Meilenstein: Lesen lernen!

Seit drei Monaten ist Junior ein Schulkind. Lesen lernen steht da seit Anfang an ganz hoch im Kurs und vor ein paar Woche ist es dann wirklich passiert.

Ganz unverhofft und beim Lebensmittel einkaufen sagt Junior zu mir „Mama, da steht Bio“. Absolut richtig und ja, so war es. Ich war total fasziniert und fragte ihn, wieso er es gelesen hat. Er meinte nur, dass er die Buchstaben gesehen hat und dann einfach gelesen hat.

Ja, so ist das nämlich auch. Wenn diese hyroglyphenähnlichen Zeichen endlich Sinn machen und man nicht nur seinen eigenen Namen lesen kann, sondern die Wörter einen erkennen.

Schulstart bedeutet Lesestart

Lesenlernen ist sicher auch eines der Aspekte, die an vielen Schulen am Anfang eher im Vordergrund stehen. Auch in Junior’s Schule sind bereits drei Monate vergangen und die Kinder können bereits die ersten Wörter lesen.

Die Schlüsselkompetenz Lesen (wie sie allgemein auch bezeichnet wird) ist auch nicht für jedes Kind leicht erreichbar. Einige Kinder können bereits vor dem Eintritt in die Schule lesen – andere beherrschen bereits das Schreiben und wieder andere stehen ganz am Anfang. Die Vorkenntnisse sind sehr unterschiedlich und daher muss auch für alle die Motivation aufrecht erhalten werden. Ein Balanceakt zwischen Fordern und Fördern, denn zum Ende der zweiten Klasse wird Allgemeinhin das Lesen als Wissen abgefragt. Alle Kinder der Klasse können dann flüssig lesen und vor allem sinnverstehend lesen. Als Erwachsener vergisst man sicher oft, das für uns das Lesen oft ein Erkennen der Wörter und nicht unbedingt ein Lesen ist.

Wie lernt ein Kind lesen?

Ich warte auch auf den Tag an dem Junior uns ein ganzes Buch – der zumindest eine Geschichte – vorlesen wird. Denn dieser Tag wird kommen und ich freue mich sehr darauf. Lesen war und ist für mich einfach eine tolle neue Welt, die eben nur mir gehört und in unserer immer erreichbaren Welt einfach eine tolle Flucht.

Lesenlernen ist ein komplexer Prozess, der aus unterschiedlichen Phasen besteht. In der Schule von Junior wird Lesen auch mit Hilfe von einer „Geheimsprache“ erlernt. So werden die Buchstaben als eine Art Lautzeichen – ähnlich einer Gehörlosensprache – erlernt. Was für uns Erwachsene oft schwierig zu lernen erscheint – also diese Geheimsprache noch zusätzlich zu lernen – fällt den Kindern total leicht. Junior und seine Freunde kommunizieren bereits über diese Zeichen, wenn niemand es mitbekommen soll.

Zu den unterschiedlichen Phasen des Lesenlernens gehört die togographische Phase – also Zeichen und Schriftzüge wiederkenne. Darauf folgt die alphabetische Phase, die wir der Name schon sagt, für die Zuordnung der Buchstaben zu den entsprechenden Lauten steht. Und schliesslich die orthographische Phase: also Wortbedeutungen erfassen und sinngemäß verstehen.

Wir konnten es bei Junior sehen, dass die Kinder anfangs einzelne Buchstaben gelernt haben. Dazu gehört: die Buchstaben zu schreiben, zu erkennen und zu hören, wo der Buchstabe im Wort vorkommt. Mittlerweile können sie einen Teil des Alphabets und erst am Ende der ersten Klasse werden sie das gesamte Alphabet beherrschen.

Mit den Lauteinheiten und den Silben werden die Wörter gefestigt, denn mit fällt immer wieder auf, wie Junior die neu gelernten Buchstaben auch im Alltag „neu“ hört und somit anders verstehen lernt.

Bis es dann wirklich so weit ist, dass Junior lesen kann, wird fleissig geübt und eben immer mehr vertieft.

Welche Methoden zum Lesenlernen gibt es in der Schule?

Wie ich oben bereits beschrieben hatte, gibt es für das Lesenlernen unterschiedliche Phasen, jedoch keine allgemeinen Methoden. Jede Schule hat also andere Methoden und somit auch andere Herangehensweisen. An einigen Schulen lernen die Kinder mit einer Fibel lesen, andere Schulen dagegen setzen auf as Schreiben, um darüber lesen zu lernen. Anlauttabellen waren mir bisher auch nicht wirklich bekannt und so spielen sie dennoch heute eine wichtige Rolle.

Klar kann jedoch zwischen „offenen Methoden“ – wie zum Beispiel das „Lesen durch Schreiben“ – und den „strukturierten Methoden“ unterschieden werden. Bei strukturierten Methoden gibt es einerseits die analytisch-synthetische und die silbenanalytische Methode. Generell geben strukturierte Methoden den Lernprozess vor und lassen daher den Kindern weniger Freiheiten.

Übersicht der Lesenlernen Methoden

Analytisch-synthetische Methode

Bei der analytisch-synthetischen Methode wird das Lesen mit Fibeln und Lehrmaterialien nach einer systematischen Reihenfolge erlernt. Anfangs werden die Buchstaben, die am häufigsten in der Sprache vorkommen gelernt. Zu den häufigen Buchstaben zählen die Vokale a, i, o und die Konsonanten n und m.

Als nächste werden die Wörter in ihren einzelnen Buchstaben-Bausteine zerlegt (Analyse), um dann die Buchstaben zu Wörtern zusammenzuziehen (Synthese).

Die einzelnen Elemente werden über Augen und Ohren erfasst: meist also durch das Nachsagen der Buchstaben mit der Lehrkraft. Manchmal kommen auch Buchstabenkarten zum Einsatz oder eben auch – passend zur Fibel – Handpuppen, die vor allem das Lesenlernen spielerisch begleiten und somit auch für Motivation sorgen.

Silbenanalytische Methode

Bei der silbenanalytischen Methode stehen ganz klar die Silben eines Wortes im Mittelpunkt. Die Silbentypen werden optisch durch Häusermodelle dargestellt und vermitteln den Aufbau von Silben und Wörtern.

Die silbenanalytische Methode ist besonders beim Lernen der Rechtschreibregeln hilfreich. Auch viele Erstlesebücher sind mit dieser Silbenmethode erhältlich.

„Lesen durch Schreiben“ Methode

Stichwort Anlauttabelle: Bildsymbole zeigen den Kindern die entsprechenden Zeichen der Anlaute. Die Kinder erschließen sich also selbstständig die Wörter. Durch diese Methode lernen sie eben auch Lesen.

Ganz klar ist auch, dass bei dieser Methode jedes Kind sein eigenes Tempo hat, denn die zu lernenden Buchstaben sind dem Kind frei überlassen. Ergänzt wird diese Methode durch Silben, dem Hören und Wortschatzerweiterung.

Was ist eine Anlauttabelle? 

Die Ablauttabelle habe ich schon oft von Junior’s Klassenlehrerin erwähnt gehört. Diese Tabelle zeigt Buchstaben zusammen mit eindeutigen Abbildungen – A für Apfel, B für Banane. Das hat sicher jeder schon mal gesehen. Die Anlauttabellen gibt es neuerdings auch mit Diphthonge: also au, ei, eu und manchmal auch mit den Endungen -ng oder -ch.

Die Anlauttabelle hilft den Schulkindern sich intensiv mit der Beziehung zischen Buchstaben und Lauten auseinanderzusetzen. Dadurch erlernen sie auch den Kern der deutschen Sprache.

Leseanfänger unterstützen: Tipps zum Lesenlernen

Bei uns ist das abendliche Vorlesen sicher hilfreich gewesen, denn ich merke immer wieder, wie Junior nun in den vergangenen drei Monaten verstärkt nach für ihn nun neu bekannten Buchstaben in den Büchern sucht oder diese eben beim Vorlesen erkennt.

Generell ist Vorlesen also auch zu empfehlen, um ein Gefühl für Wörter und Schriftzeichen zu geben. Wir haben bisher immer regelmäßig die Leselernhausaufgaben mit Junior gemacht und nun wurde es ihm doch zu langweilig, was ich absolut verstehen kann, denn die echte Welt ist doch viel faszinierender. Bei einigen Büchern haben wir daher angefangen vorausschauend zu lesen: wenn ich also ein Wort entdecke, von dem ich schon weiß, dass Junior es lesen kann, dann zeige ich es ihm entsprechend zu meiner Lesegeschwindigkeit.

Er kann es dann lesen und freut sich wie schnell es geht. Schon oft hat er auch gemerkt, dass man es gar nicht „lesen“ muss, sondern das Wort erkennt.

Vor allem im Alltag versuchen wir jedoch mehr auf die Wörter hinzuweisen, die uns ja wahrlich überall umgeben. Das ist meiner Meinung nach die größte Motivation für Kinder. Nicht nur im Buch – so gern er auch Bücher mag – motiviert ihn eben doch alles lesen zu können, was wie zufällig zu sehen ist: Details auf einer LEGO Zeitung oder eben Buchstaben auf dem Kassenbon, den Strassenschildern, etc. Einfach selber wachsam sein und so motivieren.

Wie lernt Dein Kind lesen?

#Schulkind

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