Wie gefährlich ist Zucker wirklich?

Verantwortlich für Karies soll er sein. Der Grund für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Er ist die Hauptursache für Fettleibigkeit. Ja, er ist Dickmacher Nummer eins. Zucker!

Zucker soll auch verantwortlich sein für Diabetes, eine Fettleber und vieles mehr. Doch was ist dran an den Gerüchten, um das weiße Gold?

Meine ehemalige Nachbarin ist eine Ernährungsberaterin und wir haben einige Male über die Auswirkungen von Zucker und auch die Vorurteile von Zucker gesprochen. Was macht Zucker in der Ernährung von Kindern und kann es wirklich sinnvoll sein, wenn ein Kind jeden Tag einen Nachtisch bekommt?

Brauchen wir Zucker?

Es gibt diverse Theorien, die belegen wollen, warum wir Süßes lieben. Hier mal eine grobe Übersicht:

Angeboren

Das Verlangen nach Zucker und Süßem ist angeboren. So lautet eine Theorie, die besagt, dass wir bereits als Fötus im Bauch der Mutter und über das Fruchtwasser Zucker aufnehmen und so den Geschmack lieben lernen. Auch die Muttermilch, die ein Kind beim Stillen aufnimmt, enthält 6% Milchzucker und legt somit den Grundstein für unser immer fortwährendes Verlangen nach Süßem.

Zucker ist laut dieser Theorie ein Trostspender, da wir den Geschmack von Süßem seit Anfang an kennen, vermittelt er uns ein Gefühl von Geborgenheit und hebt somit auch die Stimmung.

Genetisch verwurzelt

Lange vor unserer Zeit – und doch in unserem Erbgut angelegt – als wir noch Jäger und Sammler waren, standen süße Beeren und Früchte auf dem Speiseplan. Damals galt ganz klar die Devise: Schmeckt es süß, dann kann es nicht giftig sein.

Diese Theorie vertritt klar den Standpunkt, dass wir durch Süßes und somit auch Zucker unser Überleben sichern.

Schnellverwertbar fürs Gehirn

Meine Eltern sagten schon immer schnellverwertbare Kohlenhydrate, wenn sie das Wort Süßigkeiten oder eben Zucker vor uns Kindern codieren wollten. Ja, Zucker ist auch Treibstoff für das Gehirn. Schnell verfügbar und somit ein idealer Energielieferant, der dem ständig in der Wachstumsphase befindlichen Gehirn Energie liefert. Unsere körpereigenen Vorräte an Kohlenhydraten sind eben begrenzt und bei einem niedrigen Blutzuckerspiegel verschlechtert sich die Konzentration.

Diese Theorie geht also davon aus, dass Zucker verantwortlich für mehr Konzentration ist. Denn Zucker hilft, den niedrigen Blutzuckerspiegel auszugleichen und sorgt so für eineEnergieerhöhung.

Happy Sugar

Ja, Zucker macht glücklich. Ich habe sofort das Bild von den Simpsons im Kopf als Bart mal ganz viele Süßigkeiten mit Milhouse gegessen hatte und beide auf einen Zuckerschick erlitten und eben auf Wolke Zucker flogen. Etwas wissenschaftlicher erklärt: Tryptophan gelangt durch Zucker vom Blut ins Gehirn. Die Aminosäure ist die Vorstufe vom Glückshormon Serotonin.

Diese Theorie geht es also davon aus, dass Zucker für Glücksgefühle sorgt.

Theorie ist ja schon, doch was sagt die Praxis?

Wie bei so vielen Dingen im Leben macht die Dosis das Gift. Und so eben auch bei Zucker, denn wer zu viel davon ist, dem schadet es eher. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht aktuell von einer „Fettleibigskeits-Epidemie“ und dies auch deshalb, weil der Anteil der übergewichtigen Kinder seit den 1990er Jahren um 50 Prozent gestiegen ist.

Die klare Empfehlung der WHO ist deshalb: täglich lieber fünf Prozent der täglichen Energiezufuhr als freien Zucker konsumieren. Fünf Prozent sind somit ungefähr 25 Gramm oder sechs Teelöffel Zucker.

Freier Zucker: mein Thema, denn auch in der Kita der Kinder ist der zuckerfreie Vormittag zwar angepriesen, jedoch nicht wirklich strikt umgesetzt. Freier Zucker meint den Zucker, der in Lebensmitteln verarbeitet wird – durch Kochen oder beim Zubereiten. Also zählt auch der Zucker im Honig, Sirup und in Fruchtsäften dazu. Obst und Gemüse oder auch Milchzucker sind damit nicht gemeint. Die WHO möchte mit diesen angepassten Richtlinien den weltweiten Anstieg von Übergewicht stoppen. Übergewicht erhöht auch das Risiko an Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken.

Bereits letztes Jahr hatte ich mir mal genauer angeschaut, was in den Lebensmitteln im Supermarkt enthalten ist. Aus dem einfachen Grund, weil ich gerne auf Zucker und Weißmehl verzichten wollte, um meine Darmsanierung effektiv ausführen zu können. Schon damals ist mir aufgefallen, wie oft Zucker enthalten ist, ohne, dass ich es geahnt hätte. Ja, die Basics wie Wurst, Joghurt und Säften waren mir bewusst. Nicht jedoch bei Pesto oder Brot.

Zucker Gift oder Gold BineLovesLife

Wie erkenne ich Zucker?

Oft ist es nicht so leicht Zucker in Lebensmitteln zu erkennen. Wir gehen hier mal von den offensichtlichen sechs Buchstaben (Zucker) weg und legen den Fokus auf den versteckten Zucker. Inhaltsstoffe, die auf -ose oder – sirup enden, bedeuten einfach nur, dass Zucker darin steckt. Glukose, Fruktose, Maltosesirup werden aus Mais-, Weizen- oder Kartoffelstärke hergestellt. Damit liegt der Kaloriengehalt auf gleicher Höhe wie Zucker. Dextrose wird industriell aus Stärke hergestellt. Maltodextrin wird auch aus Stärke hergestellt, ist ein Gemisch aus unterschiedlichen Kohlenhydraten. Natürliche Fruchtsüße ist nur ein Ablenkmanöver, denn es ist eine Mischung aus Glukose und Fruktose und kann damit in der Wirkung mit Haushaltszucker gleichgesetzt werden.

Weißzucker, Vollrohrzucker, Rohrzucker

Schon wieder viele Namen und keiner blickt durch – zumindest ging es mir schon oft so. Egal wie der Zucker heißt: er süßt nur und enthält keine Spurenelemente oder Mineralien. Deshalb macht es nichts darauf zu verzichten, da so kein Mangel vorliegen wird.

So lebt es sich mit weniger Zucker

Klar, ich bin ein Süßmäulchen und kann mich definitiv nicht zurückhalten. Auch nicht oder sogar nicht, obwohl ich Kinder habe. Daher sind diese Tipps hier sicher nur eine Anregung und hoffentlich gute Tipps:

  • Zucker bewusst einsetzen – ein komplettes Verbot bewirkt eher das Gegenteil
  • Kein Fertigessen/keine Fertigprodukte – vor allem Fertigsaucen für Salat. Eine Öl-Essig-Mischung tut genauso gut und schmeckt
  • Am besten nur Wasser trinken. Alternativ Fruchtsäfte immer mit Wasser verdünnen, um den Ausstieg aus dem Saftparadies zu schaffen
  • Alkohol: ein Glas weniger trinken und zwischendurch auf Wasser umsteigen
  • die meisten Rezepte funktioneren auch mit 20% weniger Zucker
  • Genau lesen, was im Produkt drin ist – siehe Tipps oben zu versteckten Zuckersorten

Versuchst Du auf Zucker zu verzichten?

#SabinesSaturday

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