Vom Mutterwerden und Muttersein – eine Gleichung

Ich liebe meine Kinder, aber musste wirklich erst zwei Kinder bekommen, um zu verstehen, was das Muttersein wirklich heißt…

Wenn man zum ersten Mal ein Kind bekommt, sagt man, dass man Mutter wird. Beim zweiten Kind ist man bereits Mutter.

Was das genau heißt, habe ich lange Zeit nicht verstanden, aber wer weiß, ob ich das jetzt auch schon tue.

 

Mamawerden

Jedes erste Kind ist ein Glück, ein Segen und ein wahres Wunder. Jedes erste Kind ist für die Eltern eine wahre Freude und etwas besonderes. Jedes erste Kind wird von der Familie liebevoll aufgenommen und angenommen. Mit einem ersten Kind wird eine Frau zur Mutter. Wird wahrlich eine Mama.

Dass ich nun Mama bin, weiß ich schon seit knapp dreieinhalb Jahren. Am Muttertag bin ich Mutter geworden. Der Tag hat für mich daher eine doppelte Bedeutung. Er ist nicht irgendein Feiertag. Er ist mein Feiertag. Mein Tag zum Feiern, Nachdenken und ein Tag, der mein Leben komplett veränderte.

Was heißt es Mutter zu sein? Wie fühlt es sich an?

Ich weiß nicht, ob ich diese Fragen jemals komplett beantworten kann. Komplett beantworten. Denn einfach beantworten kann ich sie. Mutter zu sein, fühlt sich heute für mich normal an. Fühlt sich richtig an und absolut selbstverständlich an. Ja, ich möchte sogar behaupten, dass ich gar nicht mehr so richtig weiß, wie es ohne Kinder war. Was habe ich eigentlich den ganzen Tag gemacht? Vor allem am Wochenende? Was hat man denn da alles gemacht und wieso hatte man immer das Gefühl nichts zu schaffen und nicht voran zu kommen? Wieso, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass ich heute viel mehr schaffe. Ja, dass ich quasi effizienter geworden bin.

Wie fühlt es sich an Mutter zu sein, kann ich wirklich einfach beantworten, aber ob es das jemals final beantwortet, weiß ich nicht. Ich liebe es. Ich liebe es, Mama zu sein. Für zwei kleine Kinder da zu sein. Von ihnen bedingungslos geliebt zu werden. Sie zu sehen, wie sie mir Vertrauen schenken. Völlig bedingungslos und völlig offen. Ich liebe es, ihnen die Welt zu zeigen. Auf meine Art, auf meine Weise. Ich liebe, wie sie das Leben lieben lernen. Wie sie lachen und wie sie weinen. Und wie ich als Mama für sie da sein kann. Nichts gegen den Papa, aber das Gefühl Mama zu sein, kann ein Mann wirklich nie nachvollziehen. Den Schmerz, den man bei der Geburt auch spüren mag und sofort wieder vergisst. Den Schmerz ersetzt das Weinen eines Babies. Das Weinen meiner Babies. Wie ich mit ihnen leide und für sie stark bin, dass macht mich stolz und ist meine einzige Aufgabe. Ich glaube, dass es keine größere Liebe geben kann.

Ja, ich bin verheiratet und liebe meine Mann. Kinder zu lieben ist etwas anderes. Es ist etwas instinktives, etwas uriges, etwas tierisches auch. Es ist ein Instinkt, der tief in mir schlummerte. Den jede Mama kennt und viele Frauen kennen werden, wenn sie Mama werden. Mamas lieben Kinder auf eine Art, die kein anderer Mensch nachvollziehen kann. Jede Mama auch auf ihre Weise und jede auf die richtige. Ob das die Antwort ist, wie es sich anfühlt Mama zu sein? Nein, das werde ich nie komplett beantworten können. Gefühle beschreiben zu können ist doch auch sehr schwer. Denn Wörter wirken auf jeden anders und Wörter werden auch im Kontext von jedem anders wahrgenonmen.

 

Was ist das Mamasein?

Das Mamasein ist das, was das zweite Kind mitbringt. Das zweite Kind, das nicht nur bedingungslos geliebt wird. Das zweite Kind, das auch der wahre Schatz ist.  Ein wahres Wunder, das sich wiederholt und auch nicht. Klein und zart und besonders aufmerksam. Ein zweites Kind reißt die Familie an sich. Meist eher still und leise, denn es redet noch nicht und kann noch nicht so aktiv sein wie das grössere Kind. Ein zweites Kind ist heimlich und doch da. Ein zweites Kind ist im Herzen der Eltern das Equivalent von Familie. Ein zweites Kind ist für die Mama – wie auch für den Papa – das Kind, welches die Ruhe bringt. Nicht in die Familie, sondern in die Eltern. Ein zweites Kind ist strahlend und stark.

Ein zweites Kind kann sogar noch mehr – es bringt das erste Kind noch mehr zum Leuchten und andersrum. Beide Kinder sind meist glücklicher miteinander als ohne einander.

Wir lieben beide unsere Kinder und auch wissen wir uns jetzt als Familie.

 

Paar mit Kind oder gleich Familie

Ich finde es schwierig, wenn jemand sagt, dass man mit einem Kind „nur ein Paar mit Kind“ ist. Ich finde es auch schwierig, wenn jemand sagt „ein Kind ist kein Kind“. Ich finde es auch schwierig, wenn man sagt „zu viert ist man eine richtige Familie“. Was genau eine richtige Familie ausmacht, weiß ich nicht. Für uns macht eine Familie vor allem uns aus. Wir sind zu viert und sehr froh darüber jeden zu haben, der dazu gehört. Nun haben wir einen Jungen und ein Mädchen, einen Papa und eine Mama. Wir haben sozusagen ein gemischtes Doppel. Ein doppeltes Pärchen oder was es sonst noch so für Ausdrücke für vier gibt.

Uns gefällt es und wir sind happy, dass alle gesund, munter und glücklich sind.

Als wir noch zu dritt waren, habe ich oft gehört, dass andere sich ein zweites Kind wünschen. Habe ich auch gehört, dass andere das eine Kind lieber später bekommen hätten oder sogar, dass das erste Kind auch irgendwie ein Unfall war. Ich weiß nicht genau, wieso man zu so einer Aussage kommen kann, dass ein Kind ein Unfall war, denn das ist es für mich nie. Dennoch möchte ich hier und jetzt nicht darauf eingehen, sondern auf das Gefühl, das man als Familie hat.

Sich komplett und gemeinsam glücklich fühlen kann man zu dritt, zu viert, zu fünft oder zu sechst. Oder zu noch mehr. So oder so muss das, meiner Meinung nach, jede Familie für sich entscheiden. Jedes Paar muss das für sich entscheiden. Die Mama und der Papa müssen das für sich entscheiden. Denn effektiv sind sie es doch, die alles dann am Ende mitbekommen und mitmachen. Ich finde es auch spannend, dass man mit einem Kind immer gefragt wird, ob man noch ein Kind will. Mit einem zweiten Kind jedoch kommt diese Frage schon viel seltener.

Für die meisten bei uns im deutschsprachigen Raum ist doch aber die Familie auch meist eine vierköpfige. Ist das so von der Politik, von der Werbung oder gar von unserer Kindheit geprägt? Kennen wir das aus Büchern, Märchen oder gar aus dem Fernsehen? Ist es die Gesellschaft, die uns glauben macht, dass man zu viert perfekt und vor allem komplett ist?

Ich weiß es nicht, aber ich glaube, dass jede Frau und jede Mama das auch in sich fühlt. In sich fühlt, wann man komplett ist als Familie. Wie viele dazugehören oder auch nicht.

Jeder Mann und jeder Papa kennt das Gefühl: einen Sohn haben zu wollen, eine Tochter haben zu wollen. Andere Familien möchten nur Mädchen und wieder andere lieben es nur Jungs zu haben.

 

Welche Erfahrung hast Du gemacht? Und was ist eine Familie für Dich?

 

Gerne freue ich mich auf Dein Feedback.

 

#MommyMonday

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Und kannst Du das Gefühl Papa zu sein nachvollziehen? Etwas über das Ziel hinausgeschossen….😑

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, vielleicht nachvollziehen aber nie voll verstehen – bin doch eine Frau und werde wohl nie (oder zumindest nicht in diesem Leben) ein Vater werden.
      Was meinst Du mit übers Ziel hinausgeschossen?

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