Essort

Essen und Geniessen gehört für viele einfach zusammen.

Für mich ist Essen nicht nur ein Genuss, sondern auch ein Fest. Eine Reise und gleichzeitig auch ein Event. Ein richtiges Erlebnis. Nicht nur Geschmackserlebnis, sondern auch das Erlebnis des Zusammenseins und der Umgebung. Vor allem in einem Restaurant ist für mich die Location auch wichtig. Klar, auf der einen Seite wie es zu erreichen ist. Aber viel wichtiger und somit auf der anderen Seite, wie das Restaurant die Inneneinrichtung gewählt hat. Hierzu kommt es mir nicht auf einen bestimmten Stil an, sondern eher auf eine generelle Stimmigkeit und auf den Wohlfühlfaktor.

Das Restaurant Essort in Bern hat einen sehr speziellen Einrichtungsstil. Und ist nicht negativ gemeint, sondern eher differenziert zu betrachten. Ich versuche nun mal zu erläutern, was genau ich meine. Das Restaurant liegt direkt im Kirchfeld. Sehr nah auch zur Aare und unweit des KaWeDe (das ist der Tierpark in Bern). Ein Wohnhaus ist die Location und man betritt das Restaurant dann durch den Hausflur des Wohnhauses. Ganz vorne im Haus ist auch ein kleiner Laden. Der Laden vom Essort, der auch tagsüber geöffnet ist und in dem man dann Spezialitäten des Restaurants kaufen kann.

Das Essort an sich – oder heißt es dann sogar eher der Essort. Ich denke der Essort – denn so macht es auch am meisten Sinn – ist eher ein großer Raum. Gleich einem Wohnzimmer. Mit großen Terrakotta-Fliesen und einer offenen Küche. Irgendwie war ich überrascht von der Einrichtung, denn diese wird ja auch bewertet. Und laut Tripadvisor gehört dieses Restaurant zu den Top Ten in Bern. Mh, stimmig war es auf keinen Fall. Es standen Herz-Skulpturen aus Ton und Stein herum. Auf diesen Holzblöcken. Beim Kamin direkt nebendran lag eine Kiste mit Holzscheiten. Der Kamin selbst war nicht an. An den Wänden hingen Fotos von Afrika. Dem typischen Afrika, das wir kennen. Bilder von Löwen. Bilder von Landschaften im Sonnenuntergang. Und die Stühle und Tische waren alle unterschiedlich. Alles passte nicht zusammen. Nichts passte zu dem anderen. Und trotz dieser Diversität war es stimmig. Macht das Sinn? Keine Ahnung, aber für mich war es so.

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Die Karte und auch die Begrüßung in der Karte hatten für mich schon ein ganz anderes Flair. Und irgendwie wurde alles dadurch noch stimmiger.

Ja, genau. Denn wieso nicht. Essort. Ein Ort an dem man isst.

So müssten sich eigentlich alle nennen. So wollen sich aber sicher nicht alle Restaurants nennen. So kommt es mit dem Namen, dass man auch weiß, wo man genau ist. Im Essort in Bern ist man wirklich an einem Ort, der zum Essen einlädt. Ein Ort zum Essen kann vieles sein. In Bern ist es das Restaurant von Urs und Karin Lüthi. Beide sind passionierte Reisefreunde, die sich nun den Gaumenreisen widmen und ihre Bilder an den Wänden im Restaurant zeigen.

Das Essen ist angerichtet wie in jedem guten Sterne Restaurant. Es sieht nicht nur gut aus, sondern liest sich auch schmackhaft. Ich habe euch hier mal ein paar Bilder von der Karte gemacht.

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Die Komposition vorab war sehr schmackhaft. Eine warme Suppe mit einem kühlen Sorbet. Leider bin ich nicht so ein Eiscreme oder Sorbetfan, aber die Kombi war wirklich mal etwas anderes. Und das war nur der „Gruß aus der Küche“. Na, das kann ja noch was werden, dachte ich mir.

Und weiter ging es dann mit einen butterzarten schottischen Wildlachs im Kräutermantel. So ein kleines Ach-ist-das-lecker-ich-will-viel-mehr-davon-aber-irgendwie-reicht-es-doch-ich-will-ja-noch-von-dem-leckeren-Essen-was-kommt-denn-da-noch-alles-Gutes-wenn-die-Vorspeise-schon-so-lecker-war-Gefühl beschlich mich und ich glaube jeder von euch, der gerne leckere Sachen isst und den Besuch in einem Restaurant genießt, in dem man nicht so einen auf heiti-teiti macht und sich mal nur dem Essen widmen mag, kann ich schon hiermit den Essort oder das Essort in Bern empfehlen. Wärmstens empfehlen. Es geht mal wirklich nur ums Essen.

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Dann kam die Suppe und ich habe endlich wieder mein geliebtes Bohnenkraut auf dem Teller vorfinden dürfen. Bohnenkraut – für diejenigen unter euch, die es nicht kennen: es ist sehr lecker. Es ist ein Kraut, das dem Essen nicht die Show stiehlt oder es zu sehr in eine Richtung drängt. Bei Rosmarin oder auch bei Thymian geht das doch schnell in eine bestimmte Richtung und die beiden dominieren, wenn auch sehr charmant die Speise. Bei Basilikum ist das ähnlich, auch wenn er herrlich zu Büffelmozzarella und Tomaten passt. Dennoch ist Bohnenkraut ein absolut leckeres Ding.

Ich kannte es von einer Reise nach Schweden. Dort hatten wir mal auf einem Campingplatz – einem alterna-bio-öko Campingplatz – einen leckeren Burger. Und jetzt festhalten: mit Bohnenkraut. Seit dieser leckeren Burgererfahrung habe ich ewig nach Bohnenkraut gesucht. Nein, nicht im Laden. Sondern nach dem Namen – was ist das grüne Kraut da? Ja, ich hatte den Namen vergessen und dachte ich würde es einfach im Supermarkt mal erkennen. Nein, leider habe ich es tatsächlich die letzten drei Jahre vergeblich gesucht und nicht mehr gefunden. Und an diesem entspannten Donnerstagabend in Bern. Unten an der Aare. Im Essort um genau zu sein. Da kam es wieder zu mir. Und ich habe natürlich gleich mal gefragt, was das grüne Zeug ist. Denn es schmeckt so wie das von vor drei Jahren. Fazit: gefunden und nie wieder vergessen. Ab jetzt wird nur noch mit Bohnenkraut gekocht.

Ach ja, es war nicht nur eine blöde Suppe. Um genau zu sein und für alle, die beim Lesen wollen, dass einem das Wasser im Mund zusammenläuft: Medaillons vom Seeteufel mit Szegediner Sauerkraut und Champagner Espume. Auch schon wieder so eine derart intensive Erfahrung. Der zarte Geschmack der Champagne Espume mit dem leichten Hauch des Seeteufel und dazu dieses derbe Sauerkraut. Lecker. Anders, aber lecker.

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Zum Hauptgang wurde uns das Chateau Briand vom Irischen Black Angus Rindsfilet serviert. Und auch wenn das Bild lecker aussieht, muss ich vorwegnehmen, dass es nicht so super war, wie der Rest davor. Ich mag Fleisch. Ich liebe gutes hochwertiges Fleisch und esse es gerne. Ich stehe besonders auf Fleisch in der medium-rare Version. Medium ist nice, aber ich mag es medium-rare. Und leider war es bei dem Chateau Briand nicht so dolle. Nun gut, trotzdem alles in allem ein leckerer Gang.

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Für die ganz Neugierigen unter euch: hier nochmal die Karte. Man konnte also wählen, wass man will und ich habe alles als sehr lecker empfunden. Vielleicht lag das mit dem Fleisch auch an mir. Ich esse sonst nicht sehr viel Fleisch und wenn ich dann an manchen Tagen mal wieder Fleisch esse und dann gleich tagelang wieder viel Fleisch esse, dann habe ich es über. Vielleicht war es auch so im Essort. Naja, so kann’s gehen. Denn wenn ich das Bild jetzt sehe, will es am liebsten sofort alles aufessen. Vor allem das Fleisch. Zuerst das Fleisch vor allem.

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In dem Sinne: Guten Appetit ihr Leckermäulchen und bis zum nächsten TravelTuesday und allen möglichen Reiseerfahrungen von mir.

Ich freue mich auch mal auf ein Kommentar von euch, was euch genau gefällt oder von was genau ihr mehr lesen wollt.

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#TravelTuesday

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