Medienkompetenz bei Kindern fördern?

Oder doch eher bei den Eltern?

Ein sehr aktuelles Thema – zumindest in meiner digitalen Blase – ist das Thema Medienkompetenz für Kinder.

Was ist Medienkompetenz?

Nicht erschrecken, denn auch ich kannte das Wort vorher nicht. Medienkompetenz bedeutet für mich – auf den ersten Blick oder quasi das erste Hören – dass man einfach wissend mit den Medien umgeht.

Bei der Medienkompetenz für Kinder geht es vor allem, um die digitale Medienkompetenz. In der digitalen Welt in der nicht mehr das Fernsehen eingeschlossen ist, sondern auch der Fokus auf Smartphone, Laptop und iPads liegt, lese und höre ich immer wieder wie es doch so viele Apps und Nutzungsmöglichkeiten für Kinder gibt.

Ein sehr aktuelles und sicher auch immer größer werdendes Thema ist das Thema Medienkompetenz bei Kindern.

Ich muss da sicher ein bisschen ausholen, denn Medienkompetenz und speziell digitale Medienkompetenz beschränkt sich meiner Meinung nach nicht nur auf die Kinder. Auch Eltern, Erzieher, Lehrer und Senioren gehören zum Thema Medienkompetenz. Die Kompetenz sich nicht im Internet zu verlieren fällt ja schon den meisten Menschen – mich auch eingeschlossen – schwer.

Als Junior geboren wurde, hatte mein Papa sofort einige Apps auf dem iPad, die er für Junior vorgesehen hatte. Natürlich hat es eine Weile gedauert bis Junior mit diesen Apps am iPad spielen konnte und da wir zu Hause kein iPad haben, ist die Nutzung davon nur auf die Besuchszeit bei meinen Eltern ausgelegt.

Ich war anfangs sehr skeptisch, was diese Apps alle bringen sollten, denn ich bin eindeutig Team Buch. Ich liebe Bücher und finde vor allem für Kinder das Buch den perfekten Weg, um in die Welt voller Geschichten und Fantasie einzutauchen. Apps und Smartphones sind mir da zuwider. Nun ist es fast schon zum Ritual geworden, dass Junior regelmäßig bei Oma und Opa am iPad mit diesen Apps spielt. Wir regeln das ganz einfach so, dass immer, wenn es dunkel ist ein wenig am iPad gespielt werden darf. Anfangs waren wir noch dabei und nun lassen wir auch öfter allein mit den Apps sitzen.

Als die kleine Kaiserin dann geboren wurde, hat es sich quasi von selbst ergeben, dass sie irgendwann auch daneben saß und zuschauen wollte. Sie ist definitiv viel früher dran und somit auch wirklich früher in Kontakt mit der digitalen Welt gekommen. Ich glaube Junior war damals knapp drei als er zum ersten Mal mit den Apps gespielt hat.

Unsere Aspekte der Medienkompetenz

Für uns zu Hause ist das Thema iPad nicht relevant, denn wir haben keins und so kann Junior auch nicht mit diesen Apps spielen. Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, dass man Regeln schafft und somit einen Rahmen für die Nutzung setzt. Die Anwesenheit von einem der Erwachsenen finde ich auch wichtig, denn so verlieren sich die Kinder nicht in der App oder dem Spiel.

Zu den Aspekten der Medienkompetenz zählt sicher auch, was man und wie viel man etwas konsumiert. Da wir aktuell nur diese Apps auf dem iPad meiner Eltern haben, spielen die Kinder nur damit. Es sind Märchen Apps: die Kinder bekommen abwechselnd eine die Geschichte vorgelesen und müssen teilweise auch einige Aufgaben – zum Beispiel Äpfel für Frau Holle pflücken – erledigen.

In unserem Urlaub in Kroatien hatte ich ein zweites Smartphone, das quasi leer war, bis auf die Lufthansa App, die ich Junior heruntergeladen hatte. Dieses Spiel konnte er dann während des Fluges spielen. Da wir nebeneinander saßen und ich mit reinschauen konnte, war ich schon überrascht wie die App aufgebaut ist und habe auch bemerkt, dass nicht alle Apps für Kinder so wirklich sinnig sind. Das ist wahrscheinlich das leidige Thema um das Wort „Kinder“. Denn mit „Kindern“ werden ja oft alle Kinder im Alter von 2 bis 12 Jahren gemeint und das ist eben doch ein Unterschied. Junior hatte also eher wenig Interesse an diesem Spiel und wollte auch dem Rückflug gerne wieder ein Spiel spielen, aber eben ein anderes.

Medienkompetenz oder Medienbildung?

Und dann fiel mir ein, dass ich eben doch eine andere App für Kinder auf dem Smartphone hatte, die mal vor einer gefühlten Ewigkeit auf mein iPhone geladen hatte. Ja, ich gehöre auch zu diesen Menschen, die viel zu viele Apps auf dem Handy haben und nicht wirklich den Überblick haben.

Die App ist eine klassische Spiel-App im Vergleich zu der Märchen-App meiner Eltern. Meiner Meinung nach lernt man bei den Märchen-App etwas und so können die Kinder die Geschichte erleben und etwas machen. Bei der Spiele-App wird eben nur gespielt und mit einem Auto herumgefahren. Natürlich kam ich auch ins Grübeln und fing an zu hinterfragen, wozu die Kinder ein Smartphone oder eben ein Pad brauchen sollten. Schon oft habe ich gehört, dass es heutzutage völlig normal ist, wenn Kinder im Vorschulalter ein Smartphone haben und spätestens mit dem Eintritt in die Schule dann erreichbar sind. Echt jetzt? Mich schockiert das und ich kann mir nicht vorstellen, dass es bei uns so wird.

Junior ist nach dem Sommer offiziell ein Vorschulkind und wird dann nächstes Jahr in die Schule kommen. Und dann soll er schon ein Smartphone haben? Das kann ich mir nicht vorstellen. Da wir auch sehr nah an der Schule und der Kita wohnen verstehe ich den Sinn dahinter sowieso nicht.

Bei uns ist es eben nicht normal, dass wir nur am Handy hängen. Unsere Kinder schauen Fernsehen. Und das sind eben unsere Medien. Wir lassen die Kinder aktuell jeden zweiten Tag eine Sendung von knapp 20 Minuten schauen. Anfangs war das eher Das Sandmännchen und mittlerweile schaue wir auch Paw Patrol oder eben Biene Summ. Auch Filme dürfen die Kinder schauen – wobei da eben das Limit mit den 20 Minuten zählt. Welche Filme die Kinder schauen? Disney Filme: Dumbo, Alice im Wunderland. Einer von uns Eltern sitzt meist mit dabei uns schaut mit.

Bin ich selbst medienkompetent? Wahrscheinlich nicht, denn ich finde die Entwicklung hin zum Smartphone für Kinder überhaupt nicht sinnvoll und auch wenn ich weiß, dass es in Zukunft viele Jobs geben wird, von denen wir heute noch nicht mal etwas wissen, so finde ich es unsinnig für ein Kind von zwei oder eben fünf Jahren mehr zu diesem Thema zu öffnen.

Medienkompetenz und digital literacy

Nun hatten wir letztens eine Veranstaltung von der Stadt in der es um das Thema Literacy ging. Mit Literacy meint man das Heranführen von Kindern an die Literatur. Also genau mein Thema. Auch beim Thema Bücher ist es nicht so einfach die richtigen Bücher zu finden. Einige sind zwar als Kinderbücher bekannt, aber doch zu aufwühlend für Kinder – zumindest für meine.

Auch bei den digitalen Medien gibt es diese Thematik: Filme, Sendungen, Computer- oder App-Spiele, die zu viel für Kinder sind oder sogar einfach nicht kindgerecht sind. Unter dem Begriff „digital literacy“ habe ich sogar ein Statement der Bundesregierung gefunden und mich ernsthaft gefragt, ob das für meine Kinder schon zutrifft.

Ja, denn auch das schreiben oder erwähnen von Kindern im Internet – und das mache ich hier ja auch auf dem Blog und in den sozialen Medien – ist das Thema. Bereits letztes Jahr habe ich auf dem Blog ernenne Beitrag zum Thema Kinderfotos im Internet geschrieben und schreibe auch dieses Artikel wieder für die Initiative SchauHin!

Unter dem Hashtag #medienmomente werden zum diesjährigen Thema „Vertrauen und Kontrolle in der Medienerziehung“ Beiträge für diese Blogparade gesammelt. Nun möchte ich gerne wissen, wie Du das siehst. Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

Schreibst Du auch einen Blog? Dann schreibe doch gleich einen Beitrag dazu!

Unter folgendem Link, kannst Du alle Teilnahmebedingungen erlesen:
https://www.schau-hin.info/blogparade/

Medienkompetenz fördern?

Was gehört zur Medienkompetenz und wie kann man diese fördern oder sogar stärken? Vielleicht muss man sie auch erstmal messen?

Meiner Meinung nach, sind zu allererst immer erstmal die Eltern und die direkten Erziehungsberechtigten in den Fokus zu nehmen. Eltern sind von Anfang an diejenigen, die den meisten Einfluss auf die Kinder haben. Das verschiebt sich mit dem älter werden der Kinder immer mehr hin zur Peergroup – also zu den Gleichaltrigen – und dennoch beginnt es eben bei den Eltern. Geschwister mal völlig aussen vor gelassen.

Bestes Beispiel bei uns zu Hause: wir haben einen großen Fernseher – sicherlich nicht der größte Fernseher, aber er ist sichtbar im Wohnzimmer und wenn der da so hängt, dann wird er auch benutzt oder irgendwann eben auch mal Teil des Alltags. Bei den meisten Familien – würde ich mal behaupten – ist der Fernseher völlig selbstverständlich im Wohnzimmer. Einige haben vielleicht noch einen im Schlafzimmer, aber darauf will ich nun nicht hinaus.

Der Fernseher ist bei uns irgendwie völlig normal integriert. Auch in Hotels ist der Fernseher immer da – wieso eigentlich? Wie selbstverständlich ist auch oft ein Smartphone im Haushalt – bei vielen sogar ein Tablet oder iPad. Wieso? Es gibt sogar Tablets für Kinder. Wieso?

Warum ist dieser Teil der digitalen Welt so normal für uns geworden, dass wir sowas alle zu Hause haben? Ist es lebenswichtig? Meiner Meinung nach nicht. Und dennoch hängt bei uns ein Fernseher und ich gehe selten bis nie ohne mein Smartphone aus dem Haus.

Wir haben uns einfach so daran gewöhnt und Begrifflichkeiten wie „digital detox“ und „offline ist das neue online“ gehören auch schon zur Normalität. Wir leben das unsere Kinder und der nächsten Generation so vor. In einigen Kitas gibt es schon Tablets. In einigen Schulen gehören Computer und Rechner zum Alltag.

Medienkompetenz und Jugendschutz

Ich frage nur und möchte damit zum Nachdenken anregen. Wieso machen wir die Sachen so wie wir sie machen? Das ist ähnlich wie beim Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz – das hat sich alles so ergeben. Ist historisch so gewachsen.

Wir dürfen es dennoch hinterfragen und immer verändern. Menschen sollten Menschen bleiben. Kinder sollten Kinder bleiben. Draussen spielen muss nicht propagiert werden. Das Tablet und die digitalen Medien sind meiner Meinung nach nicht völlig relevant für Kinder. Wir als Erwachsenen haben da auch eine wichtige Aufgabe: mit unserem Wissen über die digitalen Medien Kinder zu schützen. Vor Inhalten und Programmen, die nicht für sie konzipiert wurden.

Glaubst Du, dass es sich lohnt einem Schulkind in der ersten Klasse einen Computer zu erklären? Ich glaube, dass es nicht wichtig ist. Ich glaube, dass das noch Zeit hat. Ja, meine Kinder werden vielleicht eher etwas altmodisch aufwachsen, denn für uns gehört auch beim Zähneputzen kein Tablet dazu, das uns anzeigt, ob wir richtig putzen. Für uns gehört das Smartphone aus den Händen der Eltern – ja, auch ich habe es noch viel zu oft in der Hand. Wieso?

Wer mehr Menschlichkeit, Verständnis und aufgeklärte Heranwachsende will, sollte ihnen nicht ein Tablet in die Hand drücken oder ein Programm auf dem Computer oder dem Smartphone laden, das Wissen vermittelt. Keine App kann eine gelebte Erfahrung ersetzen. Neue Medien hin oder her, war die Welt verstehen will, muss in der Welt leben und sie erleben, sehen und fühlen. Das geht nicht mit einer App. Wer Menschen verstehen will, muss sie anschauen, mit ihnen reden und mit ihnen zusammensein.

Wie lebst Du die digitalen neuen Medien mit Deinen Kindern?

#FAMILYFRIDAY

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