Hello Offenbach

Unsere erste Fahrt und unsere erste Malerei

Umziehen ist immer aufregend. Aufregend und spannend. Umziehen bedeutet oft nicht nur die Wohnung, die Stadt oder das Land zu ändern (bei uns ja alle drei zusammen). Umziehen ist oft auch eine Möglichkeit sich neu Einzurichten und den bisherigen Einrichtungsstil zu hinterfragen.

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Ich glaube, dass das neu einrichten und gestalten mir wirklich am meisten Spaß macht. Das Gestalten der Zimmer. Das Gestalten der Wohnung. Hier gibt es viel zu tun.
Bei uns ist mit der neuen Wohnung auch ein Zimmer dazugekommen. Ein kleines Bad mit Toilette auch. Also eigentlich zwei Räume – wenn man so will. Die neuen Räume zu gestalten und vor allem das Kinderzimmer einzurichten wird auch noch ein Riesenspass (ernst gemeint) und dazu kommt dann sicher mal ein separater Blogeintrag.

Für uns ist der Umzug auch besonders aufregend, weil es wieder zurück geht. Zurück nach Deutschland. Zurück in eine fast bekannte Gegend. So sind wir ja vor fünf Jahren in die Schweiz gezogen und haben davor knapp drei Jahre in Frankfurt am Main gelebt. Klar, einiges war anders: wir waren damals nur zu zweit. Wir waren damals klassische Dinkies. Wir haben damals auch mitten in der Stadt gelebt.

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Und jetzt. Wie ist das alles jetzt?

Jetzt sind wir zu dritt. Jetzt bin ich Mama – Vollzeitmama. Und jetzt ziehen wir ein wenig außerhalb von Frankfurt. Wobei mir schon viele gesagt haben, dass es ja noch Frankfurt ist. Wir können die Skyline von Frankfurt sehen. Wir wohnen auch direkt am Main. Also eigentlich kann man wirklich sagen, dass wir noch in Frankfurt wohnen.
Die Malerei der Wohnung haben wir ja schon Ende November gestartet und waren vor zwei Wochenenden nochmal da. Für die kleinen Arbeiten. Für die Dekosachen in Malersicht. Unser schwarzbrauner Streifen wurde im Wohnzimmer fertig gestellt. Unser Junior hat nun auch ein fast komplettes Kinderzimmer.

Offenbach ist auch neu für uns. Beide kennen wir es nicht. Ich war mal im Capitol auf einem Konzert von Milo. Aber eigentlich noch nie richtig in Offenbach. Also am ersten Tag dort (das war vor knapp zwei Wochen) bin ich dann mal die Stadt erkunden gegangen. Ich liebe es ja, wenn man neu in eine Stadt zieht, erstmal alles zu Fuß zu erkunden. Mal lang zu laufen. Dann sieht man auch viel mehr. Oder vor allem viel genauer. Denn mit dem Auto geht es viel zu schnell. Auch wenn man nur 30km/h fährt.

Das habe ich auch schon mal in Frankfurt gemacht. Damals wohnte ich noch ganz im Norden von Frankfurt und bin dann mal bis zur Innenstadt gelaufen. Hat knapp zwei Stunden gedauert. Und war wirklich eine coole Erfahrung. In Bern läuft man sowieso immer – das kann man mit deutschen Städten gar nicht vergleichen.
Und so war es dann am Donnerstag, dass ich mal von unserer Insel bis zum Hauptbahnhof gelaufen bin. Einfach so. Mit Kinderwagen versteht sich – damit Junior auch was sehen kann.
Ich musste mal wieder feststellen, dass wir doch sehr oft Vorurteile haben. Denn in Offenbach gibt es einige Hochhäuser und für mich als gebürtige Berlinerin sind Hochhäuser nicht unbedingt Ausdruck von Assi oder sozial-minderbemittelten. Für mich sind Hochhäuser einfach hohe Häuser. In denen sehr viele Leute wohnen. Als ich damals nach Frankfurt gezogen bin, wollte ich sogar in ein Hochhaus ziehen, aber von vielen meiner Freunde aus dem ehemaligen Westen wurde stark abgeraten dies zu tun. Die Wohnung war aber echt schön. Mit

Blick auf den Taunus und die Stadtmitte von Frankfurt. Mittlerweile verstehe ich auch wieso. In Hochhäusern wohnen mittlerweile viele Menschen mit einem tieferen Monatsgehalt. Da parken auf den Stellplätzen und in den Garagen keine BMWs der Klasse 5 und aufwärts. Da sieht man eher selten die neuesten SUVs.

Aber zurück zum Text. In Offenbach also gibt es auch einige von diesen Hochhäusern und unten in diesem Häusern sind Handyshops und orientalisch wirkende Coiffeure und Elektroshops (die nicht nur Elektro sind, sondern einfach alles verkaufen) drin. Und wie ich so lief, erinnerte es mich an Dubai. An Singapore. Aber hier wirkte es nicht so. Doch. Denn, wenn ich jetzt in Dubai oder Singapore wäre, würde ich denken und bestimmt auch sagen: toll, sieht ja schön aus. Und hier in Deutschland ist es irgendwie anders. Es passt nicht hierhin. Wieso?
Wir liefen auch die ganze Zeit auf einem Grünstreifen – nein, eigentlich einer Allee. Klar, jetzt im Winter waren die Bäume nicht grün und neben dem Gehweg wuchs auch kein Gras. Und dennoch war mein erster Gedanke: schön! Und ich sagte auch zum Junior: Guck mal, wie schön. Wir laufen doch Tatsache auf einer Allee. Schön, oder?

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Mir ist bewusst, dass ich ein äußerst begeisterungsfähiger Mensch bin. Ich sehe oft erst das Gute und Positive und finde alles Neue aufregend und toll.

Mir ist auch bewusst, dass es nicht allen so geht. Und ich weiß ziemlich sicher, dass jeder, der mit mir unterwegs gewesen wäre, gesagt hätte: echt jetzt? Wir laufen doch hier voll auf einer großen Straße. Links von uns die drei Spuren in die eine Richtung. Rechts von uns die zwei Spuren in die Gegenrichtung.

Ja, ich fand es schön. Ich finde immer noch, dass es was hat.

Generell ist Offenbach recht klein und kompakt. Es gibt zum Beispiel nur ein Postamt. Ja, nur eins. Keine Ahnung wieso, aber jetzt verstehe ich auch, wieso ich milde belächelt werde, wenn ich sage, dass ich Bern immer so süß finde, weil es so klein ist. Bern hat genauso viele Einwohner wie Offenbach. Beide Städte haben jeweils weniger Einwohner als der Bezirk aus dem ich in Berlin komme. Und dennoch wirkt Offenbach auf dem ersten Eindruck für mich viel kleiner. Denn nur ein Postamt bei knapp 130.000 Einwohnern? In Bern gibt es schon im näheren Umkreis (also maximal 10 Minuten laufen) drei Postfilialen. In Offenbach bin ich Tatsache 25 Minuten bis zu diesem Postamt gelaufen. Also ich beschwer mich hier grade nicht. Ich stelle nur mal fest.
Und dann in der Post habe ich zum ersten Mal den Satz verstanden: Deutsche stehen gerne an.

Ich dachte bisher immer, dass gemeint ist, dass die Deutschen einfach anstehen. Nein. Jetzt verstehe ich den Satz. Jetzt weiss ich, was gemeint ist.

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Gemeint ist die Bürokratie der Deutschen. Gemeint ist die Liebe zur Verwaltung und zur Akzeptanz des langen Wartens. Wieso das so ist, weiss ich nicht, aber ich denke, dass dies auch noch in den kommenden Wochen oder sogar Monaten ein Thema bei mir sein wird und ich werde euch dann auf jeden Fall wissen lassen, wie es mir dabei ergeht. Überall anzustehen und so weiter.

Die Malerarbeiten sind nun erstmal abgeschlossen. Und die Einräumarbeiten stehen dann auch bald vor der Tür. Bald schon wird alles schön sein und einrichten werde ich ja auch noch. Einrichten und Dekorieren. Das Kinderzimmer. Das Arbeitszimmer und natürlich das Wohnzimmer. Nicht zu vergessen unser schönes Schlafzimmer und auch unser (oder doch eher nur mein) Ankleidezimmer.

Alles ist erstmal weiss. Alles, bis auf das Schlafzimmer – denn da herrscht die Farbe Olive 14 von Obi. Und auch im Kinderzimmer hat das Olive gewonnen. Es ist die Farbe Olive 1. Und hierzu werde ich euch dann in einem separaten Post mehr vom Kinderzimmer zeigen.

Im Wohnzimmer kommt der starke Coffee 1 (auch von Obi) zum Einsatz und bringt einen richtigen Bähm Effekt!

Was fehlt noch? Im Frühling müssen dann noch die Aussenflächen gemacht werden. Nein, nein, es ist kein Garten bei der Wohnung dabei. Aber ein Balkon – eine Loggia um genau zu sein. Ja, eine Loggia (dies musste ich auch erst lernen) ist ein überdachter Balkon, der nicht aussen am Haus separat angebracht ist, sondern Teil des Wohnhauses oder des Wohnblocks ist.

Auf jeden Fall muss der auch noch hergerichtet werden. Es gilt hier gute 22qm fein und schnieke und schick zu machen. Und fit für den Sommer.

Also stay tuned und bis bald!!

#TravelTuesday

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