Omi’s Spitzendecke

Der nächste Morgen war der Tag des Aufbruchs – zurück in die Zivilisation. Zurück in die Welt.

 

 

Ja, die Insel Ishigaki ist kein Dschungel und auch kein Urwald. Dennoch habe ich nach einem Inselurlaub oft das Gefühl in einer anderen Welt gewesen zu sein. Als Stadtkind – ja, wahrlich Großstadtkind – kommt einem die Abgeschiedenheit schon etwas „offline“ vor.

Der Abreisetag begann entspannt mit Frühstück und einer netten Busfahrt zum Flughafen. Wir gönnten uns noch eine leckere Suppe am Flughafen und warteten auf den Flug nach Osaka.

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Nochmal alles aufsaugen

Osaka war zu Beginn unserer Hochzeitsreise nur ein kleiner Stopover. Völlig übernächtigt und gejetlagged war es auch etwas surreal. Jetzt waren knapp zwei Wochen vergangen und wir waren fit genug, um auch noch ein wenig mehr Japan mit aufzunehmen. Ich wollte sogar noch richtig shoppen.

Zum Verständnis: für mich ist shoppen gehen nicht immer mit einem eigentlichen Geld ausgeben verbunden, sondern auch oft einfach nur Windowshopping, anschauen, anfassen, wegpacken. Für mich ist Shopping Entspannung, Inspiration und gemütliches Genießen in einem.

Ich wollte aber auch etwas kaufen. Etwas Schönes, Niedliches und auch typisch Japanisches. Für unseren Sohn. Denn Japan und die Welt der Kinder ist fast endlos und meiner Meinung nach auch viel „akzeptierter“ als in Europa oder den USA. Die Spielsachen sind nicht klassisch getrennt für Kinder und dann hört es auf. Scheinbar nahtlos geht es über in die Erwachsenenwelt. Das beste Beispiel: Hello Kitty. Bei uns oft belächelt ist sie in Japan eine Figur, die auch in der Welt der Erwachsenen akzeptiert wird und getragen wird. Wir sind so nicht – wir Europäer, wir Westler. Wieso weiß ich nicht, aber darauf möchte ich doch eher ein anderes Mal eingehen.

Für Junior sollte ein schönes Spielzeug – ja, weil wir so wenig davon haben *räusper* – oder ein anderes süßes Mitbringsel sein. Süßigkeiten und typische japanische Snacks hatte ich schon in den letzten Tagen regelmäßig gekauft. Auch weil diese eine Kindheitserinnerung von mir sind.

Doch etwas musste doch zu finden sein.

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Wenn man Hello Kitty vor lauter Sanrio nicht sieht

Das soll jetzt ein Wortspiel sein. Und jeder, der schon mal in Japan war, wird wissen was gemeint ist. Sanrio ist vergleichbar mit Disney – eine Marke, die unterschiedliche Charaktere vereint. Eine davon ist Hello Kitty. So wie Mickey Mouse bei Disney.

Ich liebe Hello Kitty. Schon seit dem ich klein bin. Ich liebe auch Keroppi, den kleinen grünen Frosch und auch die Little Stars – das sind ein Mädchen und ein Junge. Ganz süß. Dennoch war ich mir unsicher, ob ich wirklich eine Hello Kitty für unseren Sohn mitbringen konnte. Dachte ich in Geschlechterkategorien? Keine Ahnung, das tue ich jetzt auch und werde es sicherlich auch nicht so schnell ablegen.

Und dann war mir klar, was ich holen würde. Eine Badekugel. Sowas gibt es in Deutschland vielleicht auch, ich habe es bisher nur noch nicht komplett wahrgenommen. Eine Kugel also, die eine kleine Hello Kitty Figur enthält. Die Kugel löst sich als Badezusatz auf und hervor kommt das kleine Kätzchen.

Perfekt! Dachte ich, denn wir gehen gerne Baden, wenn auch nicht so oft, wie es meine Eltern wahrscheinlich gerne hätten. *KleinerInsiderAmRande*

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Leckere Suppen und süße Kuchen

Typisch für Japan sind auch die Bäckereien. Patisserie, wie man so schön und formvollendet in Frankreich sagt. Und auch, wenn die Franzosen die Initiatoren dieser süßen Kunst sind, so sind es doch immer die Japaner, die vieles kopieren und dann einfach nur perfektionieren. Meine Mama meinte mal, dass Japaner das perfekte Croissant kreiert haben. Krümelt nicht, schmeckt fluffig leicht und dennoch aromatisch genug. Die Franzosen dagegen halten sich am krümeligen Croissant fest, der oft schneller die Hände fettet als die Zunge mit Geschmack zu benetzen.

So verhält es sich auch mit der Backkunst. Kuchen sind fein, leicht (und dennoch nicht kalorienfrei) und einfach nur perfekt. Perfekt. Ja, das ist das einzige Wort, das mir einfällt, wenn ich an so vieles aus Japan denke.

Wir wollten noch einen Kuchen essen – es wurde dann ein Erdbeerkuchen, der mehr nach Erdbeer schmeckt als echte Erdbeeren selbst. So etwas Ähnliches habe ich auch mal in Rom in einer Gelateria erfahren: ein Eis, das mehr nach Banane schmeckt, als echte Bananen.

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Und natürlich durfte Shabu Shabu nicht fehlen. Ja, irgendwie war die Hochzeitsreise auch sehr essensgeladen, aber man gönnt sich ja sonst nichts. Oder wie ich es bereits in einem vorangegangenem Artikel erwähnt hatte: wir sind jetzt auch im richtigen Alter für kulinarische Reisen.

Shabu Shabu ist rohes, dünnes Schweine- oder Rindfleisch (klassischerweise Schweinefleisch), das in eine Art Hot Pot gegeben wird. Also einfach rein in die Suppe mit noch Nudeln und Reisbällchen und viel Gemüse. Das liebe ich ja an Japan und dem Essen so: es ist immer frisch. Und frisch ist für mich oft ein Ausdruck von Gemüse und gutem Geschmack.

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Mit Spitzendecke und Maske zum Flughafen

Auf dem Hinflug nach Japan gönnte ich mir schon 20 Minuten vor der Landung eine Maske. Eine Gesichtsmaske, denn diese peppt die Haut nochmal richtig auf, besonders nach einer langen Reise. Nun stand der Flug nach Frankfurt und dann weiter nach Berlin an. Wir hatten das Glück – ja, das meine ich wahrlich so: Glück – das wir noch ein typisch japanisches Taxi erwischten. Ein Taxi, das nicht nur ein altes Auto war, sondern von einem Fahrer in schicker Uniform und weißen Handschuhen gefahren wurde. Doch dem sei nicht genug getan: denn weiße Handschuhe gibt’s auch bei Aeroflot, wenn die „Kotztüten“ verteilt werden. Das ganze Taxi war ausgeschmückt mit kleinen Spitzendecken. Es erinnerte mich ein wenig an meine kleine Oma und meinen kleinen Opa. Sie hatten auf dem Sofa, auf den Armlehnen um genau zu sein, auch kleine Schmuckdeckchen. Aber das hier war eine andere Kategorie von Spitzendecke. Frisch und japanisch duftend (Duft in Worte zu fassen, ja, den japanischen Duft im Besonderen fällt mir etwas schwer, aber ich versuche mein Bestes). Der Duft ist leicht, frisch – wie frische Wäsche, ohne aufdringlich zu sein – und einfach nur herrlich besonders und zart. Keine Ahnung, ob nun klar ist, wie es geduftet hat, aber ich habe es versucht zu erklären.

Im Flieger selbst zogen wir unsere Gesichtsmasken an. Diese hatte ich bereits auf dem Flug von Miyako-jima nach Ishigaki genutzt. Und fand sie perfekt. Da ich mich ein wenig halskratzig und vorschnupfig fühlte, wusste ich, dass der Flug anstrengend werden könnte. Vor allem dieser lange Flug. Bequem war es ja, da wir Economy Plus gebucht hatten.

Als Fazit kann ich aber schon mal sagen: das beste Mittel, wenn man erkältet fliegen muss, ist eine Mundmaske. Keine Erscheinungen von Ohrendruck, trockenem Hals, brennend beißender Nase. Alles wie normal.

Mal wieder was gelernt!

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Die Reise hat nun ein Ende gefunden und auch wenn ich lange gebraucht habe, es aufzuschreiben, so bin ich doch (knapp vier Monate nach der Hochzeitsreise) froh, dass auch Du diesen Teil lesen konntest.

 

Nun schauen wir mal, was uns als nächstes Reiseziel erwartet. Wenn Du es gar nicht mehr aushältst, möchte ich Dir die Webseite meiner Mama ans Herz legen. Dort gibt es „richtige“ Reiseberichte mit Details zu Übernachtungen und Restaurants, Anfahrtswegen und lustigen Erlebnissen. Und wenn Du jetzt doch wissen willst, wo wir diesmal übernachtet haben: es war das Mitsui Garden Hotel in Osaka. Unten habe ich mal ein paar Bilder eingefügt. Und links ist die Aussicht aus dem Zimmer am Abreisetag zu sehen.

Ansonsten freue ich mich, wenn Du wieder hier reinschaust und mir auch gerne ein Kommentar hinterlässt.

 

#TravelTuesday

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. sunnymoeller sagt:

    verlieb mich gerad in deinen blog!!! ❤

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    1. 💛 schön, dass es Dir gefällt 🤗

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