Nidwaldner Hof

An einem schönen Abend nach unserem Auszug aus der Wohnung in Bern sind wir an den Vierwaldstättersee gefahren. Übernachtet wurde im Hotel Schlüssel und danach ging es noch lecker essen.

Wir wollten ja eigentlich direkt im Hotel Schlüssel essen. Ist es nicht nur das Nummer eins Hotel bei Tripadvisor für die ganze Schweiz, sondern auch sehr beliebt als Restaurant. Da an diesem Abend jedoch eine Gruppe mit einer Veranstaltung eingebucht war, durften wir uns etwas anderes aussuchen. In Beckenried – so heißt der Ort – gibt es grad mal zwei weitere Restaurants, die uns neben dem hauseigenen Restaurant empfohlen wurden. Unsere Wahl fiel auf den Nidwaldner Hof, der direkt am Wasser gelegen ist. Für uns ansprechend oder ausschlaggeben war, dass es etwas schicker ist, als das dritte Restaurant. Nun gut, besonders schick essen wollten wir nicht gehen – aber man weiß ja in so ganz kleinen Orten nicht wirklich genau, was dann als leger oder sogar als schick angesehen wird.

Fazit vom ersten Eindruck: wir hatten genau die richtige Wahl getroffen. Denn wirklich schick war es nicht. Es war sehr schön. Ja, sehr schön eingerichtet und das Publikum auch eher leger – also kaum jemand mit Kleid geschweige denn Männer mit Anzügen.

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Und dennoch war es sehr gut gefüllt. Rückblickend würde ich sogar sagen, dass es komplett voll war. Einige Kinder waren auch anwesend und es lief dennoch sehr gesittet ab. Ihr wisst ja, dass ich selbst Mama bin und mit gesittet meine ich nicht, dass die Kinder nicht laut waren. Mit gesittet meine ich, dass es, obwohl es ein recht großer Raum mit vielen Menschen war, nicht extrem laut wegen den Kindern war. Dies ist auch nicht so zu verstehen, dass die Kinder immer die lautesten sind, aber oft ist es ja so, dass viele Restaurants so schick und zurückhaltend sind, dass ein Kinderlachen schon gleich den Geräuschpegel sprengt.

Es war viel los. Und aufgrund der guten akustischen Verhältnisse, waren sogar die Kinder unauffällig bis gar nicht zu hören. Mir ist in letzter Zeit nämlich aufgefallen, dass ein schönes Restaurant bei mir auch immer etwas mit dem Geräuschpegel zu tun hat. Ich finde, jeder sollte sich in einem Restaurant, in dem er oder sie Gast ist, wohlfühlen dürfen. Und nicht verbiegen müssen. Nicht leise sein müssen nur weil alle leise sind. Sondern sich so zu benehmen wie man sich fühlt. Und nun, da meine Zeit als Mutter gekommen ist, gefallen mir einige Restaurants nicht mehr so gut, weil man in diesen besonders leise sein muss, um andere Gäste nicht zu stören. Mit einem Kind leise zu sein, finde ich sehr schwer. Unser Sohn ist gerade mal 20 Monate alt und da finde ich es aktuell noch schwer ihn immer zur Ruhe zu bitten. Er lacht halt auch mal laut und gerne. Und ja, das tue ich ja auch. Und manchmal quietscht er auch vor Freude – und das ist ja auch schön. Dennoch sind wir dann diejenigen in den Restaurants, die vor allem Stille und Zurückhaltung fordern, die nicht so erwünscht sind. Also nicht, dass wir mal rausgeschmissen wurden oder so. Aber einfach nur, dass man merkt, wie man unerwünscht ist.

Wie dem auch sei: zurück zum Thema. Zurück zum Nidwaldner Hof.

Unser Essen war vorzüglich und wir konnten es so richtig genießen. Ohne Kind. Mal wieder dem Essen die hundertprozentige Aufmerksamkeit geben. Sich dem Essen hingeben und es richtig genießen. Den Wein entspannt trinken und richtig wahrzunehmen wie dieser Tropfen doch herrlich zu dem Essen passt.

Als Vorspeise hatte ich mir das Rindstartar ausgesucht. Ich liebe Rindstartar. Ich weiß nicht, ob ich das schon mal erwähnt hatte, aber ich liebe Rindstartar. Ich liebe gutes, rohes Fleisch. Und nichts habe ich mehr in meiner Schwangerschaft vermisst als Tartar oder Carpaccio.

Das Rindstartar war wirklich lecker. Leider bin ich kein Fan von getoastetem Toast. Oder Weißbrot. Ich kenne Tartar von zu Hause oder besser gesagt von meinen Eltern. Und da wird es dann mit einer Knoblauchstulle serviert. Ja, mit einem alten dunklen Brot, dass schön in der Pfanne angebrutzelt wird und dann mit Knoblauch berieben wird. Das ist die gute alte Knoblauchstulle. Es muss ja nun nicht immer die Knoblauchstulle im Restaurant sein. Aber wenigstens dunkles Brot. Es muss auch nicht unbedingt getoastet sein. Mir geht es vor allem um den Geschmack von Weißbrot. Es ist eher süßlich und ich finde, dass dieser süßliche Geschmack überhaupt nicht zu Tartar passt.

Aber wie das so bei Essen ist – alles Geschmackssache!

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Und vielleicht gibt es ja einige von euch, die auch lieber Weißbrot dazu essen. Dann ist das auch gut so. Für mich ist es eben nur Geschmackssache. Und auf jeden Fall kein Grund dem Essen einen Punkt abzuziehen (à la „Perfektes Dinner“). Denn mit Weißbrot schmeckt es auch einigen. Nur ich esse es eben nicht gerne zu Tartar. Das macht jedoch das Tartar für mich nicht schlechter.

Zum Hauptgang gab es dann ein fantastisches Rindsfiletmedaillon mit Serviettenknödeln und frischem Gemüse. Fleisch esse ich gerne und besonders dann, wenn es noch gut schmeckt. Das Medaillon hat genau diese Faktoren erfüllt. Es war sehr gut auf den Punkt gebraten, wie ich es lecker finde. Und die Beilagen stimmten. Gemüse kann leider auch sehr oft schlecht sein. Zu einfallslos oder auch zu wenig variantenreich. Manchmal auch zu viel oder unpassend zu der anderen Nicht-Fleisch-Beilage.

Dazu ein leckerer Rotwein. Leider habe ich mir nicht mehr aufgeschrieben, was es für einer war. Sorry. Aber er passte gut. War jedoch nicht sonderlich erwähnenswert. Passte einfach. Punkt.

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Dann kam natürlich die Frage aller Fragen: Dessert oder kein Dessert?

Für jeden unter euch, der mich kennt, keine unerwartete Antwort: Natürlich Dessert! Aber nur, wenn es auch lecker ist!

Schon oft musste ich bei Tripadvisor weniger Punkte geben, weil das Dessert leider nicht ganz so berauschend war.

Denn: für mich ist das Dessert eine wahre Kunst. Ich liebe Süßes. Ich liebe Desserts. Ich liebe vor allem extrem süße Sachen. Ich finde die Kombination von Frucht mit Schokolade sehr fragwürdig und bin dennoch offen für Experimente wie Vanilleeis mit Kirschtomaten und Basilikum.

An diesem Abend fiel die Entscheidung schwer. Alles war irgendwie zu viel und nichts überzeugte mich wirklich. Da ich jedoch wusste, dass dies unser letzter Abend in der Schweiz war, musste ich doch noch zugreifen. Ein Toblerone-Schoggimousse sollte mir diesen Abend noch mehr versüßen.

Laut Karte gab es hierzu auch Früchte, aber ich mag das ja nicht. Und so konnte ich die Kellnerin überreden, dass ich einfach mehr Schoggimousse bekomme und die Früchte reduziert werden dürfen.

Was dann kam, seht ihr unten auf dem Bild. Zwei süße Bällchen den Schoggimousse auf einem Fruchtspiegel. Wir haben uns dann ganz romantisch in die Kaminecke zurückgezogen und das Schoggimousse dort gegessen. Mein Liebster steht ja nicht so auf Süßes, aber das Schoggimousse war dann auch lecker genug für ihn.

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Fazit von diesem Besuch im Nidwaldner Hof: ein schönes Restaurant. Laut Website bewirbt es dieses Restaurant als gemütlich und ich finde es schön. Aber gemütlich…mh, weiß ich nicht. Gemütlich ist für mich oft auch kuschelig und kuschelig war es nicht. Es ist modern. Schön. Und auch sehr lecker. Das Dessert kann sogar was. Also einen Besuch am Vierwaldstättersee wert.

#TravelTuesday

 

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