Wehenförderer und andere Mythen

Himbeerblättertee, Treppen steigen, Scharfes Essen, Sex…

Ja, es gibt sogenannte Wehenförderer, die angeblich dabei helfen sollen, dass eine Geburt eingeleitet wird und das Baby raus kommt.

Das der Geburtstag – und damit wahrlich der „Geburt“sTag meiner kleinen Kaiserin immer näher rückt, möchte ich in den nächsten Wochen immer mehr zum Thema Schwangerschaft, Geburt und auch dem ersten Lebensjahr der kleinen Kaiserin hier auf dem Blog Revue passieren lassen.

Der Anfang machen die Wehenförderer. Dieser Artikel richtet sich somit nicht nur an Erstgebärende, die allenfalls auch einfach Tipps für die Geburt suchen, sondern auch an Zweitgebärende und soll aufzeigen, wie unterschiedlich und dennoch immer wieder spannend und wunderschön eine Schwangerschaft und auch Geburt sind.

Meist ab der 35. Schwangerschaftswoche beginnt man über die Geburt deutlich intensiver nachzudenken. Ich weiß noch, dass ich in den letzten Wochen vor allem auch einfach viel aufgeregter war und deutlich mehr von der Geburt und auch dem Baby geträumt habe. Ich schreibe hier bewusst Baby, denn wir haben uns bei beiden Schwangerschaften nicht verraten lassen, welches Geschlecht das Baby haben wird – einfach auch, weil wir es spannend haben wollten und auch, weil wir der Meinung sind, dass es eine unnötige Information ist. Zumindest für uns – mit uns meine ich meinen Mann und mich.

Junior war sich bereits seit Beginn meiner zweiten Schwangerschaft sehr sicher, dass es sich um ein Mädchen handelt. Ich selbst konnte damals nicht einschätzen, ob er sich einfach ein Mädchen wünscht oder es wirklich wissen könnte. So oder so, war es immer wieder spannend ihn über das Baby und sein Schwesterchen reden zu hören. Damals war er zarte zweieinhalb Jahre alt und jeder, der ein Kind in diesem Alter hat, weiß, dass die Sprache zwar schon sehr ausgeprägt ist, aber viele Wörter für Kinder noch schwer zu verstehen sind. Also ein Wunsch oder auch das Wissen sind sicher keine leichten Wörter für diese Kinder.

Nun aber zurück zum Thema: Wehen fördern

Kann man Wehen fördern? Meine Antwort vorab: ich habe zwei Kinder zur Welt gebracht – jedes auf seine Weise – und ich kann diese Frage bis heute nicht final beantworten. Wahrscheinlich bräuchte ich einen Klonkörper, der alles gleich mit erlebt, damit ich diese Frage wirklich beantworten könnte.

Von Hebammen, Frauenärzten, Freundinnen und auch Mamas gibt es unterschiedliche Hinweise und unendlich viel Input, wie das Kind denn nun zur Welt kommt und wie man diesen Prozess allenfalls auch vorantreiben könnte. Ich möchte hier die gängigsten „Wehenförderer“ vorstellen und ein wenig aus meiner eigenen Erfahrung teilen:

Vorab muss ich vielleicht noch sagen, dass beide meine Kinder übertragen waren. Junior mit knapp 10 Tagen und die kleine Kaiserin mit fünf Tagen. Bei Junior wurde am Ende eingeleitet, die kleine Kaiserin kam dann einfach so – oder vielleicht doch wegen der Wehenförderer oder einfach weil es das zweite Kind war, oder oder…naja, soviel zum Thema Spekulation.

Himbeerblättertee

Tee trinken und die Geburt einleiten? Hört sich super einfach und wahrscheinlich auch sehr entspannt an. Der Himbeerblättertee soll helfen, dass die Muskulatur im Beckenbodenbereich weicher wird und somit der Muttermund auch etwas weicher wird.

Meine Erfahrung:

Netter Tee, schmeckt ganz lecker, passiert ist eher weniger. Sowohl bei Junior und auch bei der kleinen Kaiserin hatte ich den Tee getrunken. Ob sich die Beckenbodenmuskulatur und der Muttermund wirklich dadurch erweicht haben, bezweifle ich, aber der Tee war wirklich lecker.

Akupunktur

Während meiner ersten Schwangerschaft lebten wir noch in Bern (Schweiz) und genossen die sehr hilfsbereiten Apothekerinnen dort. In der Schweiz ist es generell üblich, dass man sich in einer Apotheke beraten lässt – sei es zu Kosmetik oder auch Gesundheitsprodukten. Aufgrund des Gesundheitssystems geht man nicht sofort zum Arzt – so wie es ja in Deutschland üblich ist – sondern lässt sich auch oftmals einfach in der Apotheke beraten. Wir haben hier an unserem aktuellen Wohnort auch eine super Apotheke mit einem tollen Team, das immer sehr hilfsbereit ist und ausführlich informiert.

Zurück zur Schweiz: dort vertraut man generell auch sehr viel auf homöopathische Arzneimittel und Wirkstoffe. Die Akupunktur kommt zwar aus der traditionellen Chinesischen Medizin und ist dennoch sehr beliebt. Als ich Anfang April 2014 – der errechnete Termin bei Junior war Anfang Mai – dann bei meiner Frauenärztin zur Kontrolluntersuchung war, gab sie mir den Hinweis mit der Akupunktur. Es gibt in der Schwangerschaft zwei Arten – zumindest kenne ich diese zwei – von Akupunktur: eine geburtseinleitende und eine geburtsvorbereitende. Die geburtsvorbereitende Akupunktur kann man ungefähr ab der 36. Woche beginnen. Sie soll dafür sorge, dass während der Geburt der Muttermund schön weich wird und alles in geregelten Bahnen abläuft. Ab errechneten Termin und allem was noch weiter darüber hinausgeht, kann man auch die geburtseinleitende Akupunktur hinzufügen, Diese beschleunigt die Geburt und soll anhand von bestimmter Triggerpunkte für eine Ausschüttung an Hormonen sorgen, die die Geburt in Gang bringen.

Meine Erfahrung:

Ich mag Akupunktur – das ist mir seit der Schwangerschaft mit Junior sehr bewusst geworden. Auch während der Geburt habe ich Akupunktur bekommen, um etwas zu entspannen und während der Schwangerschaft mit der kleinen Kaiserin wählte ich auch wieder die geburtsvorbereitende Akupunktur.

Ob die Akupunktur bei beiden Kindern zur Wehenförderung geführt hat, kann ich nicht eindeutig beantworten. Junior wurde ja nach zehn Tagen Übertragung eingeleitet und die kleine Kaiserin kam von sich aus – jedoch auch erst fünf Tage nach dem errechneten Termin. So oder so mag ich Akupunktur und die Wirkung, die die Stimulation der Akupressurpunkte hat.

Sex

Wie die meisten Mittel, die zur Wehenförderung eingesetzt werden, zählt auch Sex zu den Mitteln, die der Schwangeren eine Form von Entspannung bieten sollen. Dies vor allem daher, damit man auch gedanklich loslässt.

Je nach Bauchumfang und generellem empfinden fand ich diese Art der Entspannung auch sehr gut. Man glaubt bei dieser Art der Wehenförderung, dass in den Spermien ein Enzym enthalten ist, dass sich entspannend auf den Muttermund auswirkt. Eine Entspannung des Muttermundes wirkt auch erweichend und somit soll der Schleimpfropf abgehen und dadurch die Geburt in Gang kommen.

Meine Erfahrung:

Ich persönlich glaube einfach nicht daran, dass man lediglich vom Geschlechtsverkehr die Geburt einleitet und somit eigentlich Wehen auslöst. Sicherlich scheiden sich da die Geister, dennoch ist es für mich immer nur eine Art der Entspannung gewesen.

Treppen steigen

Treppensteigen, um nach der Geburt fit zu sein? Weiss ich nicht. Jedoch wird Treppensteigen auch empfohlen, um die Wehen in Gang zu bringen und somit die Geburt einzuleiten.

Während meiner ersten Schwangerschaft sagte mal ein Arbeitskollege zu mir: eine Geburt ist wie ein Marathon – man kann sich darauf vorbereiten, aber wie es dann wirklich läuft, weiß man erst, wenn alles überstanden ist und das Kind da ist.

Ich kann das auf jeden Fall bestätigen, denn meiner Meinung nach ist eine Geburt wirklich ein Marathon und die Schwangerschaft bei weitem nicht so intensiv und schweisstreibend wie die eigentliche Geburt. Daher kann ich auch verstehen, wenn viele sagen, dass man sich in der Schwangerschaft schonen soll, damit man dann für die Geburt genug Kraft hat. Dennoch sehe ich das auch zweigeteilt: man kann ja nur fit sein, wenn man auch trainiert ist. Ich persönlich habe bei beiden Schwangerschaften darauf geachtet fit zu bleiben – fit bis zum Ende und somit auch stark und ausdauernd genug. Yoga war mir da immer ein guter Helferli.

Meine Erfahrung:

Und obwohl ich mich immer während der Schwangerschaft so fit gehalten habe, so habe ich doch auch die Wehenfördermethode mit den Treppen beherzigt. Zumindest in der ersten Schwangerschaft. Im Gegensatz zu den Methoden, die Wehen zu fördern – wie zum Beispiel Sex und Alkohol, die eher entspannen sollen – so soll das Treppensteigen auch alles ein wenig ankurbeln. Denn angekurbelt sollen ja auch die Wehen werden.

Dennoch glaube ich nicht, dass dadurch wirklich etwas verändert wird und die Geburt somit schneller zustande kommt.

Scharfes Essen

Scharfes Essen gehört wie auch das Treppensteigen zu den Optionen, die man wählen kann, um die Geburt voranzutreiben, da man etwas anheizt. Die Verdauung und somit vor allem der Dickdarm werden durch das scharfe Essen angeheizt und mehr in Wallung versetzt. Da der Dickdarm in der Schwangerschaft durch die Gebärmutter schon sehr viel bewegt wird, glaubt man durch das scharfe Essen einfach die Bewegung und Aktion des Dickdarmes in Gang zu bringen. Dadurch wird wiederum die Gebärmutter von außen stimuliert und so werden die die Wehen ausgelöst.

Meine Erfahrung:

Ich persönlich mag Essen, scharfes Essen jedoch nur ab und an und bin daher nicht wirklich zu dieser Methode gekommen. Hinzu kam, dass ich vor allem während der zweiten Schwangerschaft gegen Ende stark an Sodbrennen litt. Jeder, der mal Sodbrennen – egal in welcher Intensität hatte – weiß, dass es sehr unangenehm ist, dann ich noch etwas Scharfes zu Essen.

Ein Glas Sekt/Wein

Die Überschrift könnte auch lauten: entspann Dich mal! Denn, dass Alkohol in der Schwangerschaft vermieden werden soll, ist mehr als bekannt und dennoch wird es einigen Frauen am Ende der Schwangerschaft empfohlen. Ähnlich wie der Rizinusöls Cocktail soll das Glas Sekt oder Wein einfach eine Entspannung des Körpers – aber auch des Geistes der Schwangeren bezwecken – und so wiederum die Wehen in Gang bringen.

Meine Erfahrung:

Ich habe mich strikt an das Alkoholverbot gehalten und kann daher dazu keine Aussage halten – außer allenfalls meine Meinung kundtun: ich persönlich halte gar nichts von dieser Art der Entspannung.

Rizinus Cocktail

Der Rizinusöls Cocktail wurde mir am Ende der ersten Schwangerschaft auch empfohlen. Nein, falsch. Er wurde mir nahegelegt. Und auch nicht am Ende, sondern als ich bereits sieben Tage übertragen hatte.

Der Cocktail besteht aus Rizinusöl und dazu mischt man etwas Aprikosensaft und auch einen Schnaps.

Meine Erfahrung:

Dafür habe ich mich dennoch nicht entschieden – aus dem ganz einfachen Grund, dass ich Alkohol für völlig falsch in der Schwangerschaft halte.

Wie ein Kind geboren wird

Für mich ist es immer noch ein Mysterium, wie ein Kind geboren wird. Denn eigentlich weiß man bis heute nicht, wie das alles vonstatten geht. Mir hatte mal eine Hebamme gesagt, dass es eigentlich doch immer das Baby ist, welches entscheidet, wann es rauskommt – und eigentlich auch wie es rauskommt.

Anscheinend wird in der Niere des Ungeborenen ein Hormon ausgeschüttet, welches über die Plazenta an den Blutkreislauf der Mutter kommuniziert: Wehen starten. So oder ähnlich soll es ablaufen.

Und wie so oft, denke ich dann in diesen Momenten, dass es doch Wahnsinn ist, dass wir bereits zum Mond reisen können, aber dieses „Mysterium“ Geburt immer noch nicht komplett und ganz verstanden haben…

Wehenförderer und andere Mythen MommyMonday BineLovesLife

Wie war das bei Dir? Hast Du Wehenförderer ausprobiert?

#MommyMonday

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. kunterbunt79 sagt:

    Sex als wehenfördernd…da hat damals mein Mann gestreikt 8)

    Gefällt 1 Person

    1. Auch spannend 🙈

      Gefällt mir

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