Ich hab Dich lieb, mehr weiß ich nicht…

Zwei ganze Jahre sind schon fast vergangen. Zwei Jahre in denen ich meinen Sohn immer mehr kennenlernen durfte. Zwei Jahre in denen auch ich mich immer besser kennengelernt habe. Wirklich besser? Oder nur von einer anderen Seite? Keine Ahnung, aber es war sehr spannend. Es ist sehr spannend. Ein Abenteuer. Ein Kind – ein Abenteuer? Ja, vielleicht auch. Aber vor allem bringt das Leben auch so viel Neues mit sich, wenn man auf einmal nicht nur Frau und Partnerin ist. Auf einmal bin ich auch Mutter. Mama. Das war DAS Wort auf das viele meiner Neu-Mami-Freundinnen so lange gewartet haben. Wann sagt er oder sie endlich Mama. Mh? Irgendwie hatte ich nie dieses extreme Verlangen danach, dass mein Kind mich endlich auch betitelt. Und endlich Mama sagt.

Als es dann so weit war, habe ich mich auch gefreut, aber ich glaube so richtig aus dem Häuschen wie viele, war ich dann doch nicht. Viel schöner sind die Momente jetzt. Jetzt, wo ihm die Sprache immer mehr liegt und er mich wirklich bei Bewusstsein – wenn man das bei einem Kind so nennen kann – auch als Mama ruft. Oder Geschichten „erzählt“. Mama schlafen noch. Mama Ko-oomm. Ja, das sind die Momente, die ich viel schöner finde.

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Unfassbar, wenn ich ihn nun mal per FaceTime bei meinen Eltern höre und dann wird mir erzählt, was alles am Tag passiert ist. Dann kann ich mir fast gar nicht mehr vorstellen, wie es wohl war, als er nur da lag und keinen Ton von sich gegeben hat. Keinen Ton? Nee, irgendwie ruhig war es auch nicht. Es gab schon das Brabbeln..aber davor. Was war davor? Oh Gott, ich erinner mich schon fast gar nicht mehr richtig. Es waren glaube ich so Körpergeräusche. Glucksen, Lachen, ja, irgendwie auch eine Art Sprache. Dennoch eine sehr besondere Phase. Teilweise nur mit Blicken und vor allem mit viel Gefühl haben wir uns verständigt.

Wahnsinn, wie die Zeit fliegt. Wahnsinn, wie es wohl noch weiter geht. Meine Eltern sagen auch immer, dass die Zeit mit Kindern noch schneller vergeht. Ja, das stimmt wahrscheinlich. Wahrscheinlich vergeht sie auch schneller, weil man so viel zusammen erlebt. Und wenn man viel gemeinsam erlebt, dann passiert auch viel und dann rast ja bekanntlich die Zeit.

Zwei Jahre also – krass! Ich bin mir gar nicht so sicher, wie die nächsten zwei Jahre sein werden, aber eines weiß ich – es wird wunderschön. Wunderschön mit Dir. Mein kleiner Sohn. Mein kleiner Junge ist jetzt schon Kleinkind und ehe ich mich umsehe ist er schon in der Schule. Es sind tolle Momente und ich liebe die Zeit zusammen. Ja, es war schön, dass ich so lange mit Dir zu Hause sein konnte und ich würde es immer wieder so machen. Ich würde mein Kind nicht schon mit vier, fünf oder acht Monaten in die Krippe geben. Denn ich finde dann fliegt die Zeit noch mehr. Seit Februar bist Du schon in der Krippe und nun ist schon Mai. Ich glaube, wenn ich Dich früher „abgegeben“ hätte, wäre die Zeit noch schneller vergangenen. Klar, wir sind auch umgezogen. Vom Ausland wieder nach Deutschland und so ein Umzug lässt die Zeit auch wahnsinnig schnell fliegen, dennoch vergingen die letzten drei Monate wahnsinnig schnell.

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Und jetzt steht also der zweite Geburtstag vor der Tür. Schon den ersten Geburtstag haben wir nur mäßig gefeiert. Klar, wir haben dekoriert. Hatten vier Deiner „Freunde“ zu Besuch und haben gespielt. Wahrscheinlich war es für uns Mütter spannender als für euch Kinder. Für euch war es sicher ein ganz normaler Tag.

Und auch zum zweiten Geburtstag werde ich nicht so ein Bo-Hai machen. Deko und so muss schon sein, einfach auch weil ich es schön finde. Gegen große Geschenke bin ich generell sowieso – also das sollen einfach die anderen schenken. Ich werde mit Deinem Papa wieder etwas Einfaches raussuchen – vielleicht ein paar schöne Bücher. Wir haben ja so wenige *ähem*.

Wenn ich so zurückdenke, kann ich dann überhaupt an meinen zweiten Geburtstag zurückdenken? Mh, mir fällt spontan nix ein. Wer von euch kann sich denn noch so weit erinnern. Also wirklich erinnern. Oft ist es doch so, dass man sich auch aus der Kindheit nicht an viel erinnert, sondern nur die Erinnerungsfetzen aus Erzählungen und Fotos oder sogar Videos (nee, sowas gab es bei mir noch nicht, als ich zwei war) zu einer  Erinnerung zusammenformt. Oder an was erinnert man sich da?

Jetzt, wo also bald das dritte Lebensjahr beginnt. Das dritte Lebensjahr für meinen Sohn und auch für uns Eltern und Großeltern in Deinem Leben, jetzt wird mir erst bewusst, wie vergänglich das Leben ist.

Als ich noch Single war oder sogar die letzten Jahre Dinkie (Double Income No Kids) da kam mir alles so einfach und auch oft ohne Ziel vor. Es war entspannt und oft auch ein wenig geordneter als jetzt. Dennoch war es ziellos und auch nicht wirklich komplett. Ja, ich glaube das Wort komplett oder vollständig trifft am besten, wie ich mich seit der Geburt meines Sohnes fühle.

Ein tolles Gefühl.

#MommyMonday

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