Schiffergesellschaft

Die Sehnsucht ist dem Menschen oft lieber, als die Erfüllung.

 

Diese Worte empfangen uns als eine der ersten in einem schönen und überaus verträumten nordischen Städtchen.

 

 

Lübeck liegt direkt an der Ostsee und scheint eine doch so völlig andere Welt zu sein. Mich hat es von Anfang an sehr stark an Schweden erinnert. Nein, das Licht hat mich an Schweden erinnert. Vor sechs Jahren war ich zum ersten Mal in Schweden und durfte die wunderbare Seite dieses nordischen Landes kennenlernen. Denn, dass die Sonne im Sommer einfach länger da ist, wissen viele, jedoch nicht, dass das Licht tagsüber ein wahrlich magisches ist.

Auch Lübecks Sommerabende erstrahlen in diesem herrlichen Licht. Es ist hell ohne grell zu sein. Es ist sonnig ohne zu heiß zu sein.

Die Häuser, die Straßen, ja gar die Menschen erstrahlen in einem besonders warmen und einfach nur sympathischen Licht.

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Schiffer kann nicht jeder sein

Unsere kleine Ferienwohnung mit Schwedenofen, der natürlich nichts für den Sommer ist, hat uns dennoch herzlich empfangen. Und die Empfehlung der Stunde war die Schiffergesellschaft. Ein historisches Haus, welches bereits am 26. Dezember 1401 gegründet wurde. Als Institution für die Seefahrt, die weit über das ursprünglich beschriebene soziale Engagement hinausgeht ist sie zu dieser Zeit schon lange.

Seit 1869 ist die bis heutige gültige Satzung von der Schiffergesellschaft erhalten: Mitglied der ‚Schiffergesellschaft‘ kann nur werden, wer das Kapitänspatent auf Großer Fahrt (AG/A6) hat. Bewerber müssen nachweisen, dass sie ein Schiff führten, für dessen Führung das oben erwähnte Patent vorgeschrieben ist und in Lübeck oder Umgebung wohnen.

Das Essen musste somit auch für uns herrlich seemannstauglich sein. Und da der traditionelle Teil so überfüllt war, haben wir uns sogar in den Kapitänssaal setzen dürfe. Und das in Jeans und Shirt.

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7 Türme und weitere Schlemmereien

Ich durfte lernen, dass sieben Türme das Wahrzeichen der Stadt Lübeck sind. Insgesamt fünf gotische Hauptkirchen auf dem Altstadthügel der Hansestadt haben mit ihren sieben Türmen das Stadtbild geprägt und so verzehrte ich an jenem Dienstagabend Lachs und Dorschfilet. Das Gericht war ausgezeichnet und ich liebe Fisch. Wenn ich ehrlich sein darf, freue ich mich immer wieder, wenn wir Urlaub am Wasser machen. Denn Fisch bekommt man nirgends frischer und origineller.

Bald schon steht unser Besuch in Bremen an und ich bin schon ganz gespannt, was mich dort kulinarisch erwarten wird.

Auch den Kartoffelkeller, den wir am zweiten Abend besuchten, kann ich nur empfehlen. Sicherlich ein Lokal für den Winterbesuch in Lübeck, dennoch bei uns immer ein Renner. Denn Kartoffeln, egal ob als Stampf-, Salz- oder Bratkartoffel könnten wir hier alle jeden Tag essen.

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Und süß geht es auch her

Für mich war die größte Freude am Besuch in Lübeck die Vorfreude auf den Besuch im Café Niederegger. Ich hatte mich belesen und durfte erfahren, dass dieses Café tatsächlich das Beste in Deutschland sein soll. Da war ich schon beim Café Dallmayr in München und war wirklich gespannt, wie die Lübecker das noch toppen wollten.

Schon beim Betreten der Süßmanufaktur aus Mandeln und Zucker besticht der Laden mit wunderschönen Torten, Kuchen und Allerlei aus Marzipan. Das klassische Marzipan nicht zu vergessen. Ich habe ja so einen Tick – oder hatte ihn – ich kann keine Tiere aus Marzipan essen. Nicht, dass ich Vegetarier bin, aber als ich als Kind die Schweine oder auch kleine Figuren aus Marzipan geschenkt bekommen habe, standen diese immer ewig in meinem Schrank als schöner Hingucker. Gegessen habe ich sie nie. Ob ich diesen Tick noch habe, weiß ich nicht, denn schon lange habe ich kein Marzipantier mehr geschenkt bekommen. Für mich sind die Tiere immer zu schön gewesen, um sie einfach zu essen.

Bei Marzipankartoffeln kann ich reinhauen, aber die Tiere – das ist eine andere Kategorie.

Die berühmte Niederegger Nusstorte haben wir nicht probiert, dafür aber Cappuccino mit Marzipan, schwarzen Tee mit Marzipan und für Junior sogar heiße Schokolade mit Marzipan. Und Kuchen. Ja klar, gab es den auch. Ich habe mich für die „kleine“ Mohrenkopftorte entschieden. Mit zwei Schichten Marzipan genau mein Ding. Wenn ich süß esse, dann schon richtig. Warme Marillen mit Vanilleeis und einer Marzipankruste war das, was mein Liebster bestellte. Und weil es auch noch Mohnkuchen gab, musste der auch noch her.

Wenn Du auch Kinder hast, wirst Du wissen, dass süß immer geht. Aber wir mussten echt lachen, als Junior nicht mal mehr seinen Kakao, der bei uns übrigens Kakakao heißt, austrinken wollte. Ein Learning für mich: das Kind merkt schneller, dass es überzuckert ist, als ich.

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Und ja, der Service war ausgezeichnet. Es war kein unangenehmes „in-den-Arsch-kriechen“ – es war ein herzlicher, zuvorkommender und wirklich lieb gemeinter Service. Eine Dienstleistung, wie man sie sich im klassischen Sinne vorstellt. Ich glaube, das ist es, was das Café Niederegger als das beste Café in Deutschland auszeichnet: die Mischung aus edlen Speisen mit einem extrem höflichen Service.

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Marzipan-Salon

Der Marzipan-Salon war unsere Rettung als draußen das Unwetter mit unendlich scheinendem regen begann. Denn so durften wir lernen, dass ein Ulmer die Spezialität des Marzipans nach langem Reisen in den Norden und somit nach Lübeck trug.

Die Zeitreise nimmt einen mit und verrät nicht zu viel. Denn wie bei vielen großen Geschäften gibt es immer eine „Geheimzutat“ – so auch beim Marzipan Niederegger. Für Gruppen ab 10 Personen kann man sich sogar im Rahmen des Café-Besuchs eine Marzipan-Modellierung vorführen lassen. Diese geschieht auch heute noch liebevoll von Hand.

Natürlich mussten wir auch ein wenig shoppen und hatten schon länger vorausgeplant. Der Besuch in Lübeck war perfekt getimed, denn wir wussten, dass bald ein Geburtstag bevorstand – und Marzipan das passende Geschenk sein würde.

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Am Wasser und doch auf einer Insel

Lübecks Altstadt liegt auf einer Insel umgeben von Wasser und bei der Touristen Information haben wir gelernt, dass wirklich die ganze Insel eine Sehenswürdigkeit ist. Wir wohnten ja mit unserer Ferienwohnung direkt auf dieser und waren somit froh alles fußläufig erreichen zu können.

Das Lübecker Holstentor hat mich ehrlich nicht ganz so fasziniert. Mehr jedoch der Fakt, dass es schon fast ein wenig an den schiefen Turm von Pisa erinnert, denn auch das Tor neigt sich stark in einer nicht grad senkrechte Richtung. Fotos wurden dennoch gemacht – gesehen, fotografiert, so macht man das.

Die Innenstadt war wirklich beeindruckend und die zwei Tage, die wir dort verbrachten, haben wir reichlich zu Fuß erkundet. Eine tolle, schöne und meiner Meinung nach typisch nordische Stadt. Man merkt, dass es hier noch Geld gibt, um die Bauten in Schuss zu halten. Als Studentenstadt fand ich es auch schön, dass an fast jeden Haustüreingang auch Blumen dazugehörten, die auf der Straße blühten. Als gebürtige Berlinerin weiß ich, dass sowas in meiner Stadt wohl eher alles schon abgerissen oder randaliert wäre. Nun ja, so sind die regionalen Unterschiede.

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Zum Abschluss noch was Süßes

Und weil wir nicht genug bekommen konnten, haben wir uns am Abreisetag noch den Besuch in der Schwartau Werksfabrik gegönnt. Mein Papa liebt Marmelade. Sauerkirsche um genau zu sein. Und Schwartau hatte eine große Auswahl parat.

 

Danach ging es ab nach Hamburg und mit dem Zug in nur einer Stune 40 nach Berlin.

 

#TravelTuesday

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