Mille Sens

Eigentlich bräuchte es wirklich mal einen Tag mit „G“ in der Woche. Also einen Tag, der auch mit dem Buchstaben „G“ beginnt. Denn in letzter Zeit poste ich ja so einige von unseren Gourmet-Erfahrungen in Bern. Und da müsste doch ein Tag als Gourmet-Gienstag oder Gourmet-Gittwoch her. Vielleicht doch dann auch ein Gourmet-Gonntag. Unzählige Möglichkeiten.

Aber nun gut, da es diesen Tag mit „G“ als Anfangsbuchstaben noch nicht gibt, wird es wohl dabei bleiben, dass ich meine Restaurant-Erfahrungen am Dienstag mit euch teile. Der Dienstag ist ja klassischerweise der TravelTuesday. Und zum Reisen gehört ja nicht nur in andere Länder zu reisen, sondern sich aus der Wohnung und der gewohnten raus zu begeben und mal etwas Neues zu erfahren.

Eines der beliebtesten Restaurants aus Tripadvisor für die Stadt Bern ist das Mille Sens. Tausend Sinne – frei übersetzt. Mh, ganz schon hohe Messlatte, die sich die Besitzer hier selbst gelegt haben. Also den Namen so zu wählen. Ich hatte das Mille Sens auch schon des Öfteren in Bern gesehen. Es ist in der Schweizerhofpassage. Die Passage ist für Schweizer Verhältnisse nicht grad attraktiv. Also sie ist okay, aber nicht besonders schön. Und wie so oft in Bern herrscht auch in dieser Passage der Stil der Achtziger Jahre vor. Oder ist es sogar eher der Stil der Neunziger. Also diese Plastikgeländer in einem hellen Bordeauxrot oder in Dunkel-Türkis. Wisst ihr was ich meine? Das erinnert mich irgendwie immer an die Achtziger oder sogar Neunziger. Ich finde es nicht besonders schön. Hässlich würde ich auch nicht sagen, aber einfach anders. Aus anderen Zeiten. Das Mille Sens befindet sich in der Schweizerhof-Passage im Obergeschoss und man sieht beim Vorbeilaufen natürlich nicht oben rein. Aber man sieht die Treppen. Und das Geländer. Und das ist dann in diesem Achtziger oder Neunziger Style. In dem Fall nicht Türkis sondern helles Bordeauxrot.

Als wir dann also am Freitag zum Essen ins Mille Sens gegangen sind, war ich echt gespannt, wie dieses Restaurant wohl von innen wirkt. Ich muss sagen, ich bin da wirklich frei von Vorurteilen oder Erwartungen. Denn ein Restaurant muss nicht immer nur dem Äußeren nach zu beurteilen sein. Nein, ich würde sagen, das Äußere oder besser gesagt das Ambiente entsteht auch durch die Erfahrung des Essens, den Genuss und auch ganz wichtig dem Team. Wenn es unfreundliche Kellner oder zu laute, unpassende Hintergrundgeräusche gibt, dann kann das Restaurant noch so schön eingerichtet sein. Bringt dann alles nix.

Zurück zum Mille Sens. Wir gingen also die Treppen hoch und siehe da: ein Restaurant im Kaffeehaus-Stil. Also Fließen auf dem Boden und Tische – zwar mit Tischdecke – aber nicht sonderlich fancy. Die Kellner jedoch alle sehr klassisch gekleidet, also mit weißem Hemd für die Männer und weißer Bluse für die Frauen und langer Schürze. Da ich selbst auch mal in der Hotellerie in einem Restaurant gearbeitet habe und mich da so ein wenig auskenne (würde ich mal so nennen ;)), wusste ich schon bei der Kleidung der Kellner, dass es wohl wirklich fancy und schick zugehen wird.

Das Restaurant ist auf jeden Fall ein völlig anderer Stil als der im Café Restaurant Entrecôte oder sogar als der Stil im Essort. Auf jeden Fall kein schlechter erster Eindruck. Das Essen gibt es dann zum Mittag in zwei Varianten. Einmal klassisch etwas von der Karte wählen oder das Business Lunch. Und jetzt mal: alle Restaurants und Hotellos hergehört – dieses Business Lunch ist so einzigartig und eine so klasse, clevere Idee! Muss meiner Meinung nach überall eingeführt werden.

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Denn, das Business Lunch ist einfach ein großer Teller mit vier kleinen Tellern drauf. Vorspeise, Suppe, Hauptgang und Dessert. So genial und doch so einfach. Ich war begeistert. Eine kleine Suppe und danach Linsen. Zum Hauptgang gab es hauptsächlich Fleisch mit etwas Gemüse und als Dessert ein bisschen Apfelcrememus. Ich finde die Idee vor allem deshalb so toll, da es ein komplettes Menü ist und doch nicht zu viel. Für alle, die mittags auch mal Abwechslung möchten und nicht nur ein Gericht essen möchten, ist so ein Business Lunch Teller wirklich gut. Denn man ist dann auch nicht so voll und wird so schläfrig nach dem Mittag.

Aber wie es schmeckt, kann ich nicht beurteilen, da ich von etwas anderem mehr angezogen war.

Wer mir hier schon länger folgt oder mich sogar persönlich kennt weiß, dass ich Carpaccio über alles liebe. Und Tartar. Beide sind meine Favoriten. Und im Mille Sens hat der Koch wohl den gleichen guten Geschmack wie ich. Denn: es gibt hier ein Carpaccio mit Tartar. Tja, was soll ich da schon anderes sagen außer: einmal bitte. Und zwar für mich! Wem da nicht beim Lesen schon das Wasser im Mund zusammen läuft – selbst dran Schuld. Ich könnte hier grad in meinen Laptop beißen, wenn ich das schon schreibe.

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Zum Hauptgang hatte ich dann Fisch. Fisch mit Gemüse und auch mit Garnele. Lecker. Ja. Ganz einfach, simpel und doch schmackhaft. Aber nicht sonderlich erwähnenswert. Manchmal muss man auch nicht so viel über das Essen schreiben.

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Auf jeden Fall eine Empfehlung wert – und auch abends möchte ich mal im Mille Sens Essen. Mittag und Dinner sind ja oft nur durch unterschiedliche Uhrzeiten zu unterscheiden, aber im Mille Sens gibt es abends sogar eine andere Karte mit völlig anderen Gerichten.

Guten Appetit!

#TravelTuesday

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