Trends Buch Industrie

Wir lesen hier ja zu Hause sehr viele Bücher. Nicht nur ich selbst habe immer mindestens ein Buch auf dem Nachtschrank zu liegen, sondern auch die Kinder haben genug Auswahl, um jeden Abend ein neues Buch zur Gute-Nacht-Geschichte auszuwählen.

Doch was sind die Trends in der Buch Industrie?

Ja, es gibt es auch Trends in der Buch Industrie und diesen gehe ich heute mal auf den Grund.

Trends in der Buch Industrie

Die Individualisierung nimmt zu und ich habe die 15 Megatrends von Trendforscher Dr. Eike Wenzel mal genau angeschaut und versucht zu interpretieren.

Kleiner Exkurs: Dr. Eike Wenzel ist Medienwissenschaftler zu den Themen Medien und Gedächtnis. Er arbeitet als Publizist für Wirtschaftsmedien (gehört dem Experenrat des Handelsblatts an) und Marketing-Fachpresse. Als ehemaliger Chefredakteur des Zukunftsinstituts und verhalf so der Gründung des Instituts für Trend- und Zukunftsforschung (ITZ). Neben seiner Tätigkeit als Buchautor arbeitet er als einer der Leiter des Master-Studiengangs „Trend- und Nachhaltigkeitsmanagement“ an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen. Seit 2017 ist er für das Bundesland Baden-Württemberg Mitglied des Nachhaltigkeitsrats.

Trends in der Buchindustrie BineLovesLife

15 Megatrends von Dr. Eike Wenzel

Klimawandel

Natürlich darf das Thema Klimawandel nicht fehlen. Auch wenn es aktuell und aufgrund von Corona scheinbar in den Hintergrund zu rücken mag, so ist es wichtiger denn je. Der Klimawandel und seine Folgen sind Dinge, die die junge Generation von der alten Generation als unüberwindbare Barriere sieht. Dennoch ist das Thema nicht neu.

Klimaaktivisten gab es schon immer und wird es auch immer geben. Was nun passiert, ist, dass sich aufgrund der hohen medialen Präsenz jeder einzelne Bürger immer mehr hinterfragt. In seiner Verhaltensweise und auch in Bezug auf den Konsum, der meist weiter reicht, als man oft auf den ersten Blick absehen kann.

Das Thema Klimawandel ist seit einigen Jahren auch in der Buchindustrie immer größer geworden. Nicht nur für Erwachsene, sondern auch in der Kinderbuchwelt nimmt dieses Thema immer größeren Raum ein, der eine Grundlage für viele Gespräche ist.

Powershift (Energiewende)

Hierbei bitte nicht an Autos denken – denn das kann der erste Sucherfolg in einer Suchmaschine sein: irgendetwas mit Gangschaltung und Autos.

Die Energiewende als Trend meint den Übergang von der nicht-nachhaltigen Nutzung von fossilen Energieträgern zu einer nachhaltigen Energieversorgung. Thema Strom ist hier an der Nummer eins. Die Kernenergie deutlich auf dem Rückweg und neue Modelle werden gefunden. Wie ich diesen Trend für die Buchindustrie interpretiere? Vor allem mit Hinblick auf sich immer verändernde Trends der Buchproduktion und der Buchnutzung.

Rohstoffknappheit 

Die Rohstoffe sind nicht erst jetzt weniger auf unserer Erde geworden, sondern schon länger eine Mangelware. So fing übrigens auch die Entwicklung zu mehr Tech-Kleidung an, die dann eben den Rohstoff Erdöl nutzte.

Für viele Bücher gibt es heute nachhaltige Optionen, wie zum Beispiel auch das Cradle to Cradle Prinzip, das ich besonders bei Kinderbüchern immer häufiger sehe.

Neourbanisierung (Landflucht) 

Tatsächlich würde ich behaupten, dass die Landflucht bisher auch eher als „spießig“ angesehen wurde. Mit Familie und Kindern wollte man eben raus aufs Land. Durch die Veränderung an den Alltag – auch durch Corona – vor allem durch die Digitalisierung, hat sich gezeigt, dass vor allem der Freiraum, den das Leben auf dem Land bieten kann, nicht nur Familien interessant ist.

In der Buchindustrie und auch vor allem bei Kinderbüchern spielen viele Geschichten schon lange nicht mehr in der Stadt, sondern eher in der Natur und auf dem Land.

Multipolare Weltordnung

Was bedeutet es eine politische Meinung zu haben? Zurzeit ist das Thema wieder omnipräsent. Nicht nur in den USA stehen die Wahlen bevor, sondern auch in Deutschland wird auch die Corona-Krise als eine Möglichkeit genutzt sich zu profilieren.

Klar zuordnen kann man nicht immer und eine politische Richtung als die richtige und wahre anzusehen fällt schwer. Dies hat vor allem mit der immer weiter wachsenden Diversität der Menschen

Demographischer Wandel

Wir sind eben nur eine Welt mit einer Menschheit – mehr möchte ich dazu gar nicht sagen.

Gesundheit

Das Thema Gesundheit wird immer wichtiger. Gesund zu leben, hat in erster Linie etwas mit der Einstellung zu tun. Sport, Ernährung und generell auch die mentale Gesundheit stehen hierbei im Fokus. Vor allem für den Bereich jung bleiben und lange leben, haben sich in den letzten Jahren immer mehr Bücher auf den Markt getraut, die genau dieses Thema fokussieren.

Generell glaube ich, dass das Thema Gesundheit auch in der digitalen Welt schneller an Bedeutung gewinnt, da so mehr Menschen erreicht werden können.

New Work

Unter dem Bergriff „New Work“ versteht man die Abwendung von alten Arbeitsmodellen hin zu neuen und modernen Arbeitsweisen. Hierbei spielt auch die Digitalisierung eine große Rolle, denn sie verhilft dieser neuen Art zu arbeiten zu einem deutlichen Vorsprung.

Digitalisierung

Alles wird digitaler und auch, wenn es bereits viel mehr Daten gibt, so sammelt sich immer wieder der Gedanke um den Begriff: Big Data. Das Internet hat hierzu den Anstoss gegeben und natürlich wird auch die Buchwelt von dieser digitalen Welle nicht verschont bleiben.

Meine persönliche Meinung ist übrigens, dass das gedruckte Buch so schnell nicht aussterben wird, dennoch wird der Wandel anders stattfinden und neue Modelle werden hinzugezogen. So sei nur erwähnt, dass auch Blogs und andere digitale Inhalte eben nicht für immer kostenlos bleiben werden.

Mobilität

Was verstehst Du unter Mobilität? Für mich ist es vor allem Freiheit. Der Gedanke an eine Selbstbestimmung und eben auch die Möglichkeit frei von der digitalen Welt zu sein.

Sicherlich wird Mobilität in Zukunft auch zu einem Luxus werden können – aber eventuell auch erst in über 100 Jahren.

Individualisierung

Den Trend zu Individualisierung tragen wir alle mit uns. Das fängt bei den Newslettern, der Mitgliedskarte im Supermarkt und eben der personalisierten Buchsignierung an. Wo das alles noch hinführt? Ich glaube, es fängt erst richtig an. Denn auch durch Social Media sieht jeder seine Welt, wie sie ihm gefällt und das hat auch schon etwas mit Digitalisierung zu tun.

Digitale Bildung

Digitale Bildung gehört sicher ganz nach oben in den Trends – diese sind hier übrigens frei aufgelistet und nicht gewichtet. Digitale Bildung richtet sich jedoch nicht nur an Kinder, sondern auch an Eltern und alle, die in der digitalen Welt unterwegs sind.

Medienkompetenz ist da nur ein Stichwort, dass mir hierzu einfällt, denn auch ich lerne noch so viel dazu, wie wird das erst sein, wenn meine Kinder viel versierter im Umgang mit den digitalen Medien sein werden?

Bildung muss in diesem Zusammenhang auch neu betrachtet werden und grad, weil ich aktuell so begeistert vom Buch „Das neue Land“ von Verena Pausder bin, glaube ich, dass wir auch Bildung neu denken müssen.

Dezentralisierung

Weg von der Zentrale – hin zur Individualisierung.

Familie 2.0

Gibt es diese eine Familie? Diese typische Form von Mutter, Vater, Kind? Ja, die gibt es. Dennoch gibt es immer weitere Formen und dabei sind Patchwork Familien, genau wie Alleinerziehende nur ein Teil der Familie 2.0.

Verlage können so gar nicht mehr DIE Familie aufzeigen, sondern fokussieren sich auf den Gedanken an Familie.

Da führt nichts an Big Data vorbei, um festzustellen, wer die Leser sind und was sie wollen. Ein Trend zeichnet sich klar ab: Print, auch wenn das keiner hören will, ist nicht tot, wird in den kommenden zehn Jahren jedoch stark an Bedeutung verlieren. Aber: Es wird noch 20 Jahre dauern, die Kostenlos-Kultur im Internet abzuschaffen.

Chancenungleichheit

Chancenungleichheit spielt definitiv auf die Rolle der Bildung an. Bildung muss kostenfrei sein. Das wäre ein erster Schritt, um dieses Thema auch für alle zugänglich zu machen. Ich brauche hier sicher nicht zu erwähnen, dass wir in Deutschland immer noch eines der Länder sind, bei dem die soziale Herkunft des Elternhauses eindeutig mit dem Bildungserfolg eines Kindes zusammenhängt.

Durch die Veränderung Anfang des Jahres – danke Corona (wenn man das in diesem Zusammenhang überhaupt sagen darf) – wurde auch klar, dass Bildung kostenfrei und vor allem multimedial verfügbar sein muss. Unabhängig davon, wo die Eltern herkommen oder, was sich die Eltern leisten können.

Wie interpretierst Du die Trends?

#Zeitgeist

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