Sechs Monate gemeinsame Elternzeit – ein Fazit

Sechs Monate ist es nun schon her, dass die kleine Kaiserin bei uns ist. Einen Geburtsbericht habe ich immer noch nicht veröffentlicht und irgendwie brauche ich dazu wirklich noch ein wenig mehr Zeit.

Eigentlich sind es sogar schon sechs Monate und knapp zwei Wochen, aber wie so oft und vor allem aktuell, rast die Zeit einfach nur noch. Kindergarteneingewöhung vom kleinen großen Junior und auch Abschied aus der gemeinsamen Elternzeit. Letzte Woche kämpften wir noch mit dem Jetlag aus New York und nun passiert schon wieder das nächste.

Dennoch wollte ich mal wieder meine Gedanken etwas ordnen und ich bin einfach zu aufgewühlt, um wirklich klare Gedanken zu fassen. Bloggen und meine Gedanken aufschreiben, hilft mir da am besten.

Die Elternzeit war für uns sehr aufregend und spannend in einem. Nicht nur, dass wir Eltern von einem zweiten Kind geworden sind – nein – Junior ist sogar großer Bruder geworden. Die ersten Wochen des Ankommens und Kennenlernens waren wirklich rasant vorbei.

Ich erinnere mich noch, wie meine Eltern zu Besuch waren und ich meiner Mama noch erzählte, wie sehr ich mit den Hormon zu kämpfen habe. Oder die Hormone mit mir kämpften. Ach wer weiß das schon so genau. Kurz danach begann schon unser erster richtiger Familienurlaub auf dem Bauernhof und wir waren zu viert. Ein wahnsinnig schönes und auch spannendes Gefühl.

 

Elternzeit – seine Sicht

Klar, ich hatte auch geplant, dass mein Mann hier mal ein paar Zeilen sponsored und sich äußert, aber irgendwie kam es nicht dazu. In den letzten Tagen der gemeinsamen Elternzeit haben wir dann doch häufiger darüber gesprochen, was wir alles erlebt haben. Aber viel wichtiger: wir haben auch zusammengefasst, was uns bewegt hat. Und wie uns diese gemeinsame Zeit so gefallen hat.

Anfangs gab es  natürlich kleine Reibereien. Wäre ja auch komisch, wenn nicht. Denn die Wohnung und der Haushalt waren eigentlich bereits seit der Geburt von Junior ein großer und fast überwiegender Wirkungsbereich von mir. Mein Arbeitsplatz sozusagen. Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass ich alles mache oder gemacht habe. Wir teilen die Hausarbeit schon auf. Dennoch bleibt der Grossteil bei mir. Das kommt natürlich auch daher, dass ich zu Hause bin und auch wenn ich ein wenig von zu Hause arbeite, so habe ich doch mehr Zeit dazu. Sicher weißt Du auch, dass ich schon sehr früh für Kinderarbeit bin. Hört sich jetzt etwas abgedroschen an, aber ich glaube fest daran, dass man Kinder schon sehr früh mit einbinden kann. Spielerisch und leicht.

Der Grund dafür ist meinerseits natürlich auch die fehlende Zeit, aber vor allem auch der Gedanke oder die Idee, dass Kinder auch Verständnis haben sollten, dass man als Eltern „mal etwas im Haushalt erledigen muss“. Denn das Leben besteht nicht nur aus Spielen, sondern auch aus Hausarbeit. Das gehört dazu. So konnte ich auch bei Junior auch von Anfang an mitverfolgen, wie er die Hausarbeit als Selbstverständlichkeit ansieht. Das war und ist mir wichtig, denn ich möchte, dass er Teil der Familie – auch wenn er erst drei Jahre alt ist – mehr und mehr mitmachen kann.

Kinder lieben es ja zu helfen

In der Zwischenzeit haben wir also auch festgestellt, dass ein Splitting der Elternzeit für meinen Mann sicher auch praktisch gewesen wären. So hätte er am Anfang ein paar Monate nehmen können und dann wenn die kleine Kaiserin noch ein Jahr alt ist. So oder so.

Dennoch kann man es ja auch nicht so einfach sagen, wie man es gemacht hätte. Denn jedes Kind ist anders und wir wussten ja auch nicht, was genau auf uns zukommt. Auch bei dieser Schwangerschaft haben wir uns ja überraschen lassen, ob wir einen weiteren Jungen oder gar ein Mädchen bekommen würden.

 

Ankommen – Abschalten – Loslassen – Alltag

Oft – und so war es dann auch für meinen Mann – ist es ja so, dass man in einer neuen Situation erstmal viel Freude erlebt und sich auch auch gegenüber Veränderungen neugierig verhält. Für ihn war es also genauso. Denn wir konnten gemeinsam viel erleben. Allein schon das vormittags im Frühling draußen sein und spazieren gehen, ist ein toller Lichtblick.

Irgendwie genieße ich das auch sehr. Die Kinderkrippe von Junior ist knapp 20 Minuten Fußweg von uns entfernt und obwohl das im Winter oder bei Regen nicht immer so prickelnd ist, war es doch für mich immer herrlich schon ein wenig an der frischen Luft gewesen zu sein.

Mein Mann hat es sehr genossen und konnte dann die gemeinsamen Morgen mit uns „Mädels“ verbringen, bevor wir zu dritt Junior von der Krippe abholten.

Irgendwie schleicht sich aber auch bei allem Neuen der Alltag und der Trott ein. Genau dieser „Trott“ ist auch eine kleine Zwickmühle, denn er erinnert an die Veränderung und macht einen oft auch träge. Der Alltag war bei uns zwar nur kurz da, denn wir waren ja viel unterwegs und doch war er am Horizont wahrnehmbar.

Das viele Reisen am Ende war sicherlich, aber auch wild

So oder war die Zeit zusammen ein absoluter Luxus und ein tolles Privileg. Denn sechs Monate gemeinsam zu Hause sein, das kann sich nicht jeder leisten. Und manche wollen es sich auch nicht leisten oder dürfen es sich nicht leisten. Auch für uns war diese Zeit eine Zeit in der wir draufgezahlt haben. Denn das „bisschen Geld“, was man dann noch als Elterngeld bekommt hat noch knapp für die Miete gelangt. Die Urlaube und auch die Zeit zu Hause waren uns aber auch wichtig. Wir wollten investieren. Nicht in ein Haus, eine andere Immobilie oder irgendein Auto oder ein anderes Gut. Wir wollten in unsere Familie investieren.

Denn nun sind wir zu viert und irgendwie eine richtige Familie.

Ja, ich mag diese Sätze auch nicht, denn auch mit nur einem Kind habe ich mich wie mit einer richtigen Familien gefühlt, aber irgendwie ist es zu viert „runder“. Macht das Sinn? Eine Bekannte von uns meinte sogar mal „ein Kind ist kein Kind“. Das finde ich immer noch schwer zu verstehen, aber sehe auch woher diese Meinung kommen kann.

Wie ist es mit zwei Kindern?

Gute Frage – nächste Frage! Denn das kann ich irgendwie immer noch nicht richtig beantworten. Ab jetzt werde ich erst mit den zwei Kids zu Hause sein. Mein Mann wieder Vollzeit arbeiten gehen und ich mit den Süßen den Tag verbringen. Klar, wird Junior im Kindergarten sein, aber es wird anders. Es wird die Momente geben in denen beide weinen oder sich hauen oder sonstwas, aber so ist es nun mal als Mama, oder?

Ich werde auf jeden Fall bald mal dazu etwas schreiben, wie das so ist, als zweifach Mama. Oh Gott, wie sich das anhört – so richtig alt. So richtig erwachsen.

 

#MommyMonday

 

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