Kindergarten ist nicht gleich Kindergarten

Nun ist es so weit und die kleine Kaiserin ist schon Kindergartenkind. Vor noch drei Jahren habe ich hier auf dem Blog über unsere Erwartungen an den Kindergarten geschrieben als Junior nämlich drei Jahre alt war und somit in den Kindergarten ging.

Seither ist viel Zeit vergangen und vor allem die Zeit in der Krippe hat der kleinen Kaiserin sehr gut getan. Diesmal waren wir in einer anderen Krippe als bei Junior und ich finde es immer noch besser so, dass die Kinder zwei völlig unterschiedliche Erfahrungen sammeln konnten.

Mit dem Kindergarten ist es jedoch der gleiche Kindergarten. Auch wenn es eine andere Gruppe ist, so bleibt es doch die gleiche Einrichtung und somit auch bei gleichen Abläufe, die sich nun wiederholen. Eventuell ist es aber doch eben etwas anders, denn die Corona Pandemie und die damit einhergehenden Hygienevorschriften und Abstandsreglungen, haben auch uns Eltern eine neue Sichtweise auf die Kinderbetreuung gegeben.

Eingewöhnung im Kindergarten

Generell glaube ich nicht an Aussagen wie „so gelingt die Eingewöhnung“ oder ähnliche Hinweisgeber, wie ein Kind sich in seiner neuen Umgebung zurecht findet. Ich bin eher der Meinung, dass wir als Eltern unsere Kinder bestärken sollten in dem wie sie sind und wie sie die neue Situation empfangen.

Jedes Kind ist – genau wie jeder Erwachsene – anders. Ein Individuum. Einige Kinder brauchen mehr soziale Kontakte und blühen durch den Zusammenhalt in einer Gruppe auf. Andere Kinder lieben die Möglichkeit sich zurückzuziehen.

Jeder und jede ist anders – und das ist auch gut so

Vor ein paar Wochen hatte ich mir mal die Zeit genommen und recherchiert, welche Formen von Kindergarten- und Kita-Modellen es generell gibt. Sagen wir mal so: die gängigsten Formen konnte ich zusammentragen und so auch für mich und uns eine neue Sichtweise auf die Situation im Kindergarten werfen.

Die Einrichtung selbst und das gewählte Modell sind – ähnlich wie bei einem Arbeitgeber – nicht halbes und nichts ganzes, wenn es kein gutes Team gibt. Mit den Menschen fällt und steht eben auch jede Einrichtung, sei es nun ein Kindergarten oder ein gut laufendes Unternehmen. Da sich unsere Kita noch in den Anfängen befindet – sie wurde erste 2017 eröffnet – gibt es noch etliche Baustellen, die bearbeitet werden müssen. Vor allem das Team muss zusammenwachsen und ich finde, dass dies schon sehr gut gelungen ist.

Kindern Zeit und Raum geben, können nicht nur Eltern, sondern leisten auch zum großen Teil die Erzieher und Pädagogen vor Ort in einer Kindertagesstätte oder einer Krippe. Ich bin generell ein sehr großer Fan von großen Kitas. Der Grund dafür ist sehr simpel: ich sage auch immer „die Welt besteht aus mehreren Menschen und umso mehr Kontakt man als Kind mit anderen Kindern haben kann, umso offener bleibt man“. Das ist zumindest meine Einstellung.

Ja, ich habe auch mal überlegt, ob ich meine Kinder nicht zu einem kleineren Kindergarten schicken soll. Und diese Frage habe ich mir tatsächlich auch nur für meinen Sohn gestellt. Bei der kleinen Kaiserin war dann auch klar, dass die Nähe zum Kindergarten eben auch sehr ausschlaggebend für den Besuch ist. Denn sind wir doch mal ehrlich: jeden Tag zweimal quer durch die Stadt zu fahren, wäre schon sehr aufwendig und auch für die Kinder sehr zermürbend. Denn die Freunde, die man im Kindergarten findet, wohnen meist auch in der Nähe. Sollten wir dann einen Kindergarten am anderen Ende der Stadt wählen, so wäre es mit den Spielnachmittagen auf dem Spielplatz erstmal nicht so einfach, denn wir würden niemanden kennen.

Zeit und Freiraum

Freiraum und Zeit sind meiner Meinung nach sehr wichtig, um den Beginn für alle Kinder bei einer Eingewöhnung sehr entspannt zu gestalten. Sicherlich haben wir den Vorteil, dass die kleine Kaiserin bereits in der Krippe ihre Zeit verbracht hat und der Wechsel in den Kindergarten, der sich nicht nur im gleichen Gebäude befindet, sondern auch regelmäßig vorab besucht wurde, leicht gefallen ist.

Die Erzieher haben bisher – und vor allem vor der Corona Pandemie – immer darauf geachtet, dass die Kinder auch mal andere Erzieher kennenlernen. So kennt jedes Kind irgendwann das ganze Team und weiß auch, dass es nicht nur in seiner Gruppe einen Ansprechpartner findet. Vor allem für den „Umzug“ von der Krippe in den Kindergarten war diese Vorgehensweise unerlässlich.

Die Kinder durften in ihrem letzten halben Jahr bevor es in den Kindergarten ging auch mal schauen, wie es dort abläuft. Halbe Schnuppertage und dann eben auch noch der tägliche Besuch als wir den großen Bruder abgeholt haben, machten den Übergang sehr leicht.

Mit Zeit und Freiraum meine ich also auch einfach die Zeit, um sich gegenseitig kennenzulernen. Während manche Kinder schnell in den Kindergarten rennen, möchten andere eher noch entspannt hinspazieren. Das Gespräch mit den Erziehern hat auch ergeben, dass es gut tut, sich als Eltern beim eigentlichen täglichen Verabschieden schnell zu lösen, damit nicht unnötig der Eindruck beim Kind entsteht, dass die Eltern sich nicht wohlfühlen.

Wahrscheinlich gibt es – wie bei vielen Dingen im Leben – kein Patentrezept. Jedes Kind ist anders und jeder Erzieher auch. Als Eltern haben wir immer darauf geachtet ein gutes Verhältnis mit den Erziehern aufzubauen und so eben genug Raum zu schaffen, um uns gegenseitig kennenzulernen. Die Kinder haben gesehen, dass wir den Erziehern vertrauen und sie auch wahrnehmen. So konnten die Kinder wiederum ihre eigene Beziehung zu den Erziehern und der Gruppe aufbauen.

Das erste halbe Jahr

Wie war denn euer erstes halbes Jahr im Kindergarten? Bisher sehr schön!

Ich kann wirklich sagen, dass es unserer Tochter im Kindergarten gut geht. Sehr gut. Und dieses Verhalten und ihr Empfinden zum Kindergarten schiebe ich einerseits auf die anderen Kinder und ganz klar auch auf die Erzieher.

Ganz überzeugt bin ich der Meinung, dass es für Kinder wichtig ist mit anderen Kindern zusammen zu sein. Das Miteinander erleben und dabei auch sowohl jüngere als auch ältere Kinder in der Gruppe zu haben, macht den Alltag und das Erleben im Kindergarten zu einem besonderen und wichtigen Teil im Tagesablauf. Ja, auch zu Hause hat die kleine Kaiserin einen großen Bruder und kann so von ihm etwas lernen, dennoch ist der Input, den sie von anderen Kindern aus ihrer Gruppe bekommt etwas anderes und viel diverses als von uns als Familie.

Kinder brauchen Kinder – das sage ich nicht nur so, sondern das höre ich auch so bei vielen Pädagogen. Kinder brauchen das Miteinander und das Beisammensein. Umso dankbarer bin ich daher, dass aktuell die Kindergärten und die Schulen geöffnet sind.

Wie war die Eingewöhnung in den Kindergarten für Dein Kind?

#MommyMonday

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