Bildung und Förderung im Kindergarten

Bildung des Kindes? Bildung generell ein heißes Eisen und dennoch möchte ich genau dieses Thema hier auch ansprechen. Ich bin bereits drei Jahre hintereinander im Elternbeirat der Kita meines Sohnes und der Krippe meiner Tochter gewesen.

Da es ein gemeinsames Haus ist, war es nur naheliegend, diese beiden Aufgaben mit einzunehmen. Durch meine Arbeit im Elternbeirat konnte ich auch sehr viel lernen, was Erzieher zum Thema Bildung und Förderung von Kindern sagen.

Nun ist die kleine Kaiserin also schon seit August im Kindergarten und Junior ein Schulkind und irgendwie ist mir nun nochmal bewusster geworden, wie wichtig Bildung und Förderung bereits im Kindergarten sind.

„Kompetenzen sind erlernbare,
kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten –
deshalb müssen wir sie fördern.“

Ich habe versucht die Bereiche der Entwicklung ein wenig zu unterteilen. Ich habe das durch die diversen Bücher und auch durch online Recherche nun als Kompetenzen eingeordnet.

Sicherlich werde ich diese Bereiche auch mal für die Schule aufschreiben – heute steht der Fokus jedoch eindeutig auf dem Kindergarten:

Persönliche Kompetenzen im Kindergarten

Persönliche Kompetenzen sind die ersten und wichtigsten Kompetenzen, die oft in Erziehungsratgebern und Büchern zur Entwicklung des Kindes genannt werden. Persönliche Kompetenzen werden oft gleich gestellt mit dem offensichtlichen Selbstbewusstsein eines Kindes.

Doch auch das Auftreten vor der Gruppe und sich selbst präsentieren, so wie die Fähigkeit auch in schwierigen Situation wieder weiter zu machen, gehören zu persönlichen Kompetenzen. Hier nochmal einzeln erläutert:

Selbstbewusstsein im Kindergarten

Sich seiner selbst bewusst werden – das können Kinder im Alter von circa zwei bis drei Jahren. Ihre Gefühle und auch ihr Verständnis von der Aussenwelt sind nun klar abgrenzbar, obwohl sie sich auch immer noch stark an ihren Bezugspersonen (meist den Eltern) orientieren. Nicht umsonst nennt man das zweite Lebensjahr auch „terrible two“ (was ich generell total schrecklich finde, dieses Alter so zu betiteln). Dieses zweite Lebensjahr ist eben auch das Lebensjahr in dem sich Kinder ihrer selbst immer mehr bewusst werden und so auch ihr Selbstbewusstsein entwickeln.

Wichtig von Seiten des Kindergartens ist in Bezug auf das Selbstbewusstsein ganz klar die Wertschätzung. Jeder Mensch ist eben wertvoll und vor allem in Interaktion miteinander, lernen auch Kinder, dass sie ein Selbstbewusstsein haben. Kinder erlernen im Kindergarten so ihre eigenen Stärken und können durch ihr Tun sich selbst und andere Stärken.

Der Kindergarten bietet somit die Basis, damit sich ein Kind weiter erleben kann und sich der eigenen Rolle bewusst wird.

Selbstwirksamkeit im Kindergarten

Was genau ist mit Selbstwirksamkeit gemeint? Nun ja – damit beschreibt man eben auch die eigene Wahrnehmung in Bezug auf was man selbst schaffen kann. Okay, das war nun wahrlich etwas lahm beschrieben: hier also ein besseres Beispiel. Dein Kind lernt seine Selbstwirksamkeit im Kindergarten unter anderen dadurch, dass es beim Morgenkreis zum ersten Mal aufsteht und ein Lied sind. Neue Herausforderungen anzunehmen und eben auch keine Angst vor dem Scheitern zu haben – das ist irgendwie Mut, aber auch Selbstwirksamkeit. Dein Kind weiß also, dass es schon singen kann und dies auch vor der ganzen Gruppe.

Natürlich gehört auch hier immer dazu, dass Kinder von Kindern lernen und so eben einen Einblick darin bekommen, was für sie möglich ist.

Resilienz im Kindergarten

Das Wort Resilienz ist vielleicht ein Neues, dennoch beschreibt es lediglich die Fähigkeit wieder aufzustehen und nach Niederlagen eben nicht den Kopf hängen zu lassen. Kinder lernen diese Fähigkeit vor allem im Kindergarten, denn sie dürfen etwas ausprobieren und merken, ob sie es gut können oder nicht.

Den Mut aufzubringen Fehler zu machen, haben Kinder sowieso. Wir Eltern sind es nämlich, die den Kindern anlernen, dass etwas richtig oder falsch ist und dadurch verliert ein Kind den Mut auch mal Fehler zu machen.

Ein offenes Angebot an Spielen und auch Ideen für die Unterhaltung sind sehr wichtig, denn ein Kind lernt so, sich selbst einzuschätzen und eben auch bestimmte Dinge (zum Beispiel den Umgang mit der Schere) immer wieder zu probieren.

Proaktivität im Kindergarten

Ich kann das schon alleine – ein Satz, den sicher schon viele Eltern von ihren Kinder gehört haben. Etwa selbst auszuprobieren und die eigenen Ideen umzusetzen, ist ein wichtiger Aspekt der persönlichen Kompetenzen. Die Proaktivität kann bei Kindern im Kindergarten auch gefördert werden, indem Ideen und Initiativen bestärkt werden und zum Ausprobieren angeregt wird.

Dankbarkeit im Kindergarten

Das Miteinander und der Zusammenhalt im Kindergarten ist sicher einer der größten Aspekte, die meiner Meinung nach immer für einen Kindergarten sprechen – im Vergleich zu einer Tagesmutter. Im Kindergarten lernt ein Kind die Zugehörigkeit zur Gruppe und wie dieser Zusammenhalt gestärkt wird.

Dankbarkeit und Wertschätzung für alle Gruppenmitglieder ist somit von Anfang an gegeben.

Soziale Kompetenzen

Soziale Kompetenzen sind meiner Meinung nach ein Leben lang von Bedeutung. Wir leben sicher jeder in unserer Welt und dennoch ist das Miteinander eben auch das wichtigste, um selbst bei sich zu bleiben.

Soziale Kompetenzen sind bei Kindern unterschiedlich ausgelegt und werden vor allem kopiert. Wir Eltern liefern das Vorbild und werden so durch unsere Art mit Mitmenschen umzugehen von unseren Kindern kopiert.

Sozialkompetenzen erfüllen ein einfaches Grundbedürfnis jedes Menschen: Beziehungen zu anderen aufzubauen. Bereits seit kleinauf werden Kinder damit groß und besonders im Kindergarten beginnen erste Freundschaften, die zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen.

Empathie im Kindergarten

Sich in andere Menschen einzufühlen – das ist Empathie. Empathie ist bei Kindern bereits ein Grundstein in den Sozialkompetenzen, denn bereits als Baby ahmen sie die Bezugsperson nach und versuchen so Aufmerksamkeit zu erregen. Irgendwann im zweiten Lebensjahr beginnen Kinder sich mehr und mehr für die Aussenwelt zu öffnen und erlernen so auch mitzufühlen.

Ganz einfaches Beispiel: bei einem Rollenspiel verletzt sich ein Tiger – alle Kinder helfen und ein Kind weint sogar. Ja, Empathie kann auf unterschiedlichen Ebenen ausgelebt werden.

Kommunikation im Kindergarten

Kommunikation ist mehr als nur zu reden. Kommunikation findet auf vielen Ebenen statt: Mimik, Gestik und auch Zuhören gehört zur Kommunikation. Kinder wollen vor allem als vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft wahrgenommen werden – vor allem jedoch im Kreise der Gleichaltrigen.

Wie äußere ich meine Bedürfnisse, meine Wünsche und was genau muss ich wissen, wenn ich zuhöre. All das lernen Kindern bereits von Anfang an. Mit dem Eintritt in den Kindergarten eröffnet sich für viele Kinder dann ein größerer Radius – denn meist sind mehr als zehn Kinder in einer Gruppe.

Ein Kindergarten kann die Kommunikation bei Kindern fördern, in dem Raum für Austausch gegeben wird – angefangen beim Morgenkreis geht dies auch über das Frühstück bis zum Mittagessen so durch den ganzen Tag

Teamfähigkeit im Kindergarten

Wir möchten zusammen spielen und lernen. Kinder bilden sehr schnell und vor allem sehr einfach neue Teams. So kann man gemeinsam an etwas bauen, etwas lesen oder gemeinsam in einem Rollenspiel vertieft sein.

Teamfähigkeit ist wichtig für Kinder, da so die diversen Rollen in einer Gruppe verstanden und übernommen werden.

Verantwortung im Kindergarten

Als Vorbereitung auf die Schule ist Verantwortung sehr wichtig. Das beginnt bei ganz alltäglichen Dingen, wie das Anziehen, wenn die Gruppe nach draußen geht und jedes Kind an seine eigene Mütze denken muss.

Verantwortung ist auch wichtig, wenn man Absprachen mit anderen Kindern getroffen hat und so auch aktiv wird und auch die Konsequenzen verstehen lernt.

Ein Kindergarten kann die Verantwortung bei Kindern fördern, in dem gemeinsame Spiel gespielt werden und auch die Selbstständigkeit gefördert wird.

Nachhaltigkeit im Kindergarten

Das Thema Nachhaltigkeit im Kindergarten finde ich noch ein wenig früh, weil die meisten Kinder es noch nicht aktiv mitgestalten können. Sicherlich ändert sich das mit dem sechsten und siebten Lebensjahr und somit ich das Thema Nachhaltigkeit als Teil der sozialen Kompetenzen vor allem im Schulalter.

Verständnis für die Zusammen-hänge der Umwelt entwickeln und selbst aktiv werden. 

  • Möglichkeiten für nachhaltiges Handeln im Alltag erkennen
  • Selbst aktiv werden und andere inspirieren

Bildung und Förderung im Kindergarten BineLovesLife

Problemlösung im Kindergarten

Ein wichtiger Aspekt für den Kindergarten ist das Thema Problemlösung. Diese Thema ist – wie die vorher genannten Kompetenzen auch – sehr stark mit den anderen Kompetenzen verwoben. Somit ist es nicht immer leicht, alles einzeln zu betrachten, sondern eher in der Gesamtheit zu verstehen.

Problemlösung muss nicht besonders forciert werden sondern strukturiert sich durch die folgenden Aspekte davon:

Durchhaltevermögen/Ausdauer im Kindergarten

Ausdauer – oder eben Durchhaltevermögen – hat auch etwas mit dem Alter zu tun. Die meisten Kinder haben keine lange Aufmerksamkeitsspanne, wenn sie grad mal ein Jahr alt sind. Mit der Zeit wird dies jedoch immer mehr: beim Vorlesen, gemeinsamen Puzzeln und auch bei längeren Bastelprojekten merken wir schnell, wie die Kinder sich entwickeln.

Im Kindergarten muss es daher ein sicheres Umfeld geben, das den Kindern erlaubt, sich auszuprobieren und neue Dinge zu testen. Bestimmte Spiele eignen sich auch, um das Durchhaltevermögen immer mehr zu steigern.

Kritisches Denken im Kindergarten

Kinder können sehr gut hinterfragen und regen uns Erwachsene eher an, die Dinge nicht so hinzunehmen wie sie sind. Kritisches Denken beginnt genau bei diesen Fragen. Was weiß ich und wozu kann ich diese Information noch gebrauchen?

Kinder lernen in einem Kindergarten das kritische Denken vor allem durch das Reflektieren von Informationen und Erlebnissen. So werden auch bestimmte Streitsituationen in der Gruppe diskutiert und alle Kinder können die jeweiligen Standpunkte abwägen und für die Gruppe lernen, wie es sich nächstes Mal anders machen lässt.

Auch neue Vorschläge sollten immer in Bezug auf die Förderung des kritischen Denkens begrüsst werden.

Kreativität im Kindergarten

Kreativität bezieht sich nicht nur auf bunte Bilder und schöne Bastelarbeiten. Kreativität in Bezug auf die Kompetenz Problemlösung bedarf eben vor allem den vorher angesprochenen neuen Vorschlägen. Innovationen und auch Ausprobieren von möglichen neuen Herangehensweisen helfen dabei die Kreativität zu fördern.

Einige Themen muss ich unbedingt detaillierter und viel genauer für die Schule formulieren, denn ich finde, dass sich eben die Kompetenzen auch verschieben, sobald andere erreicht sind.

Was macht einen guten Kindergarten für Dich aus?

#KompetenzenbeiKindern

Bildung und Förderung im Kindergarten BineLovesLife

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