Wie organisiere ich den Alltag mit Kind?

Zu allererst möchte ich dazu aufrufen, dass sich bitte nicht jede Mama und jeder Papa immer so viel unter Druck setzt. Alles ist immer nur ein Wahrnehmungssache und einige Dinge, die man aktuell sehen kann – besonders durch den Filter der sozialen Medien – entspricht nicht immer der Realität.

Muss es daher eine Regelung für die sozialen Medien geben? Nein, denn jeder hat diese Regelung bereits von Geburt an eingebaut: unser Gehirn! Es ermächtigt uns zum denken – und ab einem Alter von ungefähr zwei Jahren sogar zum selbstständigen Denken und Entscheidungen treffen. Die Entscheidungen eines zweijährigen Kindes sind eventuell nicht immer ohne Risiko oder völlig logisch, dennoch lernt man im Leben ja auch immer wieder dazu.

Ab dem Alter, welches uns Menschen dann irgendwann zu Erwachsenen macht und eventuell sogar Kinder beschert, ist die Funktion des Gehirns so weit ausgereift, dass man selber auch für andere Sorgen kann.

Dann gibt es noch die zweite – in den Körper eingebaute – Regelung, die viel mehr wert ist, als all das, was man in den sozialen Medien, Zeitungsberichten, Studien, etc. liest: das Bauchgefühl. Einige Menschen haben ein besseres, andere ein eher geschwächteres. Aber jeder hat eines. Und das Gute dabei – ähnlich wie beim Gehirn – man kann es trainieren. So lernt man immer mehr auf seinen Bauch zu hören oder lernt mit dem Gehirn eine neue Sprache.

Alltag mit Kindern

Ein Alltag mit Kindern ist voller turbulenter Aktion: Bewegung, Emotionen und Willenskraft. Willenskraft der Eltern und der Kinder.

Sollten Kinder immer an die Hand genommen werden? Nein. Brauchen Kinder Kinder? Ja. Und doch ist es so, dass Eltern auch Eltern brauchen. Und dies kann auch nur in Form einer WhatsApp Gruppe sein – einer gut gemeinten und wirklich ehrlichen Feedback Form.

Neben den anderen Eltern, die Eltern brauchen, ist es auch wichtig, dass man sich als Eltern professionelle Hilfe holt. Ja, ich glaube von mir, dass ich eine ziemlich gute Mutter bin. Dennoch gibt es nicht umsonst Pädagogen und Erzieher, die sich noch ein wenig mehr auskennen und durch die anfangs fremde Umgebung auch mehr Struktur beim Alltag des Kindes bringen können. Ich bin immer hin und hergerissen, ob eine Kinderbetreuung – und vor allem ab wann – sinnvoll ist. Fakt ist jedoch, dass ich meine Kinder mit jeweils knapp zwei Jahren – Junior war damals 21 Monate und die kleine Kaiserin 23 Monate alt – in die Krippe geschickt habe. Ich hatte das Gefühl, dass diese Form des Kontaktes zu anderen Betreuungspersonen und auch der Kontakt zu den anderen Kindern unheimlich wichtig ist.

Wie es dazu kam, habe ich bereits etliche Male erwähnt, denn wenn wir in der Schweiz geblieben wären, hätte ich Junior auch erst mit vier Jahren in den Kindergarten geschickt. Denn das macht man eben in der Schweiz so. Ja, ich weiß auch, dass es Ausnahmen gibt, dennoch ist das die Masse der Menschen, die in der Schweiz leben so gewohnt. Ich persönlich finde es auch in Ordnung. Wenn man jetzt nur in Deutschland groß wird, ist es eben ich anders. Hier ist auf den Spielplätzen tagsüber, wochentags niemand anzutreffen, außer vielleicht vereinzelt mal ein paar Omis und Opis, die die Enkel betreuen, aber eigentlich auch nur, weil die krank sind und die Eltern wieder abrieten müssen, sollen, wollen.

Fakten zur Kinderbetreuung

Alles fing im tiefen Osten an: 1840 wurde in einem kleinen Ort in Thüringen (Bad Blankenburg). Das statistische Bundesamt legt aktuell sogar die Zahl 2.859.874 auf den Tisch. Das ist die Anzahl der Kinder, die aktuell im Alter zwischen Null und sechs Jahren in einer Kinderbetreuungseinrichtung sind. Und knapp die Hälfte (1.470.389) davon werden mehr als sieben Stunden betreut. Der Grossteil der zu betreuenden Kinder ist jedoch zwischen drei und sechs Jahren – was ja auch meiner Theorie entspricht, dass man die Kinder nicht so früh (also mit weniger als einem Jahr) und die Krippe schickt.

Wie viele Kitas gibt es?

Diese Daten habe ich auch noch beim statistischen Bundesamt gefunden: die Anzahl und die Aufteilung der Kitas in Deutschland.

Insgesamt sind 58.761 Kitas in ganz Deutschland und mich hat am meisten überrascht, dass nur 10.501 Tageseinrichtungen von öffentlichen Trägern sind. Ich sage nämlich immer völlig selbstverständlich, dass ich es gut finde, wenn man auf eine städtische Kita geht. Doch irgendwie bin ich ja damit auch gar nicht richtig aussagekräftig. 22.297 Kitas sind von freien Trägern und 20.623 mit integrativer Betreuung – wobei darin auch städtische oder eher öffentliche Träger eine könnten, oder? Da verstehe ich die Differenzierung nicht.

Auch spannend: 4343 Tageseinrichtungen sind aufgrund von Elterninitiativen entstanden – also die typischen Helikoptereltern, die alles besser machen wollten…oder wie? (Anmerkung der Redaktion: mal sehen, wer das liest).

Meine große Forderung ist ja oft, dass sich die Wirtschaft und die Unternehmen mehr in die Kinderbetreuung einbringt und dies auch unterstützt. Doch überraschenderweise sind lediglich 748 Träger für Kinder von Betriebsangehörigen. Da hätte ich gedacht, dass es mehr sind.

Was kostet eine Kita?

Mein Lieblingsthema: das liebe Geld. Denn Geld regiert die Welt – so ist es zumindest und auch in diesem Bereich des Lebens ist es sehr wichtig. An vielen Ecken und Enden fehlt es oft an Geld. Geld, das man nicht nur für das Gebäude braucht, sondern auch für die Erzieher/Pädagogen und die Ausbildung.

Wirklich detaillierte Infos konnte ich dazu jedoch nicht finden, denn ich hätte es gerne aufgesplittet in Bedarf und aktuell vorhandenen Posten. Doch die Bertelsmann Stiftung war da schon etwas hilfreich mit Zahlen. So habe ich herausgefunden, dass insgesamt 8,7 Milliarden Euro notwendig sind, um deinen qualitativ hochwertigen Ausbau der Kitas zu stemmen. Und damit nicht genug, denn aktuell fehlen etwas über eine Million Erzieher, um die Lücke zwischen den aktuellen Pädagogen (knapp vier Millionen) zum vorgeschriebenen Betreuungsschlüssel von fünf Millionen Erziehern zu decken.

Gleichwohl wissen wir auch, dass der aktuell angestrebte Betreuungsschlüssel nice to have ist, jedoch nie erfüllt werden kann, denn es kann ja gar nicht so weit kommen. Bis der erfüllt ist, braucht es wieder mehr Erzieher.

Was zahlen Eltern für eine Kita?

Und ja, das zählt auch zu Geld. Denn ich befürworte, dass die Beiträge für die Kinderbetreuung am Gehalt des Haushalts festgemacht werden. Das sage ich so leicht, denn ich habe keine Ahnung, wie sich das auswirken wird, dennoch glaube ich, dass es viele Familien gibt, die zu wenig zahlen und viel zu viele, die zu viel zahlen. Sei es aufgrund des Bundeslandes in dem sie leben oder eben gemessen am Haushaltseinkommen.

Ich bin wirklich der festen Überzeugung, dass die Festlegung der Betreuungskosten am Haushaltseinkommen einer Familie viel mehr Geld in die Kassen der Kita spülen würde und so nicht mehr nur maroden Kitas hintergeflickt wird, sondern auch entsprechend Geld in die Ausbildung der Erzieher und somit der Attraktivität des Berufs gelenkt wird.

Wieder war die Bertelsmann Stiftung da mit ihren Zahlen am aussagekräftigsten für meinen Artikel, denn so konnte ich herausfinden, dass die Betreuungskosten aktuell eher am Bundesland zu messen sind. Ja, wir hier in Hessen denken, dass wir „normal-viel“ oder eben „normal-wenig“ zahlen. Dennoch konnte ich nun sehen, dass das Nettoeinkommen pro Haushalt im Schnitt in Schleswig-Holstein am höchsten liegt. Mit 9% vom Nettoeinkommen ist das im Vergleich zu Berlin mit 1,8% wirklich ein Witz. Ja, grad in Berlin, wo immer geklagt wird, dass es keine Kitas, keine Tageseinrichtungen für Kinder gibt. Naja, für mich liegt da die Schlussfolgerung nahe, dass es eben zu wenig Geld kostet. Und daher kann es auch nicht zu mehr Kindergartenplätzen oder Kitas kommen. Ich bin aus Berlin und möchte gerne auch mal wieder in meiner Heimatstadt leben, dennoch schrecken mich diese Zahlen und das Wissen über die mangelnden Plätze sehr ab.

Und wo fehlen Kita Plätze?

Ja, diese Frage muss ich vollständigkeitshalber wirklich beantworten. Hier konnte ich wieder das statistische Bundesamt anzapfen und sehen, dass es doch nicht so arg ist, wie ich eben angenommen hatte. Denn in Berlin fehlen nur 11,8 % der Plätze für Kinder unter drei Jahren. Und in Hessen sind es sogar 16%, in Bremen sogar 18,9% Prozent.

Na, ick each ma so – als alte Berlinerin – die in Berlin die können jut übertreibn, wa?

Wie erziehst Du Deine Kinder?

#MOMMYMONDAY

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.