltern sagen – zu Recht – dass unsere Generation oft gar nicht mehr intuitiv entscheiden kann. Wenn es um das Thema „Eltern sein“ geht. Man liest, hört, sieht es überall. Es gibt Zeitungen für Mamas, Eltern, Väter, coole Mamablogs, Ökomoms, Rabeneltern und alle anderen Facetten des Elternseins. Doch wie war es bei einem selbst als Kind? Wieso muss alles immer kritisiert werden, was die eigenen Eltern gemacht haben?

Ist es nicht auch so, dass viele gar nicht wissen, was Eltern sein heißt? Denn was ist die Definition davon?

Wenn ich mal den Duden zitiere kommt das raus:

  1. Personen, von denen ein Kind unmittelbar leiblich abstammt
  2. Personen, die einem Kind, z. B. durch Adoption, rechtlich zugeordnet sind oder die langfristig die Fürsorge für ein Kind übernehmen

Cool, oder? Man stammt also unmittelbar leiblich von seinen Eltern ab. Les den Satz nochmal…nochmal und nochmal. Lass ihn sacken und überleg mal.

Vielleicht sind die Eltern oftmals ein besserer Rat. Vielleicht nicht auf den ersten Blick, aber vielleicht doch.

 

Cool moms dont judge BineLovesLife

 

Urteilen und Teilen

Meiner Meinung nach ist die Idee mit dem Hashtag gut gedacht, aber mir gefällt der Name ist „cool mom“. Nicht jeder möchte cool sein, will sich äussern müssen oder angreifen lassen. Die Idee dahinter ist jedoch sehr schön, aber irgendwie auch traurig. Jeder sollte weiterhin seine Meinung kundtun dürfen – das ist meine Meinung. Genauso, wie jeder weiterhin auch mit anderen Mamas und Gleichgesinnten diskutieren darf, ob und wie etwas gemacht wird. Fragen sind erlaubt und auch Antworten geben.

Natürlich ist das Thema Muttersein und Kinder groß ziehen ein emotionales. Und da macht – wie so oft – auch einfach der Ton die Musik.

Ich denke nicht, dass man jeder anderen Mama auf die Schulter klopfen muss – egal ob verbal oder physisch. Meinungsfreiheit sollte erlaubt bleiben, genauso wie Menschlichkeit erlaubt bleiben sollte.

Viel trauriger bei dieser Aktion ist doch, dass man schon dazu aufrufen muss, dass es wieder menschlicher, wertschätzender und vor allem respektvoller in unserer Gesellschaft zugehen muss. Leider leider leben wir ja in einer Welt, die oft auch Hässliches hervorbringt. Dennoch ist es auch so, dass viel zu viel analysiert und diskutiert wird. Einfach wieder „normal“ sein – da wissen die meisten wahrscheinlich gar nicht, was damit gemeint sein soll.

Ander formuliert: sei zu anderen so, wie sie zu Dir sein sollten. Oder wie Du es Dir wünschen würdest. Das reicht doch schon als Wegweiser.

 

Mitreden und einmischen

Jeder möchte heutzutage mitreden und sich einmischen, wahrscheinlich hat unsere Gesellschaft auch durch die Digitalisierung und vielleicht auch die Globalisierung einfach das Gefühl viel mehr zu wissen als früher. Durch das viele – oftmals auch leicht zu erlangende – Wissen, denkt man, dass man es besser weiß.

Ähnlich wie beim Thema Fussball, wo auch jeder glaubt der Chef zu sein, sind in anderen Bereichen oft Übergriffigkeiten in den Startlöchern, die andere Menschen verunsichern.

Sozial sein, sich für andere Menschen interessieren, weniger im Internet recherchieren, sondern persönlich diktieren, mehr telefonieren und echte Stimmen hören, Gefühle wahrnehmen und da sein. Vielleicht sind das die richtigen Ansätze für ein „normales“ Miteinander.

 

Was ist für Dich „normal“?

 

Weitere spannende Themen rund um das Thema Mama, gibt es immer montags am:

#MOMMYMONDAY

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