Den Haag im Sommer

Mein Studium war – wie sicherlich bei jedem Studenten – eine tolle Zeit. Da, ich bereits vielfach gefragt wurde auch mal mehr aus meiner Vergangenheit zu berichten, folgt nun der Teil zu meinem Studium in den Niederlanden.

Ich wollte eigentlich immer in den USA studieren: dort war ich mit 16 im Austauschjahr und habe die amerikanische Mentalität noch weiter zu lieben gelernt. Ich schreibe bewusst „noch weiter“, da ich mit meinen Eltern bereits seit meinem 10. Geburtstag regelmäßig in den USA im Urlaub war. Das Studium in den USA war jedoch dann doch nicht die finale Entscheidung, sondern es wurde Den Haag in den Niederlanden.

Den Haag Beach Biking BinesLovesLife

Wieso studiert man in Den Haag?

Die Geschichte zu meinem Studium ist sicher noch interessant: ich hatte am Ende meines Abiturs ein Praktikum beim Museumspädagogischen Dienst in Berlin gemacht, denn ich hatte doch vor lieber in Berlin zu studieren. Entweder USA oder Berlin – nicht zuletzt ist Berlin auch meine Heimatstadt. Kreativ und künstlerisch interessiert war ich schon immer und so lag die Idee mit einem Studium im Designbereich nahe. Dass man neben Praktika und auch einer Kunstmappe etliche Bewerbungen versenden musste, ging sicher nicht nur mir so. Dennoch war die Lage eher schlecht – oder ich wahrscheinlich nicht gut genug, denn ich erhielt eine Absage nach der anderen.

Ich erinnere mich noch, dass ich an einem Nachmittag eine Klassenkameradin von meinem Gymnasium traf und sie mir von der Abi-Messe in Berlin erzählte. Diese werde demnächst stattfinden.

Zum Verständnis: die Abi-Messe gibt es bis heute in fast allen größeren Städten. Dort stellen sich Unis und Hochschulen sowie auch selektierte Arbeitgeber (die zum Beispiel ein Duales Studium anbieten) vor.

Ich ging dann also auch auf diese Messe und landete irgendwann bei der Hotelschool The Hague. Eine Hotelschule in den Niederlanden – in Den Haag um genau zu sein. Gereist bin ich schon immer sehr gerne und konnte mir gut vorstellen in die Hotellerie einzusteigen.

Ich wollte einen Job bei dem man nicht den ganzen Tag am Computer sitzt, sondern auch mit Menschen zu tun hat

Das Bachelor Studium, welches von der Hotelschool angeboten wurde, war – und ist – ein Bachelor of Business Administration. Der Schwerpunkt ist Hospitality Management. Zu Deutsch: Gastlichkeitsmanagement. Okay, man kann halt nicht alles übersetzen. Auf jeden Fall ist mit dem Studium kein bestimmter Weg eingeschlagen, denn mit einem BBA (kurz für Bachelor of Business Administration) kann man auch einen anderen Job außerhalb der Hotellerie wählen. Das Studium hatte zwei Praktikas vorgesehen: eines nach dem ersten Jahr des Studiums und eines am Ende der vier Jahre. Natürlich werde gelobpreist, welche tolle Hotels und Firmen dann auf einen warten würden – und nicht wenig davon im Ausland. Ich hatte ja – wie bereits erwähnt – nie etwas gegen im Ausland leben.

Studium am Strand

Das Studentenwohnheim der Hotelschool war wirklich super gelegen. Direkt in Scheveningen. Das ist der Stadtteil von Den Haag, der direkt an der Nordsee liegt. Mittlerweile kenne ich viele Freunde und Bekannte, die regelmäßig in die Niederlanden fahren, um dort Urlaub zu machen. Wenn ich dann erzähle, dass ich dort mal studiert habe und es dann genauer wird: in Den Haag? Ja, in Scheveningen, sind sie ganz platt. Das ist ja da, wo andere Urlaub machen.

Ja, kann man so sagen. Es war wirklich cool. Mein Studium hatte zwar im Januar begonnen und jeder, der schon mal an der Nordsee war, weiß auch, dass Januar nicht grad eine ruhige Zeit ist. Dennoch war es toll. Der Frühling kam und es wurde wärmer. Mit dem Fahrrad zur Hotelschool und dann irgendwann im Frühsommer auch in den Beachbars entspannen. Ja, klar, es endlos viele Parties auch am Strand. Und doch ist es auch so, dass ein Bachelor Studium – oder zumindest unser Bachelor Studiums sehr straff organisiert war.

Wir hatten immer acht Wochen – das nannte sich „Block“. Nach jeden Block war dann eine Woche frei. Jeden freien Block hat mein Papa mich abgeholt – mit dem Auto von Den Haag nach Berlin. Das war meist eine Tagestour und noch bis heute bin ich so dankbar, dass ich das machen durfte. Meine Eltern und ich erinnern uns noch genau, dass ich die ersten paar Blocks auch immer in der freien Woche – das war die „Week Zero“ – regelmäßig krank geworden bin. Das ist bestimmt der Stress gewesen, der nachgelassen hat. Das Studium war gut organisiert und sicher anders als an einer Universität, wo man sich alles selbst zusammenbauen muss.

Die Module – also die acht Wochen – waren wirklich straff organisiert und wir hatten jeweils am Ende Prüfungen und Projekte, die abgeschlossen wurden.

So ging es ein Jahr lang und am Ende des ersten Jahres wurde entschieden, wo man sein erstes halbjähriges Praktikum machen konnte. Die meisten meiner Kommilitonen wählten Orte in Europa, denn das war auch das Ziel. Europa bietet schöne Plätze und es war einiges in der Auswahl.

In die engere Auswahl kam bei mir auch Südfrankreich. Ich wollt meine Sprachkenntnisse in französisch auf jeden Fall aufbessern. Und dennoch war ich nicht wirklich zufrieden mit dem Angebot. Ich weiß noch, dass ich unbedingt ins Ausland wollte. Das gab es nicht oft und war eigentlich erst für das letzte Praktikum am Ende der vier Jahre vorgesehen, aber einige von uns hatten schon beim ersten Praktikum Glück und konnten ins „richtige“ Ausland gehen. Sorry, wenn ich das so schreibe, aber Europa ist für mich nicht wirklich Ausland.

Es wurde dann Dubai bei mir – ich war so erleichtert denn es war genau das, was ich mir gewünscht hatte: etwas Neues. Dazu berichte ich auf dem Blog dann mal mehr: wie es in Dubai war: zu leben, zu arbeiten – für sechs Monate 2005.

Wie ist Den Haag?

Nach dem Praktikum kam man zurück und das Studium ging weiter. Nun konnte man jedoch nicht mehr im Studentenwohnheim wohnen – das war nur für das erste Jahre angemacht, damit das Semester zusammenwächst. Ja, Semester, denn alle sechs Monate startete eine neue Gruppe von Studenten.

Wir zogen erst in eine Wohnung in der Nähe vom Studentenwohnheim und waren dort sehr happy – nach einem Jahr wechselten wir aber nochmal die Wohnung und zogen mehr in die Stadtmitte von Den Haag. Den Haag ist eine wirklich schöne Stadt. Eine niedliche Altstadt und eine sehr gepflegte Stadt an sich. Mit tollen Restaurants, klasse Bars und einfach einer schönen Atmosphäre. Ich mochte die Häuser – der Stil und alles was dazu gehört.

Hier ein paar Impressionen:

 

Seit dem Studium war ich nicht mehr in Den Haag und muss es unbedingt mal wieder besuchen. Es wäre bestimmt ein schöner Städtetrip, der auch die ein oder andere Erinnerung ans Studium und Leben in Den Haag wieder wach werden lässt.

 

Warst Du schon mal in Den Haag?

Mehr zum Thema Reisen, Inspiration für nah und fern findest Du immer am Dienstag auf dem Blog – einfach dem Hashtag folgen:

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