Mehr zu Milch

Es folgt der langersehnte zweite Teil zum Thema Milch.

Welche gesunden Stoffe stecken in Milch?

Milch gilt als Grundnahrungsmittel, obwohl es zu rund 87 Prozent aus Wasser besteht. und ich sag ja sowieso immer, dass Wasser sehr wichtig für den Körper ist. Neben Wasser sind rund 13 Prozent andere Bestandteile in Milch. Diese sind dann Fett, Eiweiße und Laktose (Milchzucker). Mineralstoffe, Vitamine und Rückstände in Milch nicht zu vergessen. Was die Milch im Vergleich zu vielen anderen Lebensmitteln eben so besonders macht, sind die rund 400 verschiedenen Fettsäuren, die sie enthält.

Viele Essenzielle Nährstoffe geben der Milch daher den besondere Bonus, dass sie als erste und einzige Nahrung für Neugeboren und Säuglinge genutzt wird. im Kindes- und Jugendalter kann Milch den Tagesbedarf wichtiger Mineralien und Nährstoffe decken – dies bezieht sich besonders auf den Kalziumbedarf.

Für viele Menschen – genauso wie für Experten – gilt Milch daher aus rein gesundheitlicher Sicht als ein ausgewogenes und vor allem praktisches Lebensmittel.

Sind Wachstumsfaktoren in der Milch schädlich?

Die Themen Negativfolgen, Schädigungen und vor allem Nachteile von Milchkonsum machen es spannend sich genau anzuschauen, was Milch enthält und welche Gerüchte und Wahrheiten um sie ranken. Ganz am Ende des Artikels habe ich diverse Quellen aufgelistet, aus denen ich diese Infos gesammelt habe.

Nun aber zurück zum ersten Punkt: Wachstumsfaktoren in Milch, die schädlich sein sollen. Meist ist mit dem Wachstumshormon das IGF-1 (Insulin-like Growth Faktor) gemeint. Dieses Hormon kommt auch auf natürliche Weise im menschlichen Körper vor – auch Veganer haben und brauchen dieses Hormon. Das IGF-1 steigert – unter anderem – das Zellwachstum.

Die Konzentration des Hormons steigt vor allem im Kindesalter und in der Pubertät im menschlichen Körper automatisch an.

Kinder wachsen und Jugendliche eben auch.

Trink Milch, damit Du wachsen kannst

Wer Milch trinkt wird, wird also tatsächlich etwas größer. Denn die Wachstumshormone werden aufgenommen und somit die Konzentration rund zehn Prozent höher als bei Menschen, die keine Milch trinken. Daher kann man eventuell schon erklären, wieso Milchtrinker tatsächlich „länger“ werden.

Nun könnte man dieses Wachstum – es handelt sich ja um Zellwachstum – auch ganz einfach auf Krebs auslegen. Denn Krebs wird auch als krankhaftes Zellwachstum angesehen. Praktisch jedoch genügend die zusätzlichen Mengen an Milch jedoch nicht, um einen nachweisbaren Effekt für eine Krebserkrankung festzuhalten.

Die Beweise fehlen jedoch. Statistisch und indirekt gibt es diesen Zusammenhang: können wir also, dass Milch dank des IGF-1 Menschen länger und größer macht. Das bedeutet also mehr Zellen und eine häufigere Zellteilung – somit ergibt sich auch ein höheres Krebsrisiko. Doch wie gesagt: Beweise fehlen.

Milch und Krebserkrankungen – gibt es da einen Zusammenhang??

Das sind wir also gleich beim nächsten Thema: Krebs. Und, ob sich durch Milchkonsum das Krebsrisiko erhöht. Aus den unten genannten Quellen konnte ich vor allem herausfinden, dass es bei Prostatakrebs einen stärkeren Zusammenhang gibt. Die Rede ist dabei von einem häufigen und starken Milchkonsum, was wiederum eine deutlich höhere Risiko mit sich bringt. Mit dem höheren Risiko sind vor allem Mengen ab 1,25 Liter oder mehr pro Tag gemeint.

Gründe für diesen Zusammenhang sind eher wenig vorhanden – ein wichtiger Aspekt scheint jedoch die erhöhte Kalziumzufuhr zu sein. Bei Darmkrebs hingeben ist der Kalziumspiegel eher mit einem gegenteiligen Effekt belegt.

Prostatakrebs ist somit die bisher einzige Krebsart, für die ein Zusammenhang mit sehr hohem Milchkonsum (siehe oben) gut belegt ist.

Studien, Fakten und Widerspruch

Wie so oft, ist das die läge nicht eindeutig zu beantworten. Neben vielen Fakten, gibt es etliche Studien. Interpretation und Verständnis von Studien und wie diese in den Medien widergespiegelt werden, liest sich super im Buch „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit„.

Die Studienlage zu Milch sieht aktuell so aus, dass Milch einen positiven Effekt hat. Doch es gibt auch viele andere Studien, die den negativen Effekt von Milch aufzeigen. Und dann gibt es noch die dritte Kategorie von Studien zu Milch – da hat Milch gar keinen Effekt.

Fazit: Es gibt keine eindeutige Aussage – daher ist es auch so schwer aus diesen unterschiedlichen Daten eine einfache und allgemeingültige Empfehlung abzuleiten.

Studie: Milch macht gesund und stark!

Eine der bekanntesten Studien hat sich genau mit dem Thema befasst, ob Milchtrinker generell ungesünder leben. Das Resultat der Studie zeigt ganz klar: je mehr Milch Menschen getrunken haben, desto höher war die Sterblichkeit bei diesen Menschen. Was für ein schockierendes Ergebnis.

Auch bei einer prominenten Studie aus Schweden, bei der untersucht wurde, was die Menge an Milch in Relation zur Sterblichkeit ausmacht, kamen die Ergebnisse sehr schockierend: je mehr Milch ein Mensch getrunken hat, desto höher ist die Sterblichkeit.

Und wie so oft, gibt es dann doch noch die Hintergrundfakten, die uns wieder etwas aufatmen lassen. In dieser Studie aus Schweden wurde nämlich auch geschrieben, dass die Wissenschaftler selbst nicht sagen können, ob die hohe Sterblichkeit an der Milch liegt. Aus den Daten und Tabellen geht zusätzlich hervor, dass die Milchtrinker gleichzeitig deutlich weniger Sport getrieben haben, häufiger geraucht haben und weniger verdienten. Diese Faktoren haben große Einflüsse auf die generelle Gesundheit und das Sterblichkeitsrisiko.

In der Wissenschaft und speziell bei Ernährungsstudien nennt man dieses irreführende Faktoren, die man als Ursache nicht ausschließen kann „confounding factors„.

Fakten: Datenlage unzureichend

Der Titel dürfte es schon erahnen lassen: es gibt kaum echte Kontrollgruppen. Also wenige Studien, in denen Menschen als Kontroll- und Vergleichsgruppe dienen, die noch nie in ihrem Leben Milch getrunken oder Milchprodukte verzehrt haben. Es ist daher auch nicht hinreichend untersucht, inwiefern ein lebenslanger Verzicht auf Milch, Käse und Joghurt bei ansonsten ausgewogener und ausreichender Ernährung Menschen in Europa, Asien und Afrika beeinflusst.

Der alleinige Verzicht auf ein einziges Lebensmittel (in unserem Fall Milch und Milchprodukte), hat keinen allzu großen Einfluss

ABER: der gesamte vegetarische und vegane Lebensstil schon. Vor allem eben auch deshalb, weil Menschen, mit diesem Lebensstil generell gesundheitsbewusster leben, weniger rauchen und mehr Sport treiben. Die ausgewogenen Ernährung steht bei ihnen klar im Vordergrund und sie konsumieren weniger industriell verarbeitete Lebensmittel.

Fakten: Die Dosis macht das Gift

Das ist auch schon wieder ein Punkt, der von meinen Eltern stammen könnte: die Dosis macht das Gift.

Bislang ist also nicht geklärt, was genau die schädliche oder auch gesundheitsfördernde Wirkung der Milch ausmacht. Letztlich ist die Milch so reich an Bestandteilen, dass auch beide Effekte denkbar sind. Wie immer macht die Dosis das Gift und kann so bei einigen Menschen zu bestimmten Krankheiten führen, gleichzeitig aber andere Erkrankungen verhindern.

Wird vor Milch und Milchprodukten gewarnt?

Also gehen wir die Sachre mal völlig entspannt an. Es fehlen bisher noch viele weitere Untersuchungen, um die These endgültig zu beweisen. Das Thema Stillen wird immer wieder in Zusammenhang mit Milch ausgespielt und sollte daher auch seine Beachtung finden.

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Haben andere Milchprodukte wie Käse und Joghurt den gleichen Effekt?

Viele Milchprodukte werden als Warnung dargestellt – seltener wird jedoch erwähnt, dass Milch einen Effekt auf das Knochenbruchrisiko hat. Doch eben dieser Effekt bezieht sich auch Milch und nicht Milchprodukte, wie Käse oder Joghurt.

Die Datenlage ist hierzu sehr gering und einige Forscher gehen nun davon aus, dass dieser Effekt auf einem bestimmten Zuckertyp (D-Galactose) beruht. Der Zuckertyp D-Galactose wird für erhöhte Entzüdungswerte und oxidativen Stress in den Zellen verantwortlich gemacht, welche eben besonders in Milch stecken. Wieder andere Forscher haben in Milch und Joghurt die gleiche Konzentration des Zuckertyps gefunden.

Es bleibt also nicht nur für uns, sondern auch für die Wissenschaftler ein Rätsel.

Joghurt ist gut für die Verdauung

Die Aussage, dass Joghurt die Darmflora vielfältiger macht, habe ich auch schon oft gehört und gelesen. Manche Forscher nutzen eben diese Aussage, um auf die gesundheitlichen Vorteile von Joghurt hinzuweisen. Der Grund: eine veränderte, einseitige Darmflora gilt für viele Krankheiten als Risikofaktor. Und auch hierzu fehlen jedoch aufwendige Studien.

Generell ist es schwer die genaue Ursache bei der Masse an unterschiedlichen Milchprodukten auszumachen. Eventuell sind sogar wieder andere Faktoren verantwortlich, die zum Beispiel ein bestimmter Lebensstil mit sich bringt.

Also keine Kuhmilch, sondern eine Milchalternative?

Wenn ich also keine Milch mehr trinken soll, lohnt sich es sich dann auf Milchalternativen umzusteigen. Hafer-, Mandel-, Soja- und Reismilch (oder Drinks, wie es nun heißt) sind also meine Rettung?

Das Angebot wird auf jeden Fall immer größer und auch laktosefreie Milch stehen zur Wahl. Ohne die Laktoseintoleranz kann jeder und jede von uns weiterhin bedenkenlos Milch und Milchprodukte verzehren. Der Wechsel zu Milchalternativen ist nicht immer unbedingt sinnvoll.

Laktosefreie Milch

Bei laktosefreier Milch wurde die Vollmilch lediglich chemisch verarbeitet und die Laktose entzogen – Laktase enthält sie weiterhin. Laktase ist das Enzym, das Laktose spaltet und laktoseintoleranten Menschen fehlt. Für Menschen mit dieser Intoleranz macht eine Alternative zu Milch und Milchprodukten tatsächlich Sinn. Es kommt natürlich auch immer auf die Art der Laktoseintolernaz an: bei einer leichten Unverträglichkeit gibt es immer noch viele Käsesorten, die unproblematisch sind. So kann es auch dazu führen, dass wenn man dann Laktose komplett aus der Ernährung streicht, die Milch auf Dauer noch schlechter vertragen wird.

Trinkst Du Kuhmilch?

Isst Du Kuhmilchprodukte?

#Gesundheit: Körper

Quellen

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