1989 vs 2016

Das ist wirklich eines der coolsten Erlebnisse gewesen, in ein Land zu reisen, das ich schon als Kind besucht hatte. Nein, anders gesagt: ein Land, in dem ich mal gelebt habe.

 

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Der Tag begann eigentlich ganz schön, denn wir sind entspannt etwas zum Frühstück holen gegangen und wollten dann schön durch die Stadt, um in den Kinkaku-ji zu gehen. Den goldenen Tempel hatte ich schon als Kind besucht und davon gibt es auch ein Foto – ich glaube, dass ich mich auch nur wegen Foto erinnere dort gewesen zu sein.

Als wir dann mit dem Frühstück in der Hand aus den Fenstern der Bahnhofshalle hinausblickten, waren wir jedoch alles andere als begeistert. Es regnete. Es schüttete. Ja, wie verrückt sogar. Och nee. Das muss doch nicht sein. Nichts gegen Regen, aber so ein Regen – egal wie warm es eigentlich ist – drückt wirklich immer die Stimmung. Und es war auch kein vorüberziehender Regen – die dicke Wolkendecke wollte auf jeden Fall auch bleiben und uns den ganzen Tag lang begleiten.

Also nochmal zurück zum Hotel – denn dort konnten wir uns ja einem Schirm holen. Und beim Concierge fragten wir auch noch, was wir überhaupt bei Regenwetter machen konnten. Der Nijo-jo war also das Ziel, denn dieser Tempel ist auch innen zu besichtigen und bietet somit ein wenig Schutz vor dem Regen. Die hohe Feuchtigkeit und der Regen setzten mir doch etwas zu, aber zum Glück waren die U-Bahnen und die unterirdischen Gänge des Nahverkehrs schön kühl.

Breakfast for Champions Kyoto BineLovesLife

Ich hatte an diesem Tag extra meine schicken Socken angezogen, die mir meine Eltern mal vor Jahren aus Japan mitgebracht hatten. Denn in japanischen Restaurants und auch in Tempeln muss man die Schuhe ausziehen – da wollte ich doch mit schönen Socken auftrumpfen und nicht mit blöden europäischen.

Nijo-Jo 2016 Entrance Tori Kyoto BineLovesLife

Vogelgezwitscher im Tempel

Der Nijo-jo war ein großer Tempel mit entsprechend ausladener Tempelanlage – Grünfläche und Parks und auch ein kleiner Tümpel. Wir gingen jedoch erstmal rein und schauten uns die den Tempel von innen an. Schon das Schuhe ausziehen war ein schöner „Event“ – zumindest die Japaner dabei beobachten, wie sie sich wendig drehen, um auch gar nicht mit den Schuhen die Matte zu berühren, die nur für die Schuhe da ist. Irgendwie glaube ich, dass Japaner aufgrund der hohen Einwohnerzahl und dem begrenzten Raum feinfühliger sind. Mehr Rücksicht nehmen und somit auch irgendwie mehr auf ihr Verhalten in der Öffentlichkeit achten, damit auch ja kein Mitmensch in  die Bedrängnis kommt.

Ich habe irgendwie gedacht, wenn wir in Europa wären, dann wären bestimmt auch einige Leute mit ihren Schuhen auf die Matte getreten. Irgendwie sind wir in Europa doch grober und leider auch oft „hässlicher“ zueinander.

Im Tempel selbst waren wir dann beeindruckt von der Größe und auch den schönen Räumen. Der Shogun in Kyoto hatte hier früher viel Platz und auch entsprechend viele Räume für die unterschiedlichen Besucher, die nach Rang eingestuft wurden.

Nijo-Jo 2016 Kyoto Park BineLovesLife

Die Dielen des Tempels sind alle so ineinander verankert, dass beim Laufen ein Geräusch entsteht, das an Vogelgezwitscher erinnert. Diese Bauweise ist natürlich äußert clever, denn so wurden unerwünschte Besucher schon von weitem gehört und die Wachen konnten sich um die „kümmern“ ohne, dass der Shogun davon etwas mitbekommen musste. Wir haben dann beide mal versucht ganz langsam und leicht zu laufen, damit es nicht „zwitschert“ – und ja, wenn man sich konzentriert, dann klappt es auch. Dennoch war es damals – zu den Zeiten den Shogun – sicher anders. Denn Eindringlinge kamen sicher nicht in Shorts und Shirt, sondern in mit Rüstung. Und vor allem das Gewicht macht die Töne, die auch nicht bei jeder Diele ertönen und nicht immer am gleichen Ort erzeugt werden.

Da wir im Tempel keine Bilder machen konnten, habe ich nur Bilder von außen – und musste dann doch feststellen, dass ich hier auch schon mal als Kind war. Was für ein Zufall wieder.

Nijo-Jo Tempel Kyoto Honeymoon BineLovesLife

Nijo-Jo 2016 Kyoto Japan BineLovesLife

Golden Tempel

Und dann kam nach dem ganzen Regen ein Fünkchen Sonne raus – wir müssen los! Dringend! Wir müssen jetzt wirklich schnell zum Kinkaku-ji, denn den will ich sehen. Regen hin oder her.

Also schnell in die U-Bahn gesprungen und dann ab zum Kinkaku-ji. Der Weg dahin war recht einfach. Man fährt ein paar Stationen mit der U-Bahn und wenn man clever ist – wir waren es an dem Tag nicht – findet man auch gleich den Weg zum Bus. Der bringt einen dann in die Parallelstraße vom Tempel. Auf dem Weg zum Tempel fing es dann wieder an zu Tröpfeln, aber wir ließen uns nicht aus der Ruhe bringen. Es war deutlich voller als am Kinkaku-ji. Und ich glaube, das hängt auch damit zusammen, dass ein goldener Tempel marketingfähiger ist. Sieht schöner aus – lässt sich leichter was draus machen.

Kinkaku-ji Kyoto Japan Honeymoon BineLovesLife

Wir liefen rein und sahen schon von weitem die Menschenmassen, die vor dem See, der den Tempel umgibt, ein Foto machen wollten. Meine Mama hatte mir schon gesagt, dass es damals – 1989 – wirklich schwer war einen geeigneten Platz für ein Foto zu finden, weil der See von Bäumen gesäumt war. Und heute – ja, ich sage mal so: drei Bäume standen bestimmt noch. Es war auch sehr voll. Die Parkwächter scheuchten die Menschenmassen auch mit dem Megaphon, das sie doch bitte weitergehen sollen. Natürlich alles eher zurückhaltend japanisch, aber dennoch mit Nachdruck. Ich fühlte mich nicht bedrängt und wir hatten genügend Platz und Zeit für mehrere Fotos, dennoch waren wir froh, dass unsere „erste Tempelerfahrung“ im Ginkaku-ji wirklich entspannter war und auch vom Wetter her nicht so unangenehm. Den Rest der Tempelanlage säumt ein kleiner Wald und Park, in denen man entspannt langlaufen kann. Wir sind jedoch nur rasch hindurch, da es schon wieder anfing zu regnen.

Kinkaku-ji 1989 Honeymoon BineLovesLife

Kinkaku-ji 2016 Kyoto Japan Honeymoon BineLovesLife

Erstmal Suppe – sorry, Ramen

Bei Regen, im Herbst und Winter, ach, nein, eigentlich immer könnte ich eine leckere Ramensuppe essen. Und direkt gegenüber vom Tempel war ein kleines Restaurant, das uns perfekt erschien. Hier konnten wir uns ein wenig stärken und dann wollten wir noch in den Zen-Tempel.

Doch der Regen hörte leider nicht auf. Dann hieß es also mal abwarten. Wir sind dann noch mit dem Bus Richtung Zen-Tempel gefahren, aber der Regen ließ nicht nach. Kurzfristig wurde umdisponiert und wir sind mit dem Bus zurück zum Bahnhof – dort war auch unser Hotel, um noch mal im Isetan einkaufen zu gehen und dann ging es mit dem Zug wieder zurück nach Osaka.

Bentobox Japan Kyoto BineLovesLife

Ein Zug mit Verspätung – in Japan?

Ja, leider war es so. Nein, nicht nur eine Verspätung, sondern gleich zwei Züge hatten Verspätung und wurden verschoben. Um 20 Uhr wurde uns dann mitgeteilt, dass es doch keinen Zug mehr geben wird. Wir sollten lieber mit Bus fahren – der würde auf jeden Fall fahren.

Mit Bento Box an Board und entspannt im Bus ging es dann auf nach Osaka – zum Stargate Hotel. Dort wurde die Nacht nur kurz, denn der Flug ging schon um 7 Uhr.

Japanese Origami Kyoto Honeymoon BineLovesLife

Der Urlaub sollte nicht nur „Landurlaub“ sein, sondern auch ein bisschen Strandurlaub und Flitterwochen – wie man es klischeemäßig kennt. Also runter zu den Okinawa Inseln.

 

Weiter geht es nächsten Dienstag – am #TravelTuesday

Kinkaku-ji 2016 Kyoto Japan BineLovesLife

Nijo-Jo 2016 Kyoto Japan Honeymoon BineLovesLife

Nijo-Jo 2016 Details Kyoto Japan Honeymoon BineLovesLife

 

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