Flug 249 – Osaka wir kommen

Wer nach Japan fliegt und sich dort ein Auto mieten möchte, der braucht nicht nur einen internationalen Führerschein. Ja, eigentlich kann man auf den sogar gänzlich verzichten. Was man aber unbedingt benötigt, ist eine japanische Übersetzung des deutschen Führerscheins. Diese Übersetzung sollte beglaubigt sein. Im Ausland oder in Deutschland kann man das nicht machen lassen.

Den Führerschein kann man sich nur in Japan selbst in einer Botschaft der Bundesrepublik Deutschland übersetzen lassen. Wer gut plant, der kann damit schon spätestens fünf Wochen vor der Reise damit beginnen, damit alles rechtzeitig von Deutschland aus losgesandt werden kann.

Denkste also ist ganz einfach? Ja!

Aber nicht, wenn wir reisen. Wir reisen wie die Friseure. Wer den Ausdruck kennt, weiß, dass solche Menschen eher kurzfristig und unvorbereitet in die Situation gehen.

Uns fiel das alles erst drei Tage vor der Hochzeit auf. Denn direkt am Sonntag – also am Tag nach der Hochzeit – war der Flug nach Japan gebucht. Irgendwie hatten wir dann gelesen, dass man doch nicht so weit mit dem internationalen Führerschein kommt. Also musste die japanische Übersetzung her und diese gibt es ja nur direkt in Japan.

Nun könnte man in Panik verfallen und sagen: „Oh je, was soll das?“

Erstmal entspannt bleiben. Ich bin sonst auch eher der Planer, habe aber durch meinen Mann gelernt, dass ungeplant oft vielleicht stressig werden kann, aber meist einfach nur unnötigen Stress aus der Situation in der Vorbereitung nimmt.

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Einmal übersetzen bitte

Ich hatte ja schon lange keinen richtigen Jetlag mehr. Die letzte Reise gen Osten, denn nur in diese Flugrichtung ist mein Jetlag sehr stark ausgeprägt, liegt schon drei Jahre hinter mir. Damals kamen wir aus Florida zurück und weil ich einfach wieder arbeiten gegangen bin, ist der Jetlag „normal-jetlaggig“ gewesen.

Diesmal also nach 10 Stunden und 40 Minuten Flugzeit im feucht-heißen Osaka angekommen, ging es für uns erstmal direkt rein in die Stadt zum Konsulat der Bundesrepublik Deutschlands. Denn KIX – der Kansai International Airport von Osaka – liegt auf einer vorgelagerten Insel knapp 60 Minuten Autofahrt von Osaka Stadt entfernt. Osaka war also nach genau 26 Jahren mein erstes Mal als Erwachsene in Japan. Von 1988 bis 1990 habe ich mit meinen Eltern in Tokyo gelebt und will immer nochmal dahin – komme was wolle und komme was meine Eltern sagen 😉 – aber halt nur mit ihnen zusammen. Daher war es diesmal auch eher ein Urlaub in Japan, aber nicht in dem Japan, das ich aus meiner Kindheit kenne, sondern ein anderer Teil Japans.

Japan als Reiseziel war auch irgendwie wegen meiner Schwangerschaft ein schönes Reiseziel. Anforderungen an den Urlaub waren Strand, was Aufregendes und was Besonderes. Malediven oder Seychellen wäre uns eventuell zu langweilig geworden – dennoch ein bisschen Strand schadet nicht. Ausserdem wollte ich ein Reiseziel, das nicht so alltäglich ist. Nach Florida oder in die Karibik kann ich immer, aber Japan ist schon cool.

Wir kamen also an und fuhren mit dem „Rapid Express“ nach Osaka  – wobei ich mal sagen muss, wenn das Express ist…das können die Japaner besser. Das weiß ich. Übersetzt ist es vielleicht eine S-Bahn. Aber Rapid? Nee, sorry.

Im Zug dachte ich dann „Wahnsinn, wieder in Japan“, aber wirklich anders oder fremd kam es mir nicht vor. Eher vertraut und ja, irgendwie wie zu Hause. Die Straßen, die Gerüche, die Menschen, die Sprache – mein Gehirn hatte das schon mal irgendwo wahrgenommen. Mein Mann fand es definitiv ausländischer als ich. Ich fühlte mich richtig wohl – ein schönes Gefühl – endlich wieder hier.

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Cappuccino in Osaka

Irgendwann kamen wir also an und ich konnte einfach nicht mehr. Stützstrumpfhose und Blutverdünnungsspritze helfen echt bei langen Flügen, aber die Müdigkeit vor allem wenn man nur Filme guckt und auch die Nacht davor (ja stimmt, wir hatten ja geheiratet und gebührend gefeiert) wenig geschlafen hat schlagen dann doch zu. Mit diesem Gummiknüppel der den Kopf so matschig macht und meine Bewegungen so langsam und träge, obwohl um mich herum alles schnell ist.

Vielleicht lag es auch an der Schwangerschaft – keine Ahnung.

Auf jeden Fall, musste ich erstmal in ein Café. Das erste was wir sahen, betrat ich. Ein französisches Bistro in dem sogar französisches Radio lief. Also das soll Japan sein? Nein, diese Frage musste ich mir nicht stellen. Eher musste ich schmunzeln, dass ich genau in diesem Café gelandet war. Aber ein Cappuccino geht immer. Ich habe nichts gegen Matcha, den die Japaner lieben und am liebsten in alles mischen, dennoch hilft in einigen Fällen nur noch Koffein.

Japan Osaka Cappuccino

In Cafés sitzen und Menschen beobachten gehört schon länger zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Mit meinem Liebsten erfinde ich dann Stories zu den Menschen. Für mich war diese Pause in Osaka auch eine schöne Abwechslung und ich hatte das Gefühl ein wenig mehr Japan verstehen zu können, wenn sowas überhaupt geht. In der Mittagspause waren jedoch genügend Business Leute, Mütter mit Kindern und auch Jugendliche unterwegs.

Was ich auf jeden Fall schon erkannt hatte war, dass zu große Schuhe irgendwas zu bedeuten haben. Was genau, werde ich auf dieser Reise noch herausfinden.

Japan Osaka Souptime

Suppe vom Automat

Ich liebe Klischees. Ich liebe Klischees deshalb, weil sie oft mehr über die Menschen, die sie aussprechen sagen, als über das eigentlich Beschriebene. Daher auch hier die Überschrift: Suppe vom Automat. Wenn ich mal in Tokyo bin, werde ich auch die Überschrift „Menschen in die U-Bahn drücken“ wählen, einfach weil es so bekloppt ist. Keine Ahnung, wer das mal gesehen hat – ich will Beweise! Aber dazu ein anderes Mal mehr.

Nach einer guten Stunde hatten wir dann die Übersetzung und ich hatte ein wenig Energie getankt. Dennoch war es auch Mittagszeit und wir mussten ja noch weiter nach Kyoto – daher musste ein Mittagessen her. Ich nehme es schon vorweg, ich bin kein Fan von Google Translate oder zu viel in Reiseführern lesen, ich erkunde lieber selbst.

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Wir beide lieben Suppen. Deftige Suppen sind ja jetzt im Herbst und Winter auch wieder bei uns in Deutschland auf dem Tagesplan, dennoch sind japanische Suppen eine normale Mahlzeit und deshalb so besonders lecker, weil wir unsere Suppen selten so essen wie die Japaner.

Oft ist zwar etwas von Fisch oder anderem Seafood dabei, dennoch ist das kein No-Go.

In einem Kaufhaus befand sich im Untergeschoss ein schöner Laden. Die Suppe wählte man am Automaten und zahlte auch dort – den Beleg nahm dann eine Dame entgegen, die diesen wiederum in die Küche reichte. Ein paar Minuten später hatten wir unsere Suppen. Ich wählte etwas mit Pilzen. Ich habe immer das Gefühl in asiatischen Ländern gibt es mehr Pilze als bei uns – das kann aber auch einfach nur eine verschobene Wahrnehmung von mir sein.

 

Auf geht’s nach Kyoto – mehr dazu nächsten #TravelTuesday

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