Das Einmaleins für Mütter

Schlafen, Stillen, Wickeln, Schlafen, Stillen, Wickeln, Weinen, Schlafen, Stillen, Wickeln, Lachen, Schlafen, Stillen, Wickeln und wieder von vorne

 

So oder ähnlich fühlten sich die ersten Wochen mit Kind wirklich an. Und Schlafen war ganz wichtig. Ich habe immer mitgeschlafen und war so froh, dass ich noch zu Hause sein durfte und mit dem Knirps schlafen konnte.

Aus Wochen wurden Monate und die Zeit wurde immer knapper. Die Zeit des Schlafens wurde knapper. Die Zeit des Wickelns wurde vor allem lustiger. Kleine Späße und viel Gelache. Manchmal auch Lacher, weil Mama überrascht war, was so ein kleines Wesen alles aus sich rausbringt..aber das ist ein anderes Thema.

Die Zeit des Stillens war immer die heiligste Zeit für mich. Stillen war von Anfang an etwas ganz besonderes zwischen meinem Sohn und mir. Stillen, Körpernähe und irgendwie richtig beieinander sein. Ich bilde mir immer noch ein, dass ich vor allem durch das Stillen einen so guten Draht zu meinem Sohn habe. Dass ich ihn ohne Worte verstehe und dass oft einfach fühle, was genau mit ihm los ist.

Das ist normal für jede Mutter – ja, das gibt es auch oft. Dennoch finde ich es etwas ganz besonderes bei uns.

BineLovesLife-Abstillen-Stillen

Wie lange stillst Du denn?

Wie lange ich Stillen wollte, hatte ich mir nie richtig überlegt. Ich habe immer gesagt „so lange er will“. Und er wollte wirklich lange. Stillen auch als Teil des morgendlichen Kuschelns war dann sogar noch das Ritual mit 18 Monaten. Und obwohl er bereits zwei Wochen vorher bei meinen Eltern war. Ohne mich. Ohne Brust sozusagen. Da dachte ich schon, dass ich abgestillt hätte. Da dachte ich „oh, jetzt ist es vorbei, aber es war eine so schöne Zeit, die ich immer schön in Erinnerung halten werde“. Und dann kam der Tag des Wiedersehens und unweigerlich hat es einfach wieder angefangen. Ich konnte sogar noch nach zwei Wochen Stillen und er war auch happy. Und ich erst.

Irgendwann im April (dieses Jahr) bin ich recht krank geworden. Es war eine schwere Mittelohrentzündung. Und die ersten Antibiotika halfen nicht. Dann haben ihn meine Eltern abgeholt und bei mir gab es die zweite Ladung Antibiotika. Die haben dann geholfen und für mich war klar „Jetzt wird abgestillt“ oder eher „Jetzt habe ich abgestillt“. Denn nach dieser Zeit bei meinen Eltern wollte er zwar wieder gestillt werden, dennoch hatte ich kein gutes Gefühl dabei. Ich habe immer gerne gestillt und hätte sicher auch gerne weiter gemacht. Dennoch war da dieses Bauchgefühl „es reicht jetzt“ hat das Bauchgefühl immer gesagt.

Es hat auch gereicht

Ich habe meinen Sohn fast zwei Jahre gestillt

Das finde ich super und das freut mich. Und sogar heute noch mit zwei Jahren und zwei Monaten fragt er ab und an noch nach der Brust. Brust nuckeln, heißt es dann. Aber ich will nicht mehr. Und wie sagt man so schön: in einer Beziehung müssen sich beide Wohlfühlen. In einer Stillbeziehung erst recht. Wenn einer von beiden nicht mehr will, ist das ein guter Grund aufzuhören.

BineLovesLife-Abstillen-Stillen-Öffentlichkeit

Habe ich mir das abstillen so vorgestellt?

Nein, ich habe gedacht ich würde noch länger stillen. Ich habe gedacht, dass ich noch sicher ein Jahr stillen werde und dass er dann irgendwann kein Interesse mehr daran haben wird.

Rückblickend finde ich es immer noch eine gute Entscheidung, dass ich so lange gestillt habe. Stillen ist eine tolle und vor allem sehr entspannende Möglichkeit, um mit seinem Kind in Kontakt zu sein.

Ja, auch ich habe Meinungen anderer Menschen wahrgenommen, die meinten „ach, jetzt reicht es aber mal mit dem Stillen“ oder „Was, Du stillst noch?“. Ich verstehe leider immer nicht wieso es diese Meinungen gibt, denn jeder soll das Stillen doch zwischen seinem Kind und sich selbst ausmachen und sehen wie es am besten in die gemeinsame Beziehung passt.

Wir sind hier zwar nicht in den USA, wo das Stillen leider noch als sehr verpönt gilt. Stillen ist merkwürdig, denn die Brust ist eher kommerzialisiert und sollte nicht für ein Kind entblößt werden. So ist es auch bei den Franzosen – gehört ganz klar, wenn dann schon dem Mann und ist ein sexueller Körperteil. Ein Kind hat daran nichts verloren.

Auch ich verstehe andere Ansätze und bin selbst auch der Meinung, dass man sich selbst in der Beziehung wohlfühlen muss. Mit dem Stillen generell und mit dem Stillen in der Öffentlichkeit. Heutzutage gibt es jedoch sehr viele Orte an denen man auch ungestört stillen kann und sich nicht beobachtet fühlen muss. In Apotheken, Drogerien und sogar in öffentlichen Einrichtungen (wie zum Beispiel einem Rathaus) wird man die Möglichkeit für einen Rückzug finden. Meist habe ich freundlich gefragt, ob es eine Stillecke gibt und wurde dann entsprechend navigiert. Dennoch habe ich eher dann gestillt, wenn das Baby so weit war und dann nicht lange nach einem Ort gesucht.

BineLovesLife-Abstillen-Stillen-Fehlt-es-mir

Fehlt mir das Stillen?

Ja, manchmal schon. Den was einem keiner sagt, ist, dass das Stillen auch die Mama beruhigt. Wer mich privat kennt, weiß, dass ich eher zu Fraktion „Aufgeregtes Hemde“ gehöre. Und das Stillen war einfach mal meine Entspannungsoase. Ich würde es sogar mit einer Beruhigungstablett vergleichen. Nicht, dass ich schon mal eine Beruhigungstablette genommen hätte, dennoch stelle ich es mir dann so vor.

 

Abschließend bin ich dankbar dafür, dass ich Stillen konnte, denn es gibt auch genügend Frauen bei denen es nicht klappt. Und wer weiß, wie es bei mir sein wird, wenn ich vielleicht sogar nochmal ein Kind habe. Jede Beziehung zum Kind ist einzigartig und jedes neue Kind wird eine neue Beziehung zu mir haben und ein andere Stillverhältnis.

 

#MommyMonday

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